Blühende Landschaft für die Nachkommen

Von: ch
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Manfred Breßen (S-Bauland) Bernhard Conzen (Kreisbauernschaft) Toni Nießen (Landwirt) Albert Heitzer (Ortsvorsteher) Wolfgang Dieder (Bürgermeister) Stephan Miseré (Stiftung Rheinische Kulturlandschaft). Foto: Heldens

Heinsberg-Dremmen. Auch wenn die auf den ersten Blick unscheinbare landwirtschaftliche Fläche in Dremmen sicher nur wenigen Vorbeikommenden auffallen würde: In ihr steckt etwas Besonderes. Bei näherem Hinsehen kann man schon die ersten grünen Spitzen der im Spätsommer eingesäten Gräser und Kräuter sowie manchen frisch gepflanzten Obstbaum erkennen.

Wie dieses Fleckchen Natur mit der Entstehung neuer Häuser zusammenhängt, hat Bürgermeister Wolfgang Dieder erklärt: „Im Rahmen der Aufstellung eines Bebauungsplanes, wie ,Am Welkesberg‘ in Dremmen, haben wir schon bei den Planungen sorgfältig überlegt, wie man der Natur etwas für die verlorengegangene Fläche zurückgeben kann“. Für einen solchen sogenannten naturschutzfachlichen Ausgleich werden meist landwirtschaftliche Flächen herangezogen und mit Wald aufgeforstet. Doch dadurch verliert der Landwirt seine Flächen für Nahrungs- und Futtermittelanbau. Dies kann für den Betrieb schwere wirtschaftliche Folgen haben, zumal für das Baugebiet oft auch schon Flächen verloren gingen.

Tiere verlieren Lebensraum

Und auch mit Aufforstung ist der Natur nicht in jedem Fall geholfen. Denn Tier- und Pflanzenarten, denen durch das Baubegiet der Lebensraum genommen wurde, finden im neu angepflanzten Wald weder Nahrung noch Brutplätze,da sie sind in ihrer Lebensweise auf eine offene Landschaft angewiesen. „Diese Problematik lässt sich aber lösen, wenn man die Landwirte in die Planungen mit einbezieht und gemeinsam überlegt, wie man den naturschutzfachlichen Ausgleich zusammen mit der Landwirtschaft gestalten kann“, erklärt Bernhard Conzen, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Heinsberg, Vizepräsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes und Mitglied im Rat der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft. Dafür habe der Rheinische Landwirtschafts-Verband eine Naturschutzstiftung, die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, gegründet. „Sie entwickelt Konzepte für Ausgleichsmaßnahmen und vermittelt zwischen allen Beteiligten – der Stadt, den Landwirten und der Naturschutzbehörde“, erläutert Conzen. Zudem berät die Stiftung die Landwirte bei der Umsetzung der Maßnahmen und überlegt, welche Naturschutzmaßnahme einerseits erforderlich und andererseits zugleich im Betrieb möglich ist.

Seltene Obstbaumsorten

„Auf dieser knapp einen Hektar großen Fläche wurden Obstbäume alter Sorten gepflanzt – darunter auch besondere wie die Münsterbirne und Schneiders Späte Knorpelkirsche. Damit tragen wir mit dazu bei, dass die fast vergessenen alten Sorten erhalten werden können“, freut sich Stephan Miseré, Bereichsleiter für Ausgleichsmaßnahmen bei der Stiftung. Zudem würden die Bäume in späteren Jahren zahlreichen Tieren einen Lebensraum bieten.

Anton Nießen, Bewirtschafter der Fläche in Dremmen, freut sich, dass eine gute Lösung gefunden wurde: „Das kräuterreiche Gras, das ich eingesät habe, kann ich als Futter für meine Rinder nutzen. Und ich freue mich schon auf die leckeren Äpfel, Birnen und Kirschen alter Obstsorten, die hier gepflanzt wurden.“

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