Hückelhoven - Blick in die Geschichte auch mit viel Heiterkeit

Blick in die Geschichte auch mit viel Heiterkeit

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Schule und Pfarrhaus waren schon früh zentrale Einrichtungen in Kleingladbach, wie diese Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellte Postkarte zeigt.

Hückelhoven. Bevor am Donnerstag, 26. April, der Arbeitskreis Hückelhoven (AK) im Heimatverein der Erkelenzer Lande (HEL) einen Vortragsabend zum Thema Archäologie an Rur, Schwalm und Niers anbietet, traf man sich nun im Pfarrheim Kleingladbach mit (nicht nur) Einheimischen zum Plauderabend über „Geschichte und Geschichten“ aus dem Ort, der bis 1935 Zentralsiedlung der gleichnamigen Gemeinde war.

AK-Leiter Willi Spichartz begrüßte die mehr als zwei Dutzend Interessentinnen und Interessenten und dankte der Kirchengemeinde für die Bereitstellung des Pfarrheims, das neben der Mehrzweckhalle an der Schule der einzige verbliebene öffentliche Raum des Orts sei, Gaststätten gebe es keine mehr, die gesellschaftliche Entwicklung gehe in eine anderen Richtung.

Rita Zurmahr-Tabellion führte als einheimische AK-Mitarbeiterin kenntnisreich ins Thema Kleingladbach ein und stellte dabei heraus, dass der frühere Pfarrer Gerhards vor Jahrzehnten bereits die Zeitzeichen erkannt und mit dem Pfarrheim eine Stätte der Zukunft vor allem für die Jugend geschaffen hatte.

Und dann drehte sich die Unterhaltung, von einer Reihe Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Fotos gewürzt, um die Alltäglichkeiten eines früheren Dorfs – so wurde die Volksschule beleuchtet mit ihrem Rektor Jansen, der als „Erziehungsinstrument“ immer einen Haselnussstock griffbereit hatte. Weiteres Thema war die kommunale Neugliederung 1935, ab der Kleingladbach mit Hückelhoven, Hilfarth und Ratheim zur (Groß-)Gemeinde Hückelhoven zusammengelegt wurde.

Gut vorbereitet zeigte sich ein Teil der Interessenten in Hinsicht auf plattdeutsche Begriffe und deren Deutung, vor allem Straßen- und Flurnamen wie „De naate Hei“, „Am Knupp“, „De Dell“ und eine Reihe weiterer Bezeichnungen, die für einige der Teilnehmer doch ziemlich neu waren. Köstlich eine Geschichte, in der ein Junge eine Ziege zum Bock bringen musste, um für Nachwuchs zu sorgen – der Bock versagte auf der ganzen Linie und sorgte damit noch 2016 für erhebliche Heiterkeit im Pfarrsaal.

Aber auch das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte blieb nicht außen vor: Ein Teilnehmer berichtete, dass im Jahr 1944 ein Mensch aus Kleingladbach mit einem Leidensgenossen aus Heinsberg-Straeten als „unwertes Leben“ von den Nationalsozialisten umgebracht worden sei.

AK-Mitarbeiter Werner Franz hatte eine Reihe von alten Plänen mitgebracht, aus denen sich die Entwicklung der Zeche Sophia-Jacoba erkennen ließ, vor allem vom ersten Baudirektor der Zeche, dem gebürtigen Schweizer Emil Emanuel Strasser, der alle Bergmannssiedlungen in der 1920er Jahren entworfen hatte. Bekannt war, dass Strasser in Kleingladbach wohnte, eine Teilnehmerin konnte ein Foto vorweisen, das aller Voraussicht nach dessen Wohnhaus zeigt, es wurde 1975 abgerissen.

Die örtliche „Nationalhymne“ mit dem Refrain „Kleinjladbach is et allerschönste Dörp…“ wurde noch gemeinsam gesungen, bevor Rita Zurmahr-Tabellion einen informativ-unterhaltsamen Abend schließen konnte.

Die AK-Mitarbeiter nahmen den Wunsch mit, diesem Abend einen weiteren folgen zu lassen. Dies wurde auch vom AK-Leiter Willi Spichartz zugesagt, aber mit der Feststellung, dass man erst noch weitere Stadtteile erstmals mit „Geschichte und Geschichten aus…“ besuchen will, bisher seien Ratheim, Brachelen, Altmyhl und eben Kleingladbach an der Reihe gewesen.

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