Bücherbörse im Wegberg: Leseratten finden Futter

Von: mb
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Großes Angebot: die Bücherbörse in der Wegberger Mühle. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Von „Aufbruch und Neuanfang“ wollte sie erzählen, die Bücherbörse des Historischen Vereins Wegberg in der Wegberger Mühle. Der Buchbestand der geschichtlichen Vereinsbibliothek trug mit einer umfangreichen Sammlung politischer und sozialer Literatur zur Nachkriegszeit dazu bei. Hineinschauen war durchaus erwünscht, um dem Neuanfang auf die Spur zu kommen.

Auch in diesem Jahr hatte sich der Historische Verein mit starken Partnern umgeben. Die Fotogruppe Wegberg 2004 steuerte Fotos zum Thema bei, die aus vorhandenen Beständen ausgewählt oder eigens für dieses Thema aufgenommen wurden. Hier war Nachdenken ausdrücklich erwünscht, um dem Aufbruch auf die Spur zu kommen.

Aufbruch und Neuanfang – auf vielfältige Weise näherte sich die Wegberger Autorengruppe Siebenschreiber dem Thema, das die Welt von Beginn an begleitet. Peter C. Schmidt brach auf, eine Geschichte zu schreiben, und berichtete von den Erlebnissen vor dem weißen Blatt. Er wählte eine damit eine Episode aus dem „Buch der Siebenschreiber – Lebenszeiten“, das vor wenigen Wochen erschienen ist. Annemarie Lennartz hatte sich durch ein Foto der Fotogruppe inspirieren lassen. Einfühlsam beschrieb sie den vom Vater beobachteten Aufbruch der Tochter – zerrissen zwischen Traurigkeit und dem Wunsch, eben diesen Aufbruch liebevoll zu begleiten.

Über einen völlig anderen Aufbruch berichtete Cora Imbusch. Sie erzählte, ebenfalls angeregt von einem Foto der Fotogruppe, von einer Pusteblume, die es schwer hat, Wurzeln zu schlagen. Weil sie nicht willkommen ist, da, wo der Wind sie hinwehte. Blumenwiese grüßt Weltpolitik.

Bücherfreunde waren gut aufgehoben in der malerischen Kulisse der Wegberger Mühle. Eine große Vielfalt an Vereinsschriften und Heimatliteratur wurde angeboten, Bildbände mit beeindruckenden Ansichten warteten auf Käufer. Bei den Memoiren standen Brigitte Bardot und Ludwig Erhardt einträchtig nebeneinander, am Nebentisch wetteiferten Günter Grass und Joachim Ringelnatz um die Publikumsgunst.

Wer mochte, konnte die „Akte Kachelmann“ nach Hause tragen oder der „Wanderhure“ folgen. Auf der Suche nach alten Schätzchen und lang vermissten Exemplaren bleibt die Bücherbörse eine absolute Pflichtveranstaltung für alle Leseratten. Wo sonst bekommt man schon einen Buchtitel wie „Wer einen Treiber erschießt, muss die Witwe heiraten“ von Walter Henkels? Auch eine Art von Neuanfang.

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