Biogasanlage: Auch Zweifel an der Projektidee

Von: kl/hewi
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„Da haben Sie aber einiges zusammengetragen“, stellte Bürgermeister Reinhold Pillich fest, als eine Abordnung der Bürgerinitiative „Pro Wasser und Umwelt Gripekoven“ im Wegberger Rathaus eine Mappe mit 978 Unterschriften gegen die Metangasfabrik überreichte. Foto: Koenigs

Wegberg. Mit Spannung verfolgen viele Anwohner von Gripekoven die Sitzung des Wegberger Stadtrates am Dienstag um 19 Uhr im Rathaus. Dann fällt eine Vorentscheidung über den Bau einer Biogasanlage in Gripekoven, gegen den die Initiative „Pro Wasser&Umwelt Gripekoven“ zu Felde zieht. Geplant ist, so die Vorlage der Verwaltung die Produktion von drei Millionen Kubikmeter Bioerdgas.

Entstehen sollen acht Silos mit einem Durchmesse von 32 Metern und einer Höhe von elf Metern. Weiter heißt es in der Vorlage, dadurch könnte der Gesamtenergiebedarf für 2000 vierköpfige Familien pro Jahr erzeugt werden.

Die „Arbeitsgemeinschaft Nachhaltiges Biogas“, zu der unter anderem die Gelsenwasser AG Gelsenkirchen, die Stadtwerke Wesel und das Beratungsunternehmen Arcanum Energy aus Unna gehören, will das von der Biogasanlage erzeugte Biogas abnehmen, vor Ort auf Erdgasqualität aufbereiten und in das Erdgasnetz der NEW einspeisen. Im Zentrum der Projektidee der Arge Biogas „steht der Nachweis, dass die Herstellung von Biogas unter den Anforderungen des Grundwasserschutzes sowie selbstverständlich unter Einhaltung aller Umweltauflagen möglich ist“, heißt es in einem Schreiben der Arge.

Nachdem die „grundsätzliche Machbarkeit“ attestiert worden sei, hat die Wegberger Stadtverwaltung „keine Bedenken zur Einleitung der Bauleitplanverfahren“.

An anderer Stelle heißt es in der Verwaltungsvorlage für den Stadtrat.: „Für die Anlieferung der Biomasse und Abtransport der Gärreste sind circa 1000 Fuhren pro Jahr erforderlich.“ Das ist ein Kritikpunkt der Gegner dieser Anlage, die ganz andere Zahlen haben. In einem Vortrag von Arcanum bei einer Informationsveranstaltung für Ratsmitglieder sei etwa die Rede von 3000 bis 4100 „Fahrzeugbewegung“. Dafür seien die Straßen aber nicht ausgelegt.

Nach Ansicht der Kritiker ist außerdem der Abstand von 200 Metern zur Wohnbebauung nicht ausreichend und sei die Anlage in einem Wasserschutzgebiet problematisch bis unzulässig.

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