Blasorchester liefern großartiges Neujahrskonzert

Von: Utz Schäzle
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Leckerbissen der symphonischen Blasmusik haben der Instrumentalverein Karken und die Harmonie Concordia Melick in ihrem 20. Neujahrskonzert im Programm. Foto: us

Heinsberg/Oberbruch. Es war ein fantastisches Neujahrskonzert, das die beiden Blasorchester in der Festhalle Oberbruch boten. Um an die Erfolge der letzten neunzehn Konzerte anknüpfen zu können, boten der Instrumentalverein Karken (IVK) unter der Leitung von Mark Partouns und die Harmonie Concordia Melick unter der Leitung von Roger Niese Highlights der verschiedensten Musikrichtungen von Unterhaltung über Moderne bis hin zur Klassik.

Die Begrüßung der Konzertgäste und der Aktiven war dem Vorsitzenden des IVK Manfred Kamps vorbehalten. Durch das Programm führte Marion Frenken, die zu den vielen Musikstücken, Komponisten und Musikrichtungen ausführliche Erklärungen parat hatte.

Mit dem festlich, feierlichen „Königsmarsch“ eröffnete der Instrumentalverein Karken das Konzert. „In tiefster Ehrfurcht Seiner Majestät dem Kaiser und König Wilhelm II. gewidmet“ führt Richard Strauss in der Partitur dieses Marsches an. So wurden die Besucher des Neujahrskonzertes in der voll besetzten Halle mit auf eine musikalische Reise genommen, die über Österreich, Italien und Schottland führte.

Die Ouvertüre „Giovanna d‘Arco“ von Giuseppe Verdi wurde ursprünglich für ein klassisches Orchester komponiert und nachträglich für ein Blasorchester umgeschrieben. Klanglich ausgewogen, dynamisch differenziert und technisch versiert musizierten die Karkener Musikerinnen und Musiker. Die einzelnen Instrumentengruppen mit ihren charakteristischen Klangfarben konnten wirkungsvoll hervortreten. In der „Suite from Hymn of the Highlands“ zeichnet der Komponist Philip Sparke drei eindrucksvolle musikalische Bilder der schottischen Highlands.

Es war offensichtlich, wie gut das Zusammenspiel zwischen Dirigent und Musiker funktioniert. Wenige Handbewegungen benötigte Mark Partouns, um „sein Orchester“ sicher zu leiten, um zum Beispiel ein geschlossenes Piano zu erreichen, um damit den Solisten eine gerechte Plattform zu bieten. Überhaupt zeichnete den IVK eine musikalische Geschlossenheit aus, die es verbietet, die vielen Solisten aus den einzelnen Registern zu erwähnen. Mit dem berühmten Reitermarsch von Johann Strauß (Sohn), und mit dem Florentiner Marsch als Zugabe konnte der Instrumentalverein sein begeistertes Publikum in die Pause bitten.

Beeindruckend begann die Harmonie Concordia Melick den zweiten Konzertteil mit dem sehr anspruchsvollen Festmarsch „Coronation“ von Giacomo Meyerbeer. Dirigent Roger Niese gelang es brillant, bereits zu Beginn die Zuhörer in den Bann der Aufmerksamkeit zu ziehen. Auffallend waren die perfekt fließenden Übergänge, durch die ein harmonisches Klangbild dokumentiert wurde, und die souveräne Lockerheit, mit der Orchester und Dirigent ein sicheres Zusammenspiel demonstrierten.

Einen Leckerbissen der symphonischen Blasmusik boten die Melicker mit der „Prism Rhapsody“ für Marimba und Blasorchester, die die japanische Marimbavirtuosin Keiko Abe geschrieben hat. Mit unbändiger Spielfreude und technischer Brillanz agierte der Solist Aron Leijendeckers, dessen Soloauftritt eine Demonstration professioneller Musikalität war.

Doch man muss auch neidlos anerkennen, dass das Orchester an sich schon als ein Solopart anzusehen ist, verstehen es doch die einzelnen Register, sich musikalisch so untereinander zu mischen, dass sie zu einer homogenen Einheit verschmelzen. In der Überleitung zu Gabriella‘s Song zeigte Aron Leijendeckers als „Vollblutmusiker am Marimbaphon“ noch einmal seine Ausnahmequalitäten und das Orchester präsentierte in einem wahren Überfluss an Musikalität das Titellied aus dem Filmklassiker „Wie im Himmel“.

Die Poema sinfonico „El Arca de Noe“ bezeichnet musikalisch die Geschichte der Arche Noah. Der gewaltige Aufzug der Tiere, die feinen Töne, die mehr und mehr anschwollen, ließen die Arche in den Wellen stampfen, um dann in voller Orchesterstärke zu tosen und schließlich mit sanften Tönen die neue Welt zu verkünden. Mit dem Konzertmarsch „Folies Bergere“ endete das Neujahrskonzert.

Mit Standing Ovations dankte das Publikum der Harmonie Concordia Melick, die mit den exzellenten Darbietungen wieder einmal kulturelle und sprachliche Barrieren überwunden hat.

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