Braunkohlegegner schlagen ihre Zelte im Lahey-Park auf

Von: Daniel Gerhards
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Klimacamp in Erkelenz: Klimaschützer schlagen wieder ihre Zelte in Erkelenz auf. Diesmal im Lahey-Park. Foto: Daniel Gerhards

Erkelenz. In Erkelenz soll es in diesem Jahr wieder ein Klimacamp mit mehreren hundert Braunkohlegegnern aus ganz Europa geben. Das Camp findet diesmal auf dem Rasensportplatz am Lahey-Park statt. Das bestätigte Bürgermeister Peter Jansen auf Anfrage unserer Zeitung.

Der Park liegt an der L19 zwischen Kückhoven und Holzweiler, nur wenige Kilometer vom Braunkohletagebau Garzweiler II entfernt. Das Klimacamp findet vom 19. bis 29. August statt.

Lange Zeit war der Standort des diesjährigen Klimacamps nicht klar. Doch nach Aussage des Erkelenzer Bürgermeisters Peter Jansen habe die Stadt den Sportplatz an die Organisatoren vermietet. Im vergangenen Jahr hatten rund 1000 Klimaschützer und Aktivisten der Aktion „Ende Gelände“ ihre Zelte auf einigen Wiesen in Lützerath aufgeschlagen.

Im Klimacamp stehe nach Angaben der Veranstalter vor allem das alternative Zusammenleben im Vordergrund. Es gehe in den geplanten Workshops zum Beispiel um den „Zusammenhang von Klimawandel und Wirtschaft“. Außerdem sollen Aktionen eingeübt werden, wie man die Infrastruktur in einem Braunkohletagebau stören kann.

Erwartet wird auch der nigerianische Umweltschützer Nnimmo Bassey, der Träger des Alternativen Nobelpreises ist. Er soll vorstellen, wie lokaler Widerstand gegen den Klimawandel international vernetzt werden kann. Bassey hat den Alternativen Nobelpreis bekommen, weil er in seinen Werken versucht habe, die Folgekosten der Ölförderung für die Menschheit zu ermitteln und aufzuzeigen.

Im vergangenen Jahr hatten sich die Aktionen Klimacamp und „Ende Gelände“ stark vermischt. Im Camp war für Außenstehende kaum zu erkennen, welchen Camp-Teilnehmern es um alternative Lebensformen ging und welche in erster Linie den Braunkohleabbau stören wollten. Aus dem Klimacamp zogen damals Hunderte Aktivisten zum Braunkohletagebau Garzweiler II. Trotz massiver Polizeipräsenz gelang es mehr als 800 Aktivisten, in den Braunkohletagebau einzudringen.

Eine solche „Ende Gelände“-Aktion soll es dem Vernehmen nach in diesem Jahr in Erkelenz nicht geben. In diesem Jahr konzen-trierte sich „Ende Gelände“ mit seinem Protest auf die Braunkohleförderung in der Lausitz, wo nach Angaben der Klimacamp-Organisatoren 3500 Menschen den Energiekonzern Vattenfall zwangen, zwei Tage lang den Betrieb herunterzufahren.

Ob es andere – wie auch immer geartete – Protestaktionen geben wird, ist bislang unklar. Laut Bürgermeister Jansen gebe es bisher keine Erkenntnisse über eine etwaige Demonstration.

Der Einsatz der Polizei rund um die „Ende Gelände“-Aktion im vergangenen Jahr war im Nachhinein auch Thema im Innenausschuss des Landtages. Viele Aktivisten und einige Journalisten hatten den Einsatz scharf kritisiert. Der Polizei wurde nach dem Einsatz am 15. August 2015 unter anderem vorgeworfen, mit übermäßiger Härte gegen Aktivisten vorgegangen zu sein und mit dem RWE-Werkschutz kooperiert zu haben.

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