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Brachfläche ist Treffpunkt für Kite-Sportler

Von: Stefan Klassen
Letzte Aktualisierung:
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Momentan noch ein ideales Terrain für Kiteskater wie Max Lux: das Areal zwischen der B 57 und Borschemich (neu).

Erkelenz. Scharf pfeift der Wind aus Nordwest. Max Lux muss kräftig zupacken, als er die nächste Böe erwischt. Sie plustert seinen mehrere Quadratmeter großen Lenkdrachen, der fast an einen Fallschirm erinnert, mächtig auf.

Binnen weniger Augenblicke steigt der Lenkdrachen in die Höhe, zerrt an den vier Leinen und zieht den Jugendlichen, der auf einer Art Skateboard steht, plötzlich mit Tempo über die große Wiese. „Das Gelände hier ist super“, sagt er und blickt von der Brachfläche auf das Neubaugebiet Borschemich (neu).

Der Umsiedlungsstandort im Norden der Erkelenzer Kernstadt hat sich binnen kurzer Zeit in der Szene der sogenannten „Kiteskater“ einen Namen gemacht – und zwar ohne eigenes Zutun. „Das hier ist ein interessanter Kite-Spot für Leute aus der ganzen Region“, wie Max Lux sagt. Er, sein Vater und seine Kumpels frönen ihrem Hobby ansonsten gerne auf dem Segelflugplatz im nahen Mönchengladbach-Wanlo, wo das Kiteskating ebenfalls möglich ist. Allerdings: Wenn im Frühjahr wieder die Segelflugsaison beginnt, ist das Areal in Borschemich (neu) für die Sportler umso attraktiver. Was auch den vielen Autofahrern die auf der B 57 von Erkelenz in Richtung Rath-Anhoven unterwegs sind, nicht verborgen bleibt – weithin sichtbar ist das Gelände an der Bundesstraße bei guten Wetterbedingungen mitunter stark von Kiteskatern frequentiert.

Das rund drei Fußballfelder große, mit Gras bewachsene Areal ist allerdings keine öffentliche Grünfläche, sondern in Privatbesitz, wie Ansgar Lurweg, Technischer Beigeordneter der Stadt Erkelenz, betont. Es gehört dem Energieriesen RWE, der die Umsiedlungsfläche derzeit an Landwirte verpachtet hat. So sind Kiter wie Max Lux darauf angewiesen, dass die Ausübung ihres Hobbys auf Toleranz von Eigentümern und Pächtern trifft. Frei nach dem Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter.

Falls nicht irgendwann RWE oder ein Landwirt den Kiteskatern die Rote Karte zeigt, dann könnte die ganz normale Weiterentwicklung des Umsiedlungsstandorts Borschemich (neu) den Kite-Spot zur Vergangenheit werden lassen: Laut Ansgar Lurweg ist das Gelände im Bebauungsplan als Sondergebiet für Unter-Glas-Kulturen – sprich Treibhäuser – ausgewiesen. Derzeit laufen zwischen den Beteiligten Gespräche, ob und wie eine Betriebs-Umsiedlung von Borschemich nach Borschemich (neu) realisiert wird.

Wieder zieht der Wind an. Max Lux lässt seinen Lenkdrachen erneut in den Himmel bei Borschemich (neu) steigen. Es könnte bald das letzte Mal sein. Vielleicht werden er und seine Sportkameraden sich bald einen neuen Kite-Spot suchen müssen.

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