Bundesgenerationsspiele: Das Alter ist unwichtig

Von: Anna Petra Thomas
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Bei der ersten Aufgabe hieß es für Jung und Alt, sich Bälle zuzuwerfen. Das gelang am Ende doch einfacher mit der Hilfe von ein paar gelben Handtüchern. Foto: Anna Petra Thomas
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Ganz schön pfiffig zeigten sich junge und alte Teilnehmer beim Bau möglichst hoher Pyramiden aus Eierkartons.
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Für alle Teilnehmer gab‘s zur Belohnung eine Urkunde, für die Kinder sogar eine Medaille.

Heinsberg-Waldenrath. „Mach dich stark für Generationengerechtigkeit“. Das ist der Leitgedanke der Caritas für dieses Jahr. Und so hat sie unter anderem zu sogenannten Bundesgenerationenspielen aufgerufen, wo es weniger um die sportliche Leistung als vielmehr um das gemeinsame Erleben geht.

Knapp 700 Teilnehmer haben sich inzwischen bundesweit zu diesen Spielen angemeldet, die jeweils direkt vor Ort stattfinden. Rund 100 dieser Spiele haben bereits stattgefunden.

„Jung & Alt“ lautete es auch einen Nachmittag lang am Standort Waldenrath der Alten- und Pflegeheime St. Josef, wo die Bewohner und die Vorschulkinder des städtischen Kindergartens Waldenrath sich gemeinsam an den Spielen beteiligten. „Wir sind Freunde“, sangen die 13 Vorschulkinder und die beteiligten Senioren zum Auftakt und lernten sich dann zunächst kennen. 25 Senioren hätten sich angemeldet, freute sich Maria Sonnenschein von St. Josef. Doch als es losging bei Sonnenschein auf dem Platz vor der Einrichtung, wurden es mehr und mehr.

Sich Bälle zuwerfen sollten die Teams im ersten Spiel, was natürlich für viele der Senioren so einfach gar nicht mehr möglich gewesen wäre. Die Lösung war ein gelbes Handtuch für jedes Team, wodurch der Ball leicht hin- und herzutransportieren war zwischen Alt und Jung, auch zwischen Erna (91) und Fiona (5). „Ich hab‘ Enkelkinder in dem Alter“, freute sich die Seniorin bei ihrer neuen Aufgabe. „Jetzt trinken wir was!“, forderte Fiona sie gleich nach der ersten Spielrunde auf.

Weiter ging es drinnen im „Juppes-Stübchen“. Hier galt es für die gemischten Teams, möglichst viele leere Eierkartons aufeinander zu stapeln. Leo, Silas und Vincent, alle fünf Jahre alt, waren jetzt zusammen mit Hildegard (87) aktiv. Ihr Rekord: zehn Kartons aufeinander. „Die kommen ja aus Pütt“, schmunzelte der alte Herr, der sich als Zuschauer zu diesem Team gesellt hatte. Auch bei Hildegard kamen da Erinnerungen hoch: „Ich wollte immer für die Kinder da sein“, erzählte sie. Und ähnlich ging es Christiane (81), die sich nach dem Turmbau mit Klara und Mila (beide 5), dem Würfelspiel „Bunte Ballons“ widmete. „Das erinnert mich an die Zeit, wo meine Kinder auch klein waren“, sagte sie.

Begeistert waren am Ende nicht nur die Mitarbeiter und die Ehrenamtler von St. Josef, sondern auch die Erzieherinnen aus dem Kindergarten, allen voran Leiterin Marita Schürgers. „Ich war überrascht, wie unkompliziert alle aufeinander zugegangen sind“, freute sie sich. Für die Kinder sei es ganz wichtig zu sehen, dass nicht mehr alle Menschen hüpfen, springen oder laufen könnten. Zudem würden sie im Miteinander mit älteren Menschen ganz einfach lernen, ein bisschen zu warten.

Die Kinder des Kindergartens waren an diesem Nachmittag nicht zum ersten Mal zu Besuch im Alten- und Pflegeheim. „Aber bisher hatten unsere Besuche hier viel mehr Vorführcharakter“, erzählt Marita Schürgers. Das soll sich nach dieser neuen Erfahrung ändern. Schon jetzt denkt sie über einen regelmäßigen Spielenachmittag mit den Vorschulkindern im Alten- und Pflegeheim nach. „Das braucht gar nicht viel Aufwand“, sagte sie. „Einfach nur da sein!“

Begeistert waren die jungen Besucher schließlich von ihrem gemeinsamen Abendessen mit den Senioren. Sie brachten für ihre älteren Spielpartner das Besteck gleich mit an den Tisch und hatten viel Appetit bei Würstchen und Pommes Frites. Danach gab‘s für alle Teilnehmer eine Urkunde, für die Kinder zusätzlich eine Erinnerungsmedaille und einen Luftballon.

Und wer weiß, vielleicht hat diese Gruppe ja noch das Glück, Besuch von Sebastian Krumbiegel von der Band „Die Prinzen“ zu bekommen. Unter allen Teilnehmern der Bundesgenerationenspiele wird am Ende ein Besuch vor Ort ausgelost.

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