Braunsrather Orchester erfreut mit Elan und Präzision

Von: Utz Schäzle
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Präsent und beschwingt: das Musikcorps Braunsrath unter der Leitung von Steven Walker beim Frühjahrskonzert in der Festhalle. Foto: Utz Schäzle

Waldfeucht-Braunsrath. In einem neuen, recht mutigen und etwas anderen Rahmen haben sich das Musikcorps Braunsrath und sein Jugendorchester zum Frühjahrskonzert in der Festhalle präsentiert. Die Bühne, die sonst den Musikerinnen und Musikern vorbehalten ist, wurde den Besuchern als Zuschauerplatz überlassen.

Im Saal waren Tischgruppen aufgestellt, und dazwischen nahmen zunächst das Jugendorchester und dann das große Orchester ihren Platz ein. So entstand ein gemütliches Ambiente, das gut zu einem Frühjahrskonzert passte. Musik zum Anfassen, mittendrin sein und einfach nur zuhören und wohltuende Klänge genießen – ds war das neue Konzept, und die Rechnung ging auf, die Festhalle war voll besetzt.

Das Jugendorchester des Musikcorps Braunsrath unter der Leitung von Achim Tholen eröffnete mit dem „Miss Marple“ das Konzert. Mit der „Forrest Gump Suite“ zeigten die motivierten Nachwuchsmusiker gleich zu Beginn, welch gute musikalische Fortschritte sie gemacht haben. Johanna Ohlenforst, Wiebke Schröders und Luis Küppers moderierten locker und gekonnt und versorgten so das Publikum mit interessanten Erläuterungen zu den einzelnen Musikstücken.

Das Posaunensolo „T-Bone Tricks“ wurde hervorragend von Vincent Moll gespielt und war der Höhepunkt im Programm des Jugendorchesters. Danach ging es mit der „Caribbean Variation“ flott weiter, bei dem vor allem das Schlagzeug brillierte. Den Abschluss bildete der gigantische Sommerhit „Let‘s get loud“, mit dem Jenniffer Lopez über Nacht weltberühmt wurde. Lang anhaltender Beifall vom begeisterten Publikum war der verdiente Lohn und forderte so eine Zugabe, die gerne gewährt wurde.

Das Musikcorps Braunsrath unter der Leitung von Steven Walker begann seinen Konzertteil mit dem Königsmarsch von Richard Strauss, hervorragend interpretiert mit rhythmischer und klanglicher Präzision. Die erklärenden Worte zu den einzelnen Stücken moderierte routiniert Michael Clahsen-Houben.

Vom versierten Dirigenten Steven Walker arrangiert, und so dem Orchester „wie auf den Leib geschrieben“, erklang mit vollem ausgeglichenen und weich kultiviertem Orchesterklang der „Feierliche Einzug“ von Richard Strauss. Der eigentlich für Streicher komponierte und für ein Blasorchester gar nicht so einfach zu spielende „Kaiserwalzer“ von Johann Strauss war ein beeindruckender Hörgenuss.

Das folgende Stück des Komponisten Dimitri Shostakovich, „Folk Dances“, hob besonders den kompakten Klang hervor und unterstrich so die herausragenden Qualitäten des Orchesters. Die Rhapsodie des japanischen Arrangeurs Yo Goto „Funiculi Funicula“ beruht auf einer neapolitanischen Canzonetta. Das Thema fordert alle Register des Orchesters gleichermaßen und ist in seiner musikalischen Ausdruckskraft kaum zu überbieten. Locker, leicht und beschwingt und mit enormer Spielfreude interpretierte das Musikcorps Braunsrath das „Great Moments in Cinema“.

Bereits in den 70er Jahren schrieb Altmeister Quincy Jones Filmmusiken und Songs, die heute auch noch hoch aktuell sind. „Soul Bossa Nova “ ist einer dieser zeitlosen Titel, der von den Musikerinnen und Musikern auch im stilistischen Bereich tadellos musiziert wurde. Mit dem reizenden Paso Doble des spanischen Komponisten Emilio Ruiz („Churumbelerias“) beendete das sinfonische Blasorchester sein Frühjahrskonzert 2015.

Helmut Laurs, der erste Vorsitzende des Musikcorps Braunsrath, freute sich über das gelungene Konzert und dankte den Dirigenten, den Musikerinnen und Musikern, dem Publikum und den vielen Helfern, die den Abend zu einem ersten Highlight im musikalischen Jahr hatten werden lassen.

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