Bläck Fööss-Frontmann Tommy Engel bringt Geschichten mit

Von: Norbert F. Schuldei
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Organisatoren, Sponsoren und Künstler freuen sich schon heute auf das Konzert von Tommy Engel (li.) mit seiner Band in der Aula Hückelhoven. Foto: N. Schuldei

Hückelhoven. Nein, der Auftritt in Hückelhoven ist für ihn absolut kein Problem: „Ich gehe auf die Bühne und erzähle Geschichten.“ Tommy Engel korrigiert sich aber einen Wimpernschlag später: „Oder besser: Wir machen Musik und lassen ein paar Geschichten hier.“

Er kann beides: Musik machen und Geschichten erzählen. Das hat der ehemalige Frontmann der Bläck Fööss längst bewiesen. Beispiele? „En unserem Veedel“ etwa. Oder „Drink doch eene met“. Oder „Mer losse d‘r Dom in Kölle“. Oder „Ming eetste Fründin“. Oder „Et Meiers Kättche“ oder... – kennt jeder. Das sind so die Geschichten, die Engel heute noch immer erzählt. Obwohl er das Kapitel Bläck Fööss vor fast einem Jahrzehnt hinter sich gelassen hat. Verdamp lang her.

Seit 1994 macht er sein eigenes Ding. „Aber in meinem Programm gehört ,En unserem Veedel‘ natürlich dazu. Die Lieder gehören nicht den Fööss und auch nicht mir, die Lieder gehören den Menschen, die Songs verselbstständigen sich“, sagt er. Das seien inzwischen richtige „Volkslieder“ im guten Sinnes des Wortes geworden.

Tommy Engel – „Ich bin kein Engel, ich heiße nur so“ – ist ein waschechter Kölsche Jong, Kölsch pur sozusagen. Er steht seit mehr als einem halben Jahrhundert auf der Bühne. Zu seinem 60. Geburtstag, das war gleichzeitig sein 50. Bühnenjubiläum, ließ die KVB gar einen Straßenbahn mit seinem Porträt bemalen: Da kurvte siebenfach Engels Konterfei durch die Domstadt.

Er hat mit den Bläck Fööss den Karneval gerockt, und er war natürlich mit auf der Bühne, als die Kölner Musikszene beim „Arsch huh, Zäng ussenander“ zum aktiven Widerstand gegen die um sich greifende Fremdenfeindlichkeit und den Rechtsradikalismus aufspielten. Da wird er dann doch ernst, der Tommy Engel: „Der Spruch ,Jeder Jeck is anders‘ kann schwer nach hinten losgehen. Dem Kölner wird ja immer nachgesagt, dass er sehr tolerant ist. Dabei ist er vielleicht eher etwas leichtfertig“, sagt er. Und, fügt er gleich hinzu, „der Kölner leidet darunter, schnell zu vergessen“. Er bezieht das auf den Einsturz des Stadtarchivs, „bei dem zwei junge Menschen im Schlaf auf tragische Weise ums Leben gekommen sind.“ Zusammen mit Künstlerfreunden wird er ihnen ein Denkmal setzen, eine Skulptur aus Stahl. „Meine These ist: Die beiden sind für uns gestorben. Denn es hätte ebenso mich treffen können, ich fahr‘ da jeden Tag dran vorbei.“ Tommy Engel – Du bes Kölle.

Jetzt sitzt der ehemalige Trommler in diversen Rockbands, der Sänger bei den Bläck Fööss und bei LSE (zusammen mit Rolf Lammers und Arno Steffen), der heutige Solist mit Band also hier in Hückelhoven im Café „anders“ und trommelt für seinen Gig in der Aula am 9. März.

Ihm gegenüber sitzt als ausgewiesener Fan der erste Bürger der Stadt. „Ich bin mit Tommy Engel groß geworden“, sagt Bernd Jansen. Und fügt hinzu: „Hat geklappt.“ Ja, die Bläck Fööss und die kölsche Mundart hätten ihn, der heute Bürgermeister ist, schon immer begleitet. Nein, er habe nicht geglaubt, dass „das mit dem Engel hier bei uns klappt“. Man sieht: Auch jemand wie Bernd Jansen kann sich täuschen.

Der Vollblutmusiker Engel schafft den Spagat zwischen ruhigen und rockigen Tönen – kölsche Tön allemal. Begleitet wird er am Klavier von seinem musikalischen Partner Jürgen Fritz (der übrigens Gründungsmitglied von „Triumvirat“ war) plus Band.

„Dat wird bestimmt ein toller Abend hier in Hückelhoven“, sagt er. Und schaut dabei in die Runde. „Ja, wat soll ich sonst sagen?“ Nichts. Versprochen ist versprochen. Tommy Engel ist einer, der keine Flügel braucht, um zu verzaubern. Am 9. März bei seinem Gastspiel in der Aula des Gymnasiums kann er es beweisen.

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