Brandschutzerziehung: Trotz Rauch den Durchblick behalten

Von: Johannes Bindels
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Rauch im Kinderzimmer und Treppenhaus des Rauchdemohauses.
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So anschaulich kann Brandschutzerziehung sein: Bürgermeister Wolfgang Dieder (2.vl.), Ralf Wählen (Mitte), Erika Wählen (2.v.r.), Sabine Zillgens und die Kindergartenkinder am Rauchdemohaus der Feuerwehr mit der Telefonanlage. Foto: Bindels

Heinsberg. In der Städtischen Kindertagesstätte an der Magdeburgerstraße in Heinsberg verhüllte Rauch ein Kinderzimmer – und die Kinder schauten gespannt zu. Den Rauch hatte der Chef der Heinsberger Feuerwehr, Stadtbrandinspektor Ralf Wählen, höchstpersönlich eingeleitet in ein Rauchdemohaus, das in Kooperation von Stadt, Feuerwehr und der Provinzial-Versicherung in Heinsberg angeschafft wurde.

An diesem modernen Lehr- und Lernmittel für die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen konnten die Kinder live verfolgen, welche Folgen ein sich ausbreitender Rauch im Brandfall hat.

Acht Puppenhaus-Zimmer

„Das ist der Chef der Feuerwehr in Heinsberg, und wenn die Feuerwehr gebraucht wird, hören alle auf Herrn Wählen“, stellte Bürgermeister Wolfgang Dieder den Kindern den Leiter der Feuerwehr vor. Erstmals kam das nun im Eigentum der Heinsberger Feuerwehr befindliche Rauchdemohaus im Beisein der Initiatoren und Unterstützer zum Einsatz. Das Rauchdemohaus ist ein mehrstöckiges Haus mit acht eingerichteten Puppenhaus-Zimmern und einem Treppenhaus.

Es ist 80 Zentimeter lang, 45 Zentimeter hoch und 80 Zentimeter breit. Im Haus sind handelsübliche Rauchmelder installiert, die einen weiteren wichtigen Aspekt bei der Brandschutzerziehung betreffen. Alle Zimmer sind optimal von innen beleuchtet. Die Türen innen lassen sich öffnen und schließen und ein Raucherzeuger mit Nebelfluid auf Wasserbasis erzeugt ohne Gesundheitsgefährdung für die Kinder in jedem gewünschten Zimmer eine realistische Verrauchung.

Gespannt verfolgten die Kinder, die das Thema Feuerwehr aktuell mit den Erzieherinnen bearbeiten, wie die Leiterin Erika Wählen mitteilte, dass sich im Kinderzimmer des Rauchdemohauses der Rauch ausbreitete. „Man kann nichts mehr sehen“, bemerkte eines der Kinder beim Anblick des Geschehens. Und als dann auch der Rauchmelder im Demo-Kinderzimmer erschallte, wussten die Kinder dies richtig einzuordnen.

Kindgerecht erarbeitete Ralf Wählen das Erkennen von Gefahrenquellen und das Verhalten im Brandfall. „112, das ist die Feuerwehr“, kannten die Kinder die Notrufnummer. Auch das Anrufen und was dann mitzuteilen sei, konnten die Kinder üben, da sich eine kleine Telefonanlage beim Rauchdemohaus befindet.

Wie die Feuerwehr den Rauch aus dem Haus wieder herausbekommt, ließ sich ebenfalls demonstrieren. Mit einem kleinen Gebläse vor der Haustür und bei geöffneten Fenstern im Demohaus verschwand der Rauch schnell wieder. Fasziniert folgten Jung und Alt den eindrucksvollen Möglichkeiten des Lehrmittels, das auch Jugendliche und Erwachsene nachvollziehen lässt, wie schnell sich Rauch in einem Gebäude ausbreiten kann. Geplant sei deshalb auch der Einsatz in Alten- und Behinderteneinrichtungen, gab Wählen einen Ausblick auf die weiteren Einsatzmöglichkeiten.

Selbstleuchtender Aufkleber

Die lehrreiche und kurzweilige Stunde endete für die Kinder, indem diese einen Flyer von Sabine Zillgens, Mitarbeiterin der Provinzial, mit einem Kinderfinder ausgehändigt bekamen. Der Kinderfinder ist ein selbstleuchtender Aufkleber, der den Rettungskräften im Rettungsfall hilft, Kinder schneller in verrauchten Häusern aufzufinden. Den Aufkleber sollten die Eltern außen auf dem unteren Drittel der Tür zum Kinderzimmer anbringen, gab Ralf Wählen den Kindern noch einen weiteren Tipp mit auf den Weg.

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