Hückelhoven-Baal - Bürgerbühne: Erstaunliche Bühnenpräsenz und überraschende Einfälle

Bürgerbühne: Erstaunliche Bühnenpräsenz und überraschende Einfälle

Von: mb
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Beim Spiel der Baaler Bürgerbühne wurde im „roten Ochsen“ massiv die Lachmuskulatur der Besucher starpaziert. Foto. Koenigs

Hückelhoven-Baal. Sie hatten alles, was für die erfolgreiche und vergnügliche Aufführung einer Laienspielschar erforderlich ist: eine neugierige, tratschende Moralwächterin, einen Pantoffelhelden, der bei der bloßen Namenserwähnung seiner besseren Hälfte zusammenzuckt und eine äußerst hübsche Blondine, die köstlich naiv agiert.

Und sie hatten noch ein bisschen mehr: erstaunliche Bühnenpräsenz, ansteckende Spielfreude, überraschende dramaturgische Einfälle und den berühmten „Funken“, der sofort auf das Publikum übersprang. Zum zehnjährigen Bestehen führte die Baaler Bürgerbühne die Komödie „Chaos im Roten Ochsen“ von Heike und Didi Müller im Bürgerhaus Baal auf und hatte die Lacher sofort auf ihrer Seite. Bereits zwei Minuten nach Beginn der Vorstellung dröhnte schallendes Gelächter durch den Saal. Bereitwillig folgte das Publikum den Bühnenakteuren in eine Geschichte mit amüsanten Missverständnissen, drolliger Geheimniskrämerei und ungeahnten Wendungen.

Jochen und Petra (Dirk Borowski und Sylvia Klatt) sind fassungslos, als sie erkennen, dass sie statt der vermeintlichen Gaststätte ein heruntergekommenes Fitnessstudio übernommen haben. Von nun an nehmen die Turbulenzen rasant Fahrt auf.

Während die Köchin (Sonja Buchholz) delikate Verlobungsmenüs plant, schleppen muskulöse Möbelpacker (Harald Klatt und Matthias Onkelbach) Hometrainer an. Die ehemaligen Stammgäste (Gerlinde Mistler, Ansgar Scheede, Wolfgang Pape) freuen sich auf die Wiedereröffnung des Sporttempels, während Elke, die Mutter der Inhaberin (Susanne Birth), nur eine Gaststätte finanziell unterstützen will. Die blonde Gabi (Jenny Gunder) muss aus einem Pizzateig-Rezept eine Massage zaubern und der hinreißend komische Chef des Transportunternehmens (Eugen Symanski) komplettiert hüftschwingend das Chaos, weil er an seine Fingernägel denken und die Hände eincremen muss. Perfekte Licht- und Tontechnik, ein gelungenes Bühnenbild und einfallsreiche Kostüme runden den Gesamteindruck ab.

Natürlich endet der Spaß mit einem Happy-End. „Etwas anderes könnten wir unseren Zuschauern doch nicht antun“, erklärt Nicole Senderek von den Theaterfreunden. „Spaß steht bei uns immer im Vordergrund, sowohl bei den Proben als auch bei den Aufführungen“. Zuschauerin Resi Hötz, Stammgast bei der Bürgerbühne, urteilt „sagenhaft gut“. Ihre Sitznachbarin Rosi Ruh schwärmt vom „Highlight des Jahres, für das wir alle anderen Termine verschieben.“ Auch sie gehört zum Stammpublikum und hat lediglich die erste Aufführung der Baaler Bürgerbühne verpasst. „Ausgerechnet das Stück: Ein Mann für Rosi“, lacht sie.

Nicht nur im überschwänglichen Lob für die diesjährige Aufführung sind sich die beiden einig. „Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr“, erklären sie übereinstimmend. Für so viel Anerkennung hat Schauspieler Pape eine einleuchtende Erklärung: „Baal hat das beste Publikum überhaupt.“

Mit diesem großartigen Erfolg können sie zuversichtlich in die Zukunft aufbrechen, die Bürgerbühne und ihr Publikum. Auch wenn es hier – wie in vielen Vereinen – Nachwuchsprobleme gibt. „Jeder ist herzlich willkommen bei uns“, lädt Senderek vor allem junge Leute ein, auf oder hinter der Bühne zu arbeiten. „Für den Erfolg sind viele Helfer nötig.“

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