Heinsberg-Grebben - Bürgerinformation zur Erneuerung der K5: Alle Bäume sollen weg

Bürgerinformation zur Erneuerung der K5: Alle Bäume sollen weg

Von: Anna Petra Thomas
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Blutrote Kreuze markieren bereits die Bäume, die an der Kreisstraße 5 gefällt werden sollen. Dass alle Schattenspender im Zuge der Erneuerung vom Straßenbild verschwinden sollen, darüber informierten Stadt und Kreis Heinsberg jetzt bei einer Bürgerinformation. Fotos: Anna Petra Thomas
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Blutrote Kreuze markieren bereits die Bäume, die an der Kreisstraße 5 gefällt werden sollen. Dass alle Schattenspender im Zuge der Erneuerung vom Straßenbild verschwinden sollen, darüber informierten Stadt und Kreis Heinsberg jetzt bei einer Bürgerinformation. Fotos: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Grebben. In diesem Sommer geht‘s los: Kreis und Stadt Heinsberg starten mit der viel diskutierten Erneuerung der Kreisstraße (K5) in Heinsberg-Grebben, von der Kreuzung mit der Ferdinand-Porsche Straße bis zur Kreuzung mit der Grebbener Straße am sogenannten Sternhaus.

Zahlreiche Anwohner der Straße und ihrer Nebenstraßen waren der Einladung zu einer gemeinsamen Bürgerinformation von Kreis und Stadt Heinsberg ins Kreishaus gekommen. Josef Nießen, zuständiger Dezernent in der Kreisverwaltung, moderierte den Abend.

Die K5, die längste und mit mehr als 14.000 Fahrzeugen täglich am stärksten befahrene Kreisstraße im Kreis Heinsberg würde ein Ortsumgehung „mehr als rechtfertigen“, erkläre er in seiner Begrüßung. „Alleine aufgrund der Örtlichkeit ist dies jedoch unmöglich“, fügte er sogleich hinzu. Denn neben der vorhandenen Siedlungsbebauung liege auf der einen Seite schon der Bizzpark Oberbruch, auf der anderen Seite verlaufe die Trasse der Bahnlinie Heinsberg-Lindern. Zudem sei an einem Ende schon die B221 als Straße mit Umgehungsfunktion vorhanden. So bleibe nur die Möglichkeit einer Erneuerung im Bestand.

Über eine Strecke von 1,4 Kilometern solle die Straße besser und sicherer werden, schloss Nießen. Aber „Wunderdinge“ dürfe man von der Maßnahme nicht erwarten.

Der für das drei Millionen Euro teure Projekt verantwortliche Ingenieur Alwin Gietemann stellte den Zuhörern Baumaßnahmen im Detail vor. In drei Bauabschnitte hat er das Projekt unterteilt, bei dem nicht nur das sichtbare Straßenbild inklusive Beleuchtung erneuert wird, sondern auf einem Teilstück von 800 Metern auch der Kanal neu verlegt wird.

Der erste Bauabschnitt geht bis zur Kampstraße, der zweite bis zur Ulmenstraße, der dritte dann bis zur Grebbener Straße. In den ersten beiden Bauabschnitten werde der Ausbau in zwei Streifen erfolgen, sodass die Straße nur für den stadtauswärts führenden Verkehr gesperrt werden müsse, so Gietemann. Für den dritten Bauabschnitt ist eine Vollsperrung von der Ulmenstraße bis zur Grebbener Straße geplant. Insgesamt sollen sich die Bauarbeiten über eineinhalb Jahre hinziehen.

Bisher sei die Fahrbahn inklusiver seitlicher Mehrzweckstreifen zehn Meter breit, erläuterte der Ingenieur. Diese Streifen von je 1,50 Meter Breite werden künftig verschwinden. Stattdessen wird es einen sogenannten drei-streifigen Ausbau geben. Zwei Streifen werden durchgehend normale Fahrstreifen für beide Richtungen sein. Der dritte wird im Wechsel genutzt für Abbiegespuren, Parkstreifen oder vier sogenannte Bus-Cups, Haltestellen für den Bus. „Man fährt als Autofahrer dann zarte Schwenks“, erklärte er den neuen Fahrbahnverlauf. Im Bereich der Grundschule soll es künftig neben Querungshilfen auch einen Zebrastreifen geben.

Neu ist zudem, dass es künftig beidseitig der Straße einen Rad- und einen Gehweg geben wird, in der Gestaltung gleich der Industriestraße, mit roter Pflasterung für den Rad- und grauer für den Gehweg. Erhalten bleibt lediglich der im dritten Bauabschnitt stadteinwärts führende Rad- und Gehweg zwischen der Grebbener und der Ulmenstraße. Allerdings: „Die Bäume müssen generell in der gesamten Fläche entfernt werden!“, betonte Gietemann in seiner Präsentation.

Dazu äußerten die Anwohner in der anschließenden Diskussion ebenso Kritik wie zu der Einbahnstraßenregelung in zwei Abschnitten während der Bauzeit.

„Das darf nicht so werden wie in der Industriestraße. Wir wohnen doch da“, beschwerte sich eine Anwohnerin. „Dass wir nichts Grünes mehr zu sehen bekommen, finde ich unmöglich“! Er hätte sich auch mehr davon gewünscht, entgegnete ihr Gietemann. „Aber ich wüsste nicht, wo ich es unterbringen sollte.“

„Stadtauswärts kommt kein Kunde mehr zu uns“, monierten die Anrainer mit Gewerbe, die sich zugleich um zu enge Zufahrtswege während der Bauzeit bei Anlieferungen durch Lkw sorgten. Die Anwohner abzweigender Straßen beschwerten sich, dass schon jetzt das Verkehrsaufkommen an ihren Häusern vorbei zu hoch sei. „Probleme werden nicht vermeidbar sein“, lautete die Auskunft der Verantwortlichen. Aber Verkehrsteilnehmer mit Ortskenntnissen würden um solche Baustellen in der Regel weitläufig herumfahren.

Einen Wunsch für die Zeit nach Fertigstellung hatten die Anwohner schließlich noch mitgebracht: So forderten sie, die Karl-Arnold-Straße für Lkw künftig nur noch für Lieferverkehr freizugeben, sodass der Durchgangsverkehr gezwungen werde, die Autobahn zwecks Abkürzung nicht schon in Dremmen zu verlassen, sondern bis zum Autobahnende bei Janses Mattes weiterzufahren. Nießen sah da jedoch keine Möglichkeit.

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