Heinsberg - Braun gebrannt nach den Ferien: Ein Horror für jeden Gartenbesitzer

Braun gebrannt nach den Ferien: Ein Horror für jeden Gartenbesitzer

Von: Rainer Herwartz
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Eine kalte Dusche weckt die Lebensgeister auch in der Pflanzenwelt. Detlef Chudziak weiß, worauf es ankommt und welche Pflanzen intensiver gewässert werden müssen. Foto: Rainer Herwartz
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Ausgewiesener Pflanzenexperte Detlef Chudziak weiß, wie viel Wasser wirklich nötig ist, um die Flora im heimischen Domizil am Leben zu erhalten. Foto: Rainer Herwartz

Heinsberg. Die erste Reisewelle des Sommers wird sich mit Beginn der Ferien in Nordrhein-Westfalen am Wochenende in Bewegung setzen. Trotz aller Vorfreude auf die schönen Tage am Urlaubsort dürfte so manchen Garten- oder Balkonbesitzer jedoch die bange Frage umtreiben, ob bei seiner Rückkehr aus südlichen Gefilden nicht nur er, sondern auch seine Blumen und Sträucher daheim mächtig braun geworden sind.

Angesichts der schon seit Wochen herrschenden Trockenheit und Hitze, die sich in der nächsten Woche laut Wetterkundler fortsetzen soll, ist die Sorge nur allzu berechtigt. Vor allem dann, wenn sich niemand in Abwesenheit der Urlauber um deren Pflanzen kümmert.

Fünf Liter pro Quadratmeter

Eines vorweg: 14 Tage ohne jegliche Wasserzufuhr bei dem derzeitigen Wetter dürfte selbst der zähesten Pflanze den Hals brechen. Abgesehen vielleicht von einigen Kakteensorten. Detlef Chudziak, ausgewiesener Pflanzenexperte, Ortsringvorsitzender und ehemaliger Heinsberger Gewerbevereinsvorsitzender, weiß, wie prekär die Lage derzeit ist. Im Juni letzten Jahres habe es 115 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gegeben, erzählt er. Schon nicht üppig. In diesem Jahr seien es aber nur 5 Liter gewesen. In Worten: Fünf!

Chudziak weiß, wie viel Wasser wirklich nötig ist, um die Flora im heimischen Domizil am Leben zu erhalten. Manches dürfte dabei überraschen. „Um den Rasen braucht man sich die wenigsten Sorgen zu machen“, sagt Chudziak. „Er wird zwar jetzt braun, beim Witterungswechsel wird er aber auch wieder grün. Um ihn in der heißen Phase grün zu halten, müsste man allerdings zweimal wöchentlich intensiv wässern. Das bedeutet, etwa 20 Liter pro Quadratmeter. Wer einen Rasensprenger hat, kann die bewässerte Fläche und durchlaufende Wassermenge hier oft ablesen.“

Verdunstungsschutz

Stauden, Gehölze und Bäume bildeten die dauerhaften Pflanzen, die sogenannte Rahmenbepflanzung. „Im Idealfall sind Beete und Flächen aufgelockert und mit einer Schicht aus Rindenmulch oder in der Luxusvariante Pinienrinde abgedeckt. Das ist ein Verdunstungsschutz, der zudem Bodenerosion verhindert und den Unkrautwuchs hemmt“, weiß Chudziak.

Warum es wichtig ist, den Boden an der Oberfläche nicht zu fest werden zu lassen? „Der Boden sollte deshalb aufgelockert sein, weil dadurch verhindert wird, dass Wasser durch eine Kapillarwirkung bis zur Oberfläche aufsteigt und verdunstet.“ Nur einmal pro Woche müssten die so eingesetzten Pflanzen dann mit Wasser versorgt werden, allerdings mit 30 Litern pro Quadratmeter. Die ersten Bäume, die eingingen, seien die Birken, weil diese einen erheblichen Wasserbedarf hätten.

„Die saisonale Wechselbepflanzung von den Begonien über die Geranien bis zu den Fleißigen Lieschen kommt gut über den Sommer, wenn man sie dreimal die Woche mit 20 Litern Wasser pro Quadratmeter versorgt.“ Sparsame Wasserverwerter seien übrigens dickblättrige, fleischige Pflanzen wie zum Beispiel Portolac-Röschen, Dipladenia oder Crassula, die die Feuchtigkeit in sich speicherten, erklärt Chudziak. Doch das ist dann wohl mehr ein heißer Tipp für die nächste Pflanzsaison, damit die Garten- und Balkonbesitzer 2019 wieder entspannt in den Sommerurlaub fahren können.

 

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