Bohrpionier: Dem Mythos Anton Raky auf der Spur bleiben

Von: Helmut Wichlatz
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Die Mitglieder des Heimatvereins der Erkelenzer Lande stellten druckfrisch die Broschüre über den Bohrpionier Anton Raky vor. Im Bild von links: Hubert Rütten, Christoph Stolzenberger, Vorsitzender Günther Merkens, Geschäftsführer Theo Görtz und Rainer Merkens präsentieren die neue Broschüre. Foto: Sommer

Erkelenz. Der „Mythos Raky“ hielt im vorigen Jahr die Stadt und die Region in Atem. Die Ausstellung des Heimatvereins im Haus Spiess kann durchaus als Erfolg verbucht werden. Daran anknüpfend erscheint nun rechtzeitig zu Rakys 70. Todestag am 22. August eine Broschüre zur Ausstellung, in der die Fakten und Dokumente zusammengefasst und redaktionell bearbeitet sind.

Auf hundert Seiten kann der Leser mehr erfahren über diesen Industrie- und Technikpionier, der von Erkelenz aus mit seiner Bohrtechnik und anderen Erfindungen die Welt zu verändern half. Rainer Merkens, Hubert Rütten und Christoph Stolzenberger haben die Broschüre zusammengestellt, die nun in der Geschäftsstelle des Heimatvereins für fünf Euro erhältlich ist.

„Die Bitte wurde von Ausstellungsbesuchern an uns herangetragen“, erklärte Rainer Merkens bei der Vorstellung der Broschüre im Stadtarchiv. „Die Besucher wollten in Ruhe und Schwarz auf Weiß noch einmal die Fakten zu Raky nachlesen können.“

So setzten sich die drei zusammen, um das erworbene Wissen um den Bohrpionier auch für die Nachwelt zu dokumentieren. Das Ergebnis knüpft nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch an die Ausstellung an. Das A4-Format ist den Fotos und Bildern geschuldet, die sich so besser präsentieren lassen.

Ein erläuterndes Vorwort

Die Broschüre enthält sieben Kapitel über das Leben und Wirken Rakys. Ergänzt ist sie um ein erläuterndes Vorwort der Autoren, den Eröffnungsvortrag Erzählungen rund um Raky und eine Auflistung der Ausstellungsexponate sowie Quellen- und Bildnachweise.

Einem Teil der Auflage wird gegen einen Aufpreis noch eine DVD beigefügt, die auch das Register des Stadtarchivs zum Thema Raky und die Filme zur Ausstellung enthält, die vom Erkelenzer Grafiker Willi Wortmann animiert wurden. Die DVD ist nach ihrer Fertigstellung auch im Stadtarchiv einzeln zu bekommen.

Für die Erstellung der Broschüre wurde auch im Ausland recherchiert, wobei die deutschen Botschaften in Frankreich und Ungarn sehr hilfreich waren, betonte der Geschäftsführer des Heimatvereins, Theo Görtz. Die Ausstellung war zwischenzeitlich auch auf Reisen, wie der Vorsitzende Günther Merkens hervorhob. Von Mai bis Juli war sie zuerst in Salzgitter im Städtischen Museum Schloss Salder und dann in Nienhagen bei Celle im Rathaus zu sehen.

Der Film über Raky, der ein Kernstück der Erkelenzer Ausstellung war, hat es sogar bis ins französische „Musée de Petrol“ im elsässischen Merkwiller-Pechelbronn, einem Pendant zum Deutschen Erdölmuseum in Wietze bei Celle, geschafft. Doch damit nicht genug.

Der in Wien lebende Enkel Rakys, Stephan Paryla-Raky, hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Film über seinen bekannten Großvater zu drehen. Verhandlungen mit einem Produzenten über den Stoff seien schon in vollem Gange, erklärte Merkens. Auf das Interesse an seinem Großvater kam der Schauspieler über den Erkelenzer Heimatverein.

Am Samstag werden im Rathaus 13 Nachfahren Rakys zu einem offiziellen Besuch erwartet. Nach dem Empfang im Rathaus geht es weiter zu einer Betriebsbesichtigung bei Aker Wirth, der ehemaligen „Bohr“, mit der Rakys Verbindung zu Erkelenz Anfang des 20. Jahrhunderts begann.

Zum Besuchsprogramm gehören auch die Reste der nie vollendeten Raky-Villa in Dalheim und des ehemaligen „Schwarzen Schwan“ in Erkelenz an der Aachener Straße, das eines der Stammlokale Rakys war. 2014 geht es für den Heimatverein getreu dem Motto der Ausstellung „Von Erkelenz in die Welt“ auf Rakys Spuren nach Rumänien. „Die Person Anton Rakys ist gerade wegen ihrer Vielfalt auch heute noch für junge Menschen faszinierend“, erklärte Christoph Stolzenberger

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