Bosau krönt Kubb-Karriere mit WM-Titel

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
10640412.jpg
Siegerwurf von Wolfgang Bosau, Siegesfreude und Siegertrophäe: Das Kubb-Team „Gipfelstürmer & Freunde“ hat mit dem ehemaligen Erkelenzer Lehrer im schwedischen Götland den WM-Titel geholt.
10640431.jpg
Siegerwurf von Wolfgang Bosau, Siegesfreude und Siegertrophäe: Das Kubb-Team „Gipfelstürmer & Freunde“ hat mit dem ehemaligen Erkelenzer Lehrer im schwedischen Götland den WM-Titel geholt.

Erkelenz. Nach dem Weltmeistersommer 2014 gibt es für Fans des Freizeitsports Kubb wieder ein Sommermärchen. Der Erkelenzer Wolfgang Bosau und das Team „Gipfelstürmer & Freunde“ setzten sich im schwedischen Götland gegen die Weltelite im Kubb durch.

Mit Bosau und seinem Team geht der Weltpokal schon zum dritten Mal in Folge nach Deutschland. Für Schweden ein ähnliches Trauma wie die 7:1-Pleite der brasilianischen Kicker bei der WM in ihrem Lande.

Kubb ist als Familien- und Freizeitsport in Deutschland zwar auf dem Vormarsch, doch sieht man es oft noch eher im Bereich Partyspaß. Eine wachsende Gemeinde nimmt Kubb aber durchaus ernst, einige entwickeln sogar ein sportliches Sendungsbewusstsein. „Ich will den Sport hier in der Region bekannter machen“, sagt der pensionierte Lehrer Bosau. Mit seinem Ruhestand begann auch bald die Leidenschaft für das aus Schweden stammende Spiel, das auch gerne scherzhaft als „Wikingerschach“ bezeichnet wird. „Handball und Volleyball waren nichts mehr für mich“, sagt der 67-jährige. Ganz ohne Sport wollte er aber auch nicht.

Auf die Weltmeisterschaft in Götland hatte sich Bosau gewissenhaft und mit sportlichem Ehrgeiz vorbereitet. Allein in diesem Jahr spielte er 14 Turniere und nahm an Meisterschaften teil, wenn er nicht gerade irgendwo im Park oder auf der Wiese am idealen Wurf feilte.

Ins deutsche Team für die Weltmeisterschaft wurde er vom Berliner Kubb-Weltmeister Heiko Kreuzburg berufen. Der setzte bei Bosau vor allem auf seine Erfahrung. Denn als ehemaliger Sportlehrer und Trainer kennt er sich aus und besitzt Ausdauer. Die braucht man vor allem, um zu den Turnieren zu kommen. Denn in der Region gibt es neben Bosaus Club BSV Kubb Erkelenz noch Clubs in Hückelhoven und Linnich. Zu den Turnieren geht es daher schon mal bis Belgien oder in den Osten Deutschlands, wo das strategische Wurfspiel mit den Holzstäben um den Kopf des Königs schon mehr Anhänger gefunden hat.

Knapp 180 Mannschaften

Bevor es nach Schweden ging, absolvierte das Team noch ein Trainingslager in Berlin, um optimal vorbereitet zu sein. Denn auf dem Feld musste jeder Wurf sitzen, um sich bei knapp 180 gemeldeten Mannschaften durchzusetzen. „Je weiter wir kamen, desto exotischer wurde ich“, erzählt Bosau. „Denn unter allen vorderen Teams war ich der älteste Spieler.“ Und so wurde er im Finale nicht nur von den eigenen Fans mit „Opi, Opi!“ angefeuert. Der Konzentration tat das aber keinen Abbruch, und so schaffte er es schließlich, den König in der Mitte des Feldes zu treffen und das Spiel für sich zu gewinnen.

„Es war ein unbeschreibliches Gefühl, die Trophäe in der Hand zu halten und zu wissen, dass man der Beste ist“, schwärmt er. Realistisch räumt er aber ein, dass es nach einem zehnstündigen Turniertag auch eine Frage der Kondition und der Koordination war. „Wir konnten uns keine Fehlwürfe erlauben“, sagt er. „Da musste alles sitzen.“ Und es saß. Der begehrte Pokal geht nach Deutschland und will im kommenden Jahr verteidigt werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert