Erkelenz - Bruderschaft „Unserer lieben Frau“ soll wiederbelebt werden

Bruderschaft „Unserer lieben Frau“ soll wiederbelebt werden

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Helga Ilbertz und Gabriele Kassner sind angetreten, die Bruderschaft „Unserer lieben Frau“ wiederzubeleben. Foto: hewi

Erkelenz. Helga Ilbertz hat ein schweres Erbe angetreten. Als Brudermeisterin der Erkelenzer Schützenbruderschaft „Unserer lieben Frau“ muss sie einen Verein wiederbeleben, den es seit bald 600 Jahren gibt. Und der bei den Erkelenzern in Vergessenheit geraten zu sein scheint.

Die Bruderschaft wurde 1418 gegründet und feiert in vier Jahren dementsprechend einen stattlichen „runden Geburtstag“. Damit das nicht quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert, sind Helga Ilbertz und ihre Mitstreiterin Gabriele Kassner angetreten, die Bruderschaft wiederzubeleben.

„In den vier Jahren bis zum Jubiläum wollen wir das Durchschnittsalter der Mitglieder verjüngen“, betont die Brudermeisterin im Gespräch mit unserer Zeitung.

Derzeit sind fast die Hälfte der 56 Mitglieder „Ü50“. Immerhin 18 Jugendliche kann die Bruderschaft mittlerweile wieder aufbieten, zu den ersten zählten die drei Enkel der Brudermeisterin. Wenn es „auf die Straße geht“, können immerhin 15 Uniformträger aufgeboten werden.

Bescheidene Zahl

Für eine Stadt wie Erkelenz eigentlich eine bescheidene Zahl, über die man in der Bruderschaft aber dennoch sehr froh ist. Seit 16 Jahren sind die Erkelenzer Schützen gemeinsam mit der Golkrather Bruderschaft Unterstützer des Bauernmarktes auf Hohenbusch.

In diesem Jahr waren die Erkelenzer Gastgeber des Bezirkskönigsabends in der Stadthalle und Ausrichter des Bezirkskönigsschießens im Pfarrheim. „Man nimmt uns wieder wahr“, freut sich Gabriele Kassner, die als Schriftführerin eng mit der Brudermeisterin zusammenarbeitet.

Das Verschwinden aus der öffentlichen Wahrnehmung ging einher mit den Umbaumaßnahmen am Ziegelweiher. Die Wiese, auf der bis Mitte der 90er das Schützenzelt seinen Platz hatte, wurde zum Park. „So ein Schützenzelt ist als Anlaufstelle.

Es ist auch für die auswärtigen Bruderschaften wichtig, wenn sie zu Besuch kommen“, weiß Helga Ilbertz. Etwa in derselben Zeit setzte eine Austrittswelle ein und die Bruderschaft schrumpfte und nahm immer seltener an öffentlichen Auftritten teil.

Vor zwei Jahren musste Helga Ilbertz nach dem Tod des vorherigen Brudermeisters Manfred Günther „zuerst kommissarisch“ die Leitung der Bruderschaft übernehmen. „Es war ein Sprung ins kalte Wasser“, erinnert sie sich. „Wir mussten quasi bei Null anfangen.“

Dafür setzen die Schützen auf Kooperation, zum Beispiel mit der Stadt. Wichtig ist die Pfarrgemeinde St. Lambertus, bei der sie Unterschlupf gefunden haben. „Die Möglichkeit ersetzt das Vereinsheim“, weiß Gabriele Kassner. „Außerdem haben wir im Keller den Schießstand, wo auch Kinder unter zwölf mit dem Lichtgewehr üben können.“

Die Bruderschaft muss ab und zu improvisieren. Denn die letzten Majestäten gab es vor sieben Jahren. Danach war es still geworden um die Bruderschaft. Im vorigen Jahr waren die Schützen erstmals wieder bei der Eröffnung der Burgkirmes dabei.

In diesem Jahr werden sie nach langer Abstinenz auch wieder mit einem eigenen Umzug in der Stadt zu sehen sein. Am kommenden Sonntag beginnt der Schützentag um 10 Uhr mit der Festmesse in St. Lambertus. Nach der anschließenden Kranzniederlegung an der Kirche geht es in Begleitung befreundeter Bruderschaften und mit Musik über den Kirmesplatz und durch das Stadtzentrum.

Nach der Parade auf dem Markt geht es zu „Hedi‘s“ zum Zugausklang. Die Schützen aus Matzerath, Gerderath, Golkrath, Borschemich und Hetzerath werden die Erkelenzer Kameraden beim Umzug auch zahlenmäßig unterstützen. Bundesweite Aufmerksamkeit zieht der bereits in 2016 in Erkelenz stattfindende Bundesköniginnentag auf sich. „Hoffentlich können wir in zwei Jahren selbst mit genügend Teilnehmern aufwarten“, erklärt Ilbertz.

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