Bund fürs Leben im neuen, alten Trauzimmer schließen

Von: Nicola Gottfroh
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Bürgermeister Manfred Winkens und Standesbeamtin Iris Langeheinecke freuen sich, Paaren ein weiteres Trauzimmer auf Wassenberger Stadtgebiet bieten zu können. Foto: Gottfroh

Wassenberg. Mit Wolke sieben kann Wassenbergs Standesbeamtin Iris Langeheinecke Heiratswilligen bislang zwar noch nicht dienen, dafür aber mit einem weiteren, eleganten Trauzimmer auf Wassenberger Stadtgebiet. Heiratswillige Paare dürfen sich seit dem 1. November wieder im einstigen Trauzimmer im Alten Rathaus in Wassenberg das Ja-Wort geben.

Damit ist das neue, alte Trauzimmer der vierte Ort in der Stadt – neben dem klassischen Trauzimmer im neuen Rathaus, dem auf der Wassenberger Burg und in der Wingertsmühle – an dem Liebende den Bund fürs Leben schließen können.

Die Idee, den Raum, der bis 1987 als Rats- und Trauzimmer genutzt wurde, wieder seinem ursprünglichen Zweck zuzuführen, hatten Norbert und Inge Dahmen, die das Alte Rathaus 2007 von der Stadt kauften und sanierten. Vor über 30 Jahren sind die beiden in diesem Zimmer selbst in ihr gemeinsames Eheleben gestartet, die Wiederbelebung war also eine Herzensangelegenheit. Als sich auch Wolfgang Janßen, Pächter des Restaurants Unterstadt, das sich im Gebäude befindet und in dem das alte Trauzimmer bereits seit einiger Zeit für besondere Veranstaltungen genutzt wurde, mit der Idee einverstanden zeigte, und auch die Stadt keine Einwände hatte, ging es an die Umsetzung.

Eine guter Schritt für Wassenberg, findet Standesbeamtin Iris Langeheinecke, der auch auswärtige Paare freuen dürfte. Schließlich erhalte in einer Zeit, in der es immer weniger kirchliche Eheschließungen gibt, die standesamtliche Trauung einen höheren Stellenwert. „Paaren ist es zunehmend wichtiger, auch die standesamtliche Trauung, die immerhin der offizielle Akt der Eheschließung ist, zu einem unvergesslichen Erlebnis im besonderen Rahmen und an einem außergewöhnlichen Ort zu machen“, sagt sie. Viele Paare würden am liebsten sogar unter freiem Himmel, am Gondelweiher, am Effelder Waldsee oder unter ihrem Lieblingsbaum heiraten. „Das geht natürlich nicht. Die Stadt kann die Trauzimmer nicht wie sie möchte außerhalb des Rathauses bestimmen“, erläutert Bürgermeister Manfred Winkens. Denn dazu bedürfe es der Genehmigung der Standesamtsaufsicht. „Die Form dieses Aktes muss gewahrt bleiben. Aber dieses neue Trauzimmer bietet auch denen, die etwas anderes als das Trauzimmer in der Verwaltung suchen, einen würdigen Rahmen“, so Winkens.

Eleganz vergangener Zeit

In der Tat: Der dicke weinrote Teppichboden, die zum Teil holzvertäfelten Wände, das ursprüngliche dunkle Holzmobiliar und die dick gepolsterten Stühle, auf denen bis zu 30 Gäste Platz nehmen können, verströmen die klassische, beinahe schon royale Eleganz einer längst vergangenen Zeit. Und ein Stück Geschichte. Immerhin entschieden hier die Ratsherren nach dem Krieg über die Geschicke der Stadt. Ein mehr als würdiges Ambiente also für eine Zeremonie, die den schönsten Tag des Lebens ausmacht. Eine Anschließende Bewirtung im Restaurant Unterstadt ist möglich, aber für die Hochzeitspaare nicht zwingend.

Am 11. November wird das neue, alte Trauzimmer eingeweiht – denn dann findet dort die erste Trauung nach mehr als zwei Jahrzehnten statt.

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