Bläser bringen Gänsehaut in die Klasse

Von: Monika Baltes
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Das Blechbläserquintett des WDR Sinfonieorchesters beteiligte sich mit viel Freude und stimmungsvollen Tönen an der Wegberger Realschule am Schulprojekt „Blech und Literatur“. Foto: Koenigs

Wegberg. Ein Plan ist oft von Vorteil, aber „Plan M“ des WDR ist mehr als genial. Plan M steht für „Mehr Musik machen“ und will Kinder und Jugendliche für die Musik und das Musizieren begeistern. Dazu touren die WDR-Profis zu Schulen und Kindergärten in ganz Nordrhein-Westfalen und geben abwechslungsreiche Konzerte für alle Altersklassen.

Ihre eigene Begeisterung für Musik vermitteln sie dem Nachwuchs aber nicht nur in der Region, sondern auch im Kölner Funkhaus oder der Philharmonie. Durch ihre außergewöhnlichen Konzerte ermuntern sie zum Mitmachen und wollen den sprichwörtlichen Funken überspringen lassen. Im Rahmen des Schulprojektes „Blech und Literatur“ war das Blechbläserquintett des WDR-Sinfonieorchesters jetzt an der Edith-Stein-Realschule in Wegberg zu Gast.

Holger Geiser, Musiklehrer an der Realschule, freute sich sehr, die Musiker begrüßen zu können. „Es war unsere zweite Bewerbung, im vergangenen Jahr sind wir leider nicht zum Zuge gekommen“, erklärte er. Das Publikum, 40 Schüler der neunten und zehnten Klassen, die seit Klasse sieben Musik als ihr Hauptfach gewählt haben, war gut vorbereitet. „Wir haben uns mit der West Side Story sehr intensiv beschäftigt“, erläuterte Lehrer Geiser.

Das Blechbläserquintett mit den Musikern des WDR-Sinfonieorchesters Peter Mönkediek und Peter Roth (Trompete), Fred Deitz (Posaune), Ludwig Rast (Horn) und Hans Nickel (Tuba) begab sich mit WDR-Sprecher Eckhard Leue auf Spurensuche nach Verbindungen zwischen Musik und Literatur.

Romeo und Julia

Gespielt wurden Ausschnitte aus Bernsteins Musical West Side Story in Blechbläserfassung und außerdem Parallelen zur wohl berühmtesten Liebesgeschichte der Weltliteratur, nämlich Shakespeares Drama Romeo und Julia, aufgezeigt.

Leue nutzte die Gelegenheit, die gleiche Handlung zu unterschiedlichen Zeiten in grundsätzliche Fragen zu Liebe und Hass einzubetten – „ein zeitloses Thema, das uns Menschen immer beschäftigt hat und immer beschäftigen wird“.

Eine Stecknadel hätte man jederzeit fallen hören, so aufmerksam lauschten die Zuhörer dem kurzweiligen Konzert, das dank Julius Kaufmann an der Technik mit Bildern und Original-Dialogen aus Shakespeares Drama untermalt wurde. „Musik ist eine eigenständige Sprache, die direkt an das Gefühl geht“, hatte Leue vor Beginn des Konzertes ausgeführt und er sollte Recht behalten. Gegen das Gänsehautgefühl, das die Musik-Profis erzeugten, gab es keine Gegenwehr.

Auch die Passanten hören mit

Dieser Meinung war wohl auch ein zufällig am offenen Fenster vorbeigehender Passant, der ein lautes „Bravo“ beisteuerte. Romeo und Julia seien wie Tony und Maria in der West Side Story „über Gräben gesprungen, von denen niemand weiß, wer sie gegraben hat“, lud Leue das Publikum ein, „selber auch über Gräben zu springen“.

Die jungen Zuhörer bedankten sich mit reichlich Applaus für das außergewöhnliche Konzert.

Eine Woche lang sind die WDR-Profis unterwegs und geben in dieser Zeit zehn Konzerte in Schulen. Nach dem Konzert in Wegberg machten sie sich auf den Weg nach Velbert, um das nächste Publikum zu begeistern. „Live-Musik ist durch nichts zu ersetzen, auch das wollen wir den Schülern vermitteln“, betonte Leue.

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