Erkelenz - Bürgermeisterkandidaten diskutieren bei der Senioreninitiative

Bürgermeisterkandidaten diskutieren bei der Senioreninitiative

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
7699955.jpg
Podiumsdiskussion mit Kandidaten: Peter Jansen (Mitte) und Christel Honold-Zeigahn (l.) stellten sich den Fragen der Senioren und von Moderator Josef Fedler.

Erkelenz. Es ist das bekannte Spiel: Vor den Wahlen stellen sich Politiker immer wieder Fragen der Wähler. Und die werden auch in Erkelenz im Schnitt immer älter. Knapp 20 Prozent der Erkelenzer sind über 65 Jahre alt. Somit stellen die Senioren eine große Wählergruppe dar, deren Belange bei der Politik Gehör finden.

Die Senioreninitiative S.I.E. hatte zur Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten ins katholische Pfarrzentrum eingeladen, wo sich Christel Honold-Ziegahn, Grüne, und Amtsinhaber Peter Jansen, CDU, den Fragen der Zuhörer stellten. Astrid Wolters von den Sozialdemokraten war verhindert, so dass ein Stuhl auf der Bühne frei blieb.

Josef Fedler, S.I.E.-Ehrenvorsitzender, leitete die Diskussion. Er hatte vor 18 Jahren die Initiative ins Leben gerufen, um sich für Belange der älteren Generation in der Gesellschaft stark zu machen. Seitdem gehört die S.I.E. zu den Stammakteuren auf der Erkelenzer Politikbühne. Ein Ziel habe er aber noch: die Umwandlung der Initiative in einen Seniorenbeirat, sagte Fedler.

Die Politik brauche „Anschübe von außen“, erklärte Honold-Ziegahn. So auch beim Beispiel der Barrierefreiheit in der Stadt. Nach einer Umfrage wollten rund 85 Prozent der Menschen in ihrem gewohnten Umfeld alt werden. Diesem Thema müsse man sich stellen. Das Stichwort des „demografischen Wandels“ sei dem der „Generationengerechtigkeit“ gewichen.

Dies unterstrich auch Jansen, der sagte, man dürfe nicht die Generationen und ihre Bedürfnisse separieren, weshalb auch er einen Generationenausschuss im Rat befürworte. Der Ausschuss wird nach der Wahl im Juni besetzt. Die Arbeit des Runden Tisches müsse von deutlich mehr Ratsmitgliedern unterstützt werden.

Eine barrierefreie Gesellschaft fange schon bei den Häusern an, die vor einigen Jahren noch nicht unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit gebaut wurden. Man müsse langfristig denken und handeln. Sozialer Wohnungsbau sei auch ein Thema des Landes.

Honold-Ziegahn brachte hingegen eine städtische Wohnungsbaugesellschaft ins Spiel, die mehr bezahlbaren und seniorengerechten Wohnraum schaffen könnte. Mit seinem Wohnraumkonzept stehe Erkelenz besser da als manche andere Kommune, betonte Jansen. Ziel sei es, dass die Dörfer für alle Bewohner bis ins hohe Alter lebenswert blieben. Moderator Fedler brachte noch einmal den Seniorenbeirat ins Spiel und erinnerte daran, dass auf Kreisebene ein solcher Beirat existiere, in dem die Stadt als Mitglied vertreten sei.

Ein strittiges Thema ist auch der ÖPNV. Viele Senioren können sich nicht mehr selbstständig in andere Orte bewegen und sind auf Busse angewiesen. Diese fahren aber selten und an Wochenenden oft gar nicht. Dem hielt Jansen entgegen, dass die Busse sich auch rentieren müssten. Sie würden aber von der Bevölkerung zu wenig genutzt. Der Multibus, der bedarfsgerecht eingesetzt werden soll, fahre weniger Defizit ein als ein Linienbus, betonte Jansen. Der Multibus sei jedoch keine wirkliche Alternative, da stimmten alle Gesprächsteilnehmer überein. Letztlich könne ein barrierefreies Erkelenz für alle Bürger nur gelingen, wenn die Generationen miteinander arbeiten und die Kommunikation mit der Verwaltung verbessert wird. Honold-Ziegahn regte weitere regelmäßige Treffen an, um sich auszutauschen und Impulse zu geben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert