Bunte Gewänder statt strenger Ordenstracht

Von: Anna Petra Thomas
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Ordensschwestern aus Deutschland und aus dem Kongo saßen beim Empfang der neuen Schwestern für das Marienkloster zusammen in einer Bank: die Cellitinnen Bonifatia, Bernharda und Ludzilla, die bislang in Dremmen tätig waren, mit ihren Nachfolgerinnen, den Marienschwestern Constantine, Adolphine und Alda. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Dremmen. Als die letzten Schwestern von der Ordensgemeinschaft der Cellitinnen Ende 2010 aus Altersgründen das Dremmener Marienkloster verließen, um in ihrem Mutterhaus in Köln ihren Lebensabend zu verbringen, ging eine über hundertjährige Tradition in Dremmen zu Ende. Der Wunsch, dass auch weiterhin Schwestern in diesem Altenheim seelsorgerisch tätig sein sollten, blieb.

„Für uns war von Anfang an klar: Wir möchten eine Fortsetzung dieser segensreichen Zeit“, so Gottfried Botterweck, als stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender der Pfarrei St. Lambertus auch zuständig für das Marienkloster. „Da in deutschen Ordensgemeinschaften der Nachwuchsmangel eklatant ist, dachten wir an eine Kooperation mit einem ausländischen Orden.“

Unterstützung fand er in Klaus Ehling, dem Leiter des Marienklosters. Dieser nahm Kontakt mit anderen Einrichtungen auf, in denen es bereits entsprechende Vereinbarungen gab und fand mit der Gemeinschaft der Marienschwestern von Nederbrakel/Popokabaka in der zentralafrikanischen Republik Kongo einen Orden, der sich zu einer Tätigkeit im Marienkloster bereiterklärte.

Zunächst galt es jedoch, einige bürokratische Hürden zu bewältigen. Der Entsendung mussten die Bischöfe von Aachen und Popokabaka, die deutsche Ausländerbehörde und die deutsche Botschaft zustimmen. Am 4. März dieses Jahres war es dann jedoch soweit: Die drei Schwestern Constantine, Adolphine und Alda landeten mit dem Flugzeug in Düsseldorf. „Es ist kalt in Deutschland“, sei ihre erste Feststellung gewesen, lacht Botterweck.

Es folgten ein Sprachkurs in der Akademie Klausenhof in Hamminkeln, die auf Deutschkurse für Ordensleute und Priester spezialisiert ist, und ein Praktikum in einer Wuppertaler Einrichtung der Caritas. Jetzt haben die drei Schwestern die Klausur im Marienkloster bezogen. Hier werden sie jetzt eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolvieren und dann weiter im Haus tätig sein, bevor sie fachlich gut ausgebildet in ihre Heimat zurückkehren und andere Schwestern ihren Platz einnehmen.

„Durch dieses Modell ist sowohl der Einrichtung, als auch dem Orden geholfen“, sagt Ehling. In ihrer Heimat haben die Schwestern Constantine und Adolphine bisher als Krankenschwestern gearbeitet. Schwester Alda hat sich um behinderte Menschen gekümmert.

Sie habe sich vor ihrer Reise nach Deutschland schon Sorgen gemacht, dass die Menschen hier sie wegen ihrer Hautfarbe ablehnen könnten, erzählt Schwester Constantine, die den Konvent der Marienschwestern in Dremmen leitet, in einem sehr persönlichen Gespräch in Französisch, der kongolesischen Amtssprache.

Verstehen kann sie die deutsche Sprache schon sehr gut, aber selbst zu sprechen, fällt ihr noch schwer. „Die Menschen hier sind sehr freundlich, sehr herzlich“, sagt sie. „Und die Menschen bitten uns, mit ihnen zu beten. Das macht uns Mut.“

Im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes hieß dann auch Pfarrer Hans Schmitz die Marienschwestern in Dremmen willkommen. „Heute ist ein Freudenfest für Dremmen“, erklärte er. „Die Tradition, dass das Marienkloster von Schwestern begleitet wird, geht weiter.“

Botterweck griff in seiner Rede den Text eines bekannten Kirchenliedes auf und assoziierte die farbigen Ordenstrachten der Marienschwestern mit den „bunten Steinen“, aus denen ein lebendiges Gotteshaus besteht. „Ich habe mir sagen lassen, dass man das ein oder andere Mal schon singende Schwestern durch Dremmen laufen sieht“, ergänzte er schmunzelnd. „Wenn das nicht ein Zeugnis von Lebendigkeit ist.“

Schmitz stellte den Gottesdienstbesuchern das Heimatland der neuen Ordensschwestern vor und den Orden der Schwestern vom heiligen Herzen Marias im belgischen Nederbrakel, auf den der Orden der Schwestern aus dem kongolesischen Bistum Popokabaka zurückgeht.

„Segne ihre pastorale Arbeit, wenn sie sich besonders kranken, leidenden und sterbenden Menschen annehmen und ihnen Trost und christliche Nächstenliebe entgegenbringen“, sprach er, segnete die Schwestern und überreichte jeder von ihnen als Willkommensgeschenk eine Kerze mit dem Bild der Pfarrkirche St. Lambertus.

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