Besser als befürchtet: Pro-Kopf-Verschuldung knapp 1500 Euro

Von: kalauz
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ARCHIV - ILLUSTRATION - Euro-Münzen sind am 13.01.2010 in Köln (Nordrhein-Westfalen) gestapelt. Wegen sprudelnder Einnahmen haben die Bundesländer 2013 deutlich weniger Schulden gemacht als im Jahr zuvor. Die Länder schlossen das Jahr mit einem Defizit von 485 Millionen Euro ab - 2012 lag es noch bei etwa 5,6 Milliarden. Foto: Oliver Berg/dpa (zu dpa "Bundesländer machen 2013 deutlich weniger Schulden" vom 05.02.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Hückelhoven. „Es war ein ganz normales Jahr.“ Als Kämmerer Helmut Holländer mit diesen Worten das Haushaltsjahr 2015 in der letzten Sitzung des Stadtrates vor der Sommerpause im Jahr 2016 umschreibt, wird klar, wie schwierig das Jahr davor aus Sicht des Finanzchefs für die Stadt Hückelhoven gewesen ist.

„Mit einem Verlust von mehr als fünf Millionen Euro wurde im Jahr 2014 nicht nur die Ausgleichsrücklage in vollem Umfang in Anspruch genommen“, sagte Holländer. „Darüber hinaus war es erforderlich, die Allgemeine Rücklage zur Finanzierung des Verlustes in Höhe von 4,774 Millionen Euro in Anspruch zu nehmen“. Zum ersten Mal schaffte es die Stadt im Jahr 2014 also nicht einmal, ein zumindest fiktiv ausgeglichenes Jahresergebnis zu erwirtschaften.

Schnee von gestern, Strich unter das Jahr 2014 – das vergangene Jahr 2015 schließt entgegen der Haushaltsplanung , die von einem Verlustergebnis von fast vier Millionen Euro ausging, um fast eine Million Euro besser ab: „Der Verlust für das Haushaltsjahr 2015 beträgt 2.957.901,36 Euro“, sagte der Kämmerer, als er den vom Bürgermeister bestätigten Jahresabschluss für das Haushaltsjahr 2015 den Stadtverordneten erläuterte, um ihn dem Rechnungsprüfungsausschuss zur Prüfung zuzuleiten.

So erfreulich die Tendenz auch ist – Wermutstropfen gibt es dennoch. Zum Beispiel stieg die Pro-Kopf-Verschuldung im Jahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 44 Euro auf jetzt 1496 Euro, mit denen jeder Bürger haushaltstechnisch belastet ist.

Außerdem reduziert sich das Eigenkapital, also die Allgemeine Rücklage, der Stadt erneut: „Entgegen der Prognose wird aufgrund des verbesserten Abschlusses jedoch erreicht, dass das Eigenkapital noch den Wert von 90 Millionen Euro überschreitet“, sagte Helmut Holländer.

Aber es gäbe, so Holländer, auch guten Grund, optimistisch nach vorn zu schauen: „Der Trend, der durch den Jahresabschluss 2015 eingeleitet wird, wird sich auch im Jahr 2016 fortsetzen.“ Die Einnahmen der Stadt entwickelten sich „überplanmäßig gut“, besonders bei der Einkommenssteuer sei dank der guten Konjunktur ein Plus zu erwarten, auch die Gewerbesteuereinnahmen entwickelten sich so oder gar besser, als man das geplant hatte.

Ein Fragezeichen für die künftige Finanzlage der Stadt wird durch die Asylbewerber gesetzt. Hückelhovens Kämmerer fand dafür klare Worte in Richtung Berlin: „Der Bund muss seine Zusage einhalten, dass er die Kosten der Unterkunft für anerkannte Asylbewerber in vollem Umfang übernimmt und nicht, auch nur teilweise, auf die Kommunen abwälzt.“ Unter dieser Voraussetzung dürfte sich die „finanzielle Situation der Stadt Hückelhoven künftig weiter entspannen“.

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