Bruderschaft St. Martini stellt sich neu auf

Von: Anna Petra Thomas
Letzte Aktualisierung:
10391052.jpg
Einen König gab´s zum Neustart der Bruderschaft in Effeld nicht. Der stellvertretende Vorsitzende Heinz Claßen trug das Königssilber und nahm mit dem neuen Vorstand sowie mit Bürgermeister Manfred Winkens, Pfarrer Thomas Wieners und Bezirksbundesmeister Helmut Winkens die Parade vor der Kirche ab. Foto: Anna Petra Thomas
10385430.jpg
Tradition zeigte die Bruderschaft auch mit ihrer Fahne, die an die Gründung im Jahr 1609 erinnert. Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Effeld. Die Worte, die den Bewohnern von Effeld und Steinkirchen da auf einem schützengrünen Faltblatts mit Schützensymbol vorne drauf ins Haus flatterten, waren hart gewählt: „Wenn Sie möchten, dass dieses Symbol aus dem Effelder Vereinsleben verschwinden soll, dann werfen Sie mich in die Tonne“, stand da zu lesen.

Und weiter: „Wenn Sie aber möchten, dass dieser Traditionsverein bestehen bleiben soll, dann lesen Sie bitte weiter.“

Viele scheinen weitergelesen zu haben, denn am Wochenende war richtig viel los auf der Kirmes der vor mehr als 400 Jahren gegründeten St.-Martini-Schützenbruderschaft Steinkirchen-Effeld. Nicht nur die Schützen, das Trommler- und Pfeifercorps und der Musikverein waren im Festzug unterwegs, sondern auch die anderen Vereine aus dem Dorf. Und die weiteren Veranstaltungen wie der Kirmesball, der Dämmerschoppen, der Maizug und der Kirmesausklang, alle bei freiem Eintritt, waren gut besucht.

Erst vier Wochen zuvor war ein neuer Vorstand gewählt worden, weil es in der Vorstandsarbeit „seit 2012 Organisations- und Nachwuchsprobleme“ gegeben habe, wie in einem offenen Brief des neuen Vorsitzenden Erwin Staas zu lesen war, den auch Ewald Schmitz, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Effelder Vereine (IGEV) unterzeichnet hatte.

Bei einer Versammlung der IGEV im ersten Halbjahr sei bekannt geworden, dass unter Mitwirkung einiger Effelder Vereine an den Kirmestagen ein Vereinsfest veranstaltet werden sollte „und die Schützenbruderschaft sich hieran nicht beteiligen wollte und konnte“. Staas dazu: „Das wäre das endgültige Aus gewesen.“ Das wollten weder Schmitz noch er.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wurde einberufen. Diese hat schließlich zu neuen Perspektiven und Planungen geführt, sowohl personell aus auch inhaltlich. Der ehemalige Ortsvorsteher Staas übernahm die Funktion des Vorsitzenden und Brudermeisters.

Neue Vereinsführung

Sein Stellvertreter wurde der bisherige Vorsitzende Heinz Claßen. Das Amt des Schriftführers bekleidet Manfred Peggen und neuer Schatzmeister ist Daniel Ramakers. Als Beisitzer fungieren Helmut und Ingo Schmitz. Dieser Vorstand ist erst einmal bis zur nächsten satzungsgemäßen Jahreshauptversammlung im Herbst dieses Jahres im Amt. „Was nicht heißen soll – wie fälschlicherweise verbreitet wird –, dass damit dann die Mission beendet sei“, so Staas.

Schon die ersten Vorstandssitzungen hätten gezeigt, dass ein Neuanfang angestrebt werde, „unter Wahrung der traditionellen Aufgaben, aber auch mit neuen, zeitgemäßen Ideen“. Auch er sei bisher der Meinung gewesen, dass Bruderschaften in ihrer Funktion und in ihren Grundsätzen nicht mehr aktuell seien und mittel- bis langfristig einer schweren Zukunft entgegensehen würden.

Doch nach den Erkenntnissen der vergangenen Wochen sehe er das anders, so der neue Vorsitzende. Wer die Lokalteile der Tageszeitungen in den letzten Wochen genau gelesen habe, der habe feststellen müssen, dass sich zwar hier und da Veränderungen, Anpassungen und Neugestaltungen zeigten, dass aber das Interesse und die Bereitschaft zum Schützenwesen nach wie vor in fast allen Ortschaften der nahen und fernen Umgebung sehr hoch sei.

Positiver Blick in die Zukunft

Wenn es keine Bruderschaft mehr gäbe, würde auch den musizierenden Vereinen eine maßgebliche Möglichkeit zur Präsentation genommen werden, gibt Staas zu bedenken. „Und noch eines scheint mir als ehemaligem Ortsvorsteher besonders wichtig: Gerade die Kirmesveranstaltungen und die Festumzüge bieten insbesondere den Neubürgern eine nicht unbedeutende Plattform für die Eingliederung in das Orts- und Vereinsleben.“

Sicherlich habe in vier Wochen Amtszeit vor der Kirmes nicht alles geregelt werden können, räumt Staas in seinem Brief ein. „Meckern, schimpfen und fluchen Sie mit uns und über uns, aber nehmen Sie uns nicht den Willen und den Mut, in unser aller Sinne weiter zu machen.“

Nein, geflucht hat keiner, und die Unterstützung für den Neuanfang der Schützen bei der Kirmes war groß. Da können Staas und sein Vorstand erst einmal positiv in die Zukunft blicken.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert