Hückelhoven-Brachelen - Boule-Bahn: Ein „très bon“ vom Fachmann wäre drin

Boule-Bahn: Ein „très bon“ vom Fachmann wäre drin

Von: Ingo Kalauz
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In Eigenarbeit haben die Anwohner der Wohnsiedlung Thomasweg/Cäcilienweg in Brachelen auf dem Gelände des alten Spielplatzes eine neue Boule-Bahn fachgerecht hergestellt. Gespielt wird jetzt schon bei jedem Wetter. Foto: Kalauz

Hückelhoven-Brachelen. Wenn stadtplanerische Grundsatzentscheidungen und individuelle Initiative aufeinandertreffen, kann mitunter etwas Neues entstehen, das überaus sinnvolle gestalterische Kraft entfaltet. In der Wohnsiedlung Thomasweg/Cäcilienweg in Brachelen kann man so etwas sogar spielerisch erfahren.

Dort ist vor einigen Jahren auf einer überaus hübschen, von Bäumen umrandeten kleinen Fläche ein Spielplatz für Kleinkinder aufgegeben worden. Hintergrund der Entscheidung des Rates und der Spielplatzkommission der Stadt war damals, statt vieler kleiner, unattraktiver Kleinkinderspielplätze künftig Schwerpunktspielanlagen zu schaffen und die auch attraktiv und kindgerecht zu „möblieren“ und zu gestalten. Also wurde die kleine Spielanlage am Thomasweg/Cäcilienweg abgebaut und in unmittelbarer Nähe des Wohnbereiches eine größere und einladende Spielanlage am Oeldriesch/Schwarzer Weg eingerichtet.

Die Idee nimmt Form an

„Vor etwa zwei Jahren kamen einige Bewohner aus der Nachbarschaft auf die Idee, auf der jetzt kahlen Grünfläche eine Boule-Bahn zu bauen“, sagt Heinz-Josef (Juppi) Schmitz. Zusammen mit seinem Nachbarn Rainer Lohuis entwickelte er die Idee weiter, man sprach bei dem ein oder anderen Gartenfest und sicher auch dem ein oder anderen Bierchen darüber mit anderen Nachbarn, die Idee nahm immer konkretere Formen an – und Mitte Mai lud man alle Anwohner des Wohngebietes zu einer Versammlung ein, um zu testen, ob die Idee einer Boule-Bahn auf dem ehemaligen Spielplatzgelände auf fruchtbaren Boden fällt. „Zur ersten Versammlung kamen etwa 20 Anwohner, bei der zweiten im September waren es schon deutlich mehr“, sagt Rainer Lohuis, der darin ein untrügliches Zeichen sah, dass die Idee auf fruchtbaren Boden gefallen war. Auch von Seiten der Stadt und namentlich des Bürgermeisters wurde der Plan handfest unterstützt.

Nachdem verschiedene Formalien wie grundstücksrechtliche Klärungen und der Abschluss eines sogenannten Gestattungsvertrages zwischen der Stadt und den Initiatoren geklärt waren, gingen die Männer an die Arbeit. „Die Frauen haben uns dabei mit Getränken und anderen Leckereien tatkräftig unterstützt“, schmunzelt Juppi Schmitz. So wurde in relativ kurzer Zeit eine 14 Meter lange und 3,40 Meter breite Boule-Bahn so fachgerecht hergestellt, dass sie jedem französischem Fachmann ein Zungenschnalzen und den Kommentar „Oui, oui, c‘est très bon“ abnötigen würde. „Die Boule-Bahn ist jetzt der Mittelpunkt der Grünanlage, und an den Bänken an der Seite und der Rundbank um den Baum kann man dem Spiel zugucken“, sagt Rainer Lohuis.

Das Spiel, das sich im Französischen Pétanque nennt und dort oft in Parkanlagen oder im Zentrum der Ortschaften mit Baumbeständen gespielt wird, ist im Grunde genommen das kindliche Murmelspiel für Erwachsene: Kugeln werden so nah wie möglich an ein Ziel geworfen, möglichst näher als der Konkurrent oder die andere Mannschaft.

Bald ein neuer Verein?

„Natürlich können auch Interessierte, die nicht in Brachelen wohnen, das Spiel auf der Bahn hier spielen“, sagt Juppi Schmitz. Allerdings müssen sie ihre eigenen Kugeln mitbringen. Und ja, man habe auch schon daran gedacht, einen neuen Verein zu gründen, sagt Rainer Lohuis: „BVB – Brachelener Boule-Verein“. Da greifen dann wahrscheinlich auch eingefleischte Fußballfans zur etwas kleineren, aber dafür handlichen Kugel.

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