Bürger werden aktiv: Neue Ideen für den Marktplatz

Von: Daniel Gerhards
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Längst kein Schmuckstück mehr: Die Aktionsgemeinschaft Birgelen hat Zukunft möchten den Marktplatz in Birgelen umgestalten. Foto: Daniel Gerhards
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Gregor Sanders (l.) und Andreas Thißen wollen das Projekt „Marktplatz“ voranbringen. Foto: Daniel Gerhards

Wassenberg-Birgelen. Es soll sich etwas tun auf dem Birgelener Marktplatz. Nicht mehr schön, nicht mehr zeitgemäß sei der Platz, finden die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Birgelen hat Zukunft. Sie wollen den Platz umgestalten, zum Teil in Eigenleistung, zum Teil soll die Stadt einspringen. Diese Idee hat die Aktionsgemeinschaft jüngst auch in einem Bürgerantrag an den Wassenberger Stadtrat formuliert.

Das Projekt, das von Bürgern aus Birgelen angestoßen wurde, kann exemplarisch stehen für viele ähnliche Aktionen im Kreis: Die Einwohner nehmen die Zukunft ihres Ortes selbst in die Hand. Solches Engagement ist der Kitt, der die Gemeinschaft in den Orten unserer Region zusammenhält.

Der Antrag der Birgelener Aktionsgemeinschaft war dabei kein Schnellschuss. Sie hat sich vorher eine Menge Gedanken zu möglichen neuen Erscheinungsbildern des Platzes gemacht und auch alle Birgelener befragt. 1500 Flugblätter hat sie an die Haushalte im Ort verteilt und darum gebeten, Wünsche und Ideen für den Platz mitzuteilen.

„Sehr oft wurde der Wunsch geäußert, für eine bessere Beleuchtung, schönere Grünanlagen – insbesondere durch das Anpflanzen von Bäumen –, touristische Hinweisschilder, eine Infotafel der Ortsvereine und die Beseitigung der dort aufgestellten Altkleidercontainer zu sorgen“, sagt Gregor Sanders, Sprecher der Aktionsgemeinschaft.

Sanders und Ortsvorsteher Andreas Thißen (CDU) möchten sich auch dafür einsetzen, dass der Platz einen einheitlichen und optisch ansprechenden Bodenbelag bekommt. Sie können sich eine E-Bike-Ladestation und eine Schutzhütte vorstellen. Und das Trafohäuschen am Rande des Platzes soll etwas versteckt werden. Und auch der Brunnen soll in seiner heutigen Form nicht bestehen bleiben. Das alles soll dazu dienen, die Aufenthaltsqualität zu steigern. Der Platz soll zum echten Ortsmittelpunkt werden.

Wichtig ist für Sanders und Thißen, dass der Platz auch weiterhin in gleichem Maße zum Beispiel für die Kirmes und den Tanz in den Mai genutzt werden kann. Und auch die Parkplätze sollen in Zukunft weiter zur Verfügung stehen.

Angelegt worden sei der Marktplatz Anfang der 90er Jahre, sagt Karl-Heinz Dohmen (CDU), der als ehemaliger Ortsvorsteher in viele Entwicklungen in Birgelen involviert ist. Damals sei auch der Brunnen gebaut worden. „Aus damaliger Sicht war das nachvollziehbar. Aber er ist mittlerweile nicht mehr zeitgemäß“, sagt Dohmen.

So sei auch der ganze Marktplatz heute nur noch wenig einladend: „Der Premiumwanderweg Birgelener Urwald geht direkt an dem Platz vorbei. Aber hier stellt kein Wanderer sein Auto ab. Wenn man einen Ausflug macht, dann erwartet man etwas anderes“, sagt Sanders. Und wenn mehr Besucher kommen, dann könnte vielleicht auch ein kleines Café existieren, in das die Wanderer einkehren können.

Das ist noch Zukunftsmusik. Die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft haben sich nun erst einmal vorgenommen, die Beete zu gestalten. Das könnten sie in Eigenleistung erledigen, sagt Sanders. Für Tiefbauarbeiten auf dem Platz müsse die Stadt hingegen eine Firma beauftragen. Was die Pläne für den Platz angeht, solle relativ schnell Klarheit geschaffen werden. „Damit wir wissen, wo es hingeht“, sagt Sanders.

Die CDU hatte zuletzt bereits beantragt, entsprechende Mittel für die Planung in den Haushalt einzustellen. Das bedeutet aber nicht, dass mit dem Umbau – zum Beispiel mit dem verlegen eines neuen Pflasters – auch umgehend begonnen werde. Ein solches Projekt könne erst mittelfristig realisiert werden, sagt Dohmen. Bürgermeister Manfred Winkens (CDU) sagte jüngst, dass er die Initiative der Aktionsgemeinschaft begrüße.

Mit dem Projekt „Marktplatz“ verfolgt die Aktionsgemeinschaft Birgelen hat Zukunft ihr Ziel weiter, „durch ehrenamtliche Arbeit die gute Lebens- und Wohnqualität in Birgelen weiter zu verbessern“. Entstanden sei sie anlässlich des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ im Jahr 2014, bei dem der Ort mit „Silber“ und einem Sonderpreis für Innovationen im kulturellen und sozialen Bereich ausgezeichnet wurde, sagt Gregor Sanders.

Unter anderem zur Vorbereitung auf die Wettbewerbe „Unser Dorf hat Zukunft“ bzw. bis vor einigen Jahren „Unser Dorf soll schöner werden“ ist schon viel ehrenamtliche Arbeit geleistet worden. „In mehr oder weniger regelmäßigen Abständen wurden einige Verschönerungen durch ehrenamtliche Arbeit mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wassenberg und Erlösen aus Vereinsfesten realisiert“, sagt Sanders. Zum Beispiel Informationstafeln an den Ortseingängen und die Wiederherstellung eines alten Holzkreuzes am Weg zum Birgelener Pützchen.

Und eines liegt den Birgelenern noch besonders am Herzen: Sie wollen einen herumgedrehten Anker, der sich auch im Ortswappen und in den Abzeichen einiger Ortsvereine wiederfindet, in das Ortsbild integrieren. Einen großen Schiffsanker haben sie auch schon.

Und bei all dem Engagement, das aus dem Ort kommt, wird es sicher nicht an Ideen mangeln, was mit dem Anker passieren soll. „Heutzutage spricht jeder von Logos. Aber ein Wappen hat doch viel mehr Tradition. Das ist besser als ein Logo“, sagt Sanders.

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