Erkelenz/Mönchengladbach - Brandstifter-Prozess ist geplatzt, neues Gutachten soll her

Brandstifter-Prozess ist geplatzt, neues Gutachten soll her

Von: Heike Ahlen
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Im Brandstifter-Prozess wird ein neues Gutachten benötigt. Foto: dpa

Erkelenz/Mönchengladbach. Am Dienstag sollte eigentlich der Prozess gegen einen 43-Jährigen aus Erkelenz laufen. Ihm wird vorgeworfen, im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit am Nachmittag des 7. September 2013 an einem unbewohnten Haus, das seiner Mutter gehörte, Feuer gelegt zu haben.

Dreh- und Angelpunkt des Verfahrens wird die Frage sein, wie schuldfähig oder -unfähig er denn genau zum Zeitpunkt der möglichen Tat war. Bei ihm sind eine schizophrene Psychose sowie eine dissoziale Persönlichkeitsstörung diagnostiziert.

Jetzt liegt der Prozess aber zunächst einmal auf Eis. Das psychologische Gutachten über den Angeklagten gab der Verteidigung Anlass zur Kritik. Es sei zu oberflächlich, monierte der Verteidiger. Wichtige Punkte aus der Biografie seines Mandanten, unter anderem ein längerer Klinikaufenthalt, seien darin völlig unbeachtet geblieben, der Gutachter habe keinerlei Unterlagen aus der damals behandelnden Klinik angefordert.

Die Richter schlossen sich dieser Auffassung an und kamen zu dem Schluss, ein neues Gutachten erstellen zu lassen. Bis das fertiggestellt ist, ruht der Prozess und startet anschließend vor derselben Kammer von vorn.

Der 43-jährige Erkelenzer bleibt zunächst in einer psychiatrischen Landesklinik untergebracht. Die Anklage geht davon aus, dass von ihm weitere Straftaten zu erwarten wären. Die Tat an jenem 7. September hatte erhebliche Folgen. Er soll Pappe, Papier und Nitroverdünnung angezündet und an die Hauswand gelegt haben. Das Feuer erfasste von dort aus ein hölzernes Vordach und fraß sich zum Dachstuhl durch, wodurch das Haus vollständig zerstört wurde.

Nur wenige Tage nach der Tat soll er von einem Krankenhaus aus seine Mutter angerufen und ihr gedroht haben: „Wenn ich hier rauskomme, zünde ich Dein Haus an.“

Für die Polizei und auch die Gerichte ist der Angeklagte kein Unbekannter. Er ist bereits vielfach aufgefallen, allerdings bislang nicht mit Brandstiftung, sondern wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz und Diebstählen.

Termin für Wiederaufnahme

Wann genau der Prozess wieder aufgenommen werden kann, steht nicht fest. Das Gericht muss jetzt einen neuen Gutachter bestellen, der sich in die Akten einarbeiten und mehrere Gespräche mit dem Angeklagten führen muss.

Erst wenn das neue Gutachten vorliegt, kann es dann wieder losgehen.

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