Wassenberg - Betty-Reis-Gesamtschule: Kein Jubiläum ohne Ein-Stimmen-Mehrheit

Betty-Reis-Gesamtschule: Kein Jubiläum ohne Ein-Stimmen-Mehrheit

Von: Anna Petra Thomas
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Auf das Jubiläumsjahr 2015 freuen sich Thomas Kranz, Dr. Karin Hilgers, Helmut Frohn und Dr. Ludger Herrmann (von links). Foto: anna

Wassenberg. Für die Betty-Reis-Gesamtschule in Wassenberg steht das gerade begonnene Jahr 2015 ganz im Zeichen ihres silbernen Jubiläums. Projektwoche, Schulfest sowie Festakt und Festschrift sind derzeit geplant, um das 25-Jährige Bestehen in den Blickpunkt zu rücken.

Am 1. August 1990 nahm die Gesamtschule noch ohne Namen ihren Betrieb auf. Die Namensgebung erfolgte erst ein Jahr später. Bereits von Anfang an dabei war als Symbol jedoch der Elefant, angelehnt an Berthold Brechts Geschichten über Herrn Keuners Lieblingstier.

Diese erste Gesamtschule im Kreis Heinsberg aufzubauen, sei damals eine sehr mutige Entscheidung gewesen, erklärt Dr. Karin Hilgers bei der Vorstellung des Jahresprogramms zum Jubiläum. Von „sozialistischer Einheitsschule“ sei damals noch die Rede gewesen“, so Dr. Ludger Herrmann, der didaktische Leiter der Schule. „Ganz zu schweigen von Ganztagsunterricht und Freiarbeit.“

Engagiert für die Einrichtung einer Gesamtschule hätten sich Lehrer und Eltern, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), aber auch die katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), so Hilgers. Viele Kommunen hätten die Gesamtschule abgelehnt, und auch in Wassenberg sei die Entscheidung damals nur mit der Mehrheit einer Stimme gefallen.

Untergebracht war die neue Gesamtschule zunächst in Räumlichkeiten bestehender Schulen, vor allem denen der Hauptschule und der Realschule in Wassenberg. „Mit Klassen in Myhl hat der Unterricht angefangen“, so die Schulleiterin weiter. Als sie 1993 gekommen sei, habe die Schule gerade den Neubau bezogen. Heute seien in den Räumen der ehemaligen Hauptschule die Verwaltung und die Räume für die Naturwissenschaften untergebracht. Die ehemalige Realschule sei in ein Gebäude für die Oberstufe umgewandelt worden.

Mit 180 Schülern ging die neue Gesamtschule 1990 gleich sechszügig an den Start. Zwölf Lehrer zählte das erste Kollegium, dazu abgeordnete Lehrer aus der Hauptschule. So war Sepp Becker seinerzeit nicht nur Rektor der Hauptschule, sondern auch stellvertretender Schulleiter an der Gesamtschule. Ihr erster Leiter war Heinrich Spiegel.

Heute ist die Gesamtschule weiterhin sechszügig. Sie hat insgesamt 1350 Schüler und mehr als 100 Lehrer. „Damit sind wir zugleich einer der größten Arbeitgeber in Wassenberg“, bemerkt Helmut Frohn, der stellvertretende Schulleiter. Stolz ist die Gesamtschule aber auch darauf, dass jedes Jahr mehr als 100 Schüler in die Oberstufe gehen, darunter auch viele Schüler, die dafür eigens auf die Wassenberger Gesamtschule wechseln.

„Dennoch sind wir auch weiterhin eine Schule für alle“, erklärt Herrmann und verweist auf die bereits vor drei Jahren begonnene Inklusion. Längeres gemeinsames Lernen halte die Wege offen, ergänzt Hilgers. Viele Schüler würden an der Gesamtschule einen höheren Abschluss erreichen als den, der ihnen von der Grundschule prognostiziert worden sei.

Dabei hilft auch die Zusatzausbildung von Lehrkräften. So hat zum Beispiel eine Lehrerin der Schule die Möglichkeit, Schüler bei einem Verdacht auf Dyskalkulie zu testen und im Falle des Falles auch die weitere Betreuung und Förderung zu organisieren. Als „Rundumpaket“ bezeichnet das Herrmann. „Wir nehmen den Schüler hier nicht als Schüler, sondern als Menschen wahr“, betont er. Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch der Gesundheitsaspekt, für den die Schule bereits mehrfach ausgezeichnet wurde.

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