Benefizkonzert soll den 205 Flüchtlingen helfen

Von: kalauz
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Hückelhoven. Diese „Dimension der Nächstenliebe“ mache ihn „mächtig stolz“, sagt der Bürgermeister; die „Welle der Hilfsbereitschaft“, sagt der Sozialamtsleiter, „ebbt nicht ab“; die „Menschen verändern sich, die Stadt verändert sich auch“, sagt die Initiatorin. Die heißt Birgit Latour und hatte die Idee für ein Benefizkonzert der Flüchtlingspaten Hückelhoven in der Aula der Stadt.

Zugunsten der Asylsuchenden und für die Paten, die diese Menschen in Hückelhoven an die Hand nehmen, damit sie sich in ihrem neuen kulturellen Umfeld zurechtfinden.

Für 205, wie Bürgermeister Bernd Jansen sie nennt, „Flüchtlinge“ hat man augenblicklich eine Bleibe gefunden oder geschaffen. 205 Schicksale, für die man zumindest temporär Verantwortung übernommen hat. So wird das in der Stadt, die über viele Jahrzehnte der Kohleförderung die Integration ausländischer Staatsbürger gelebt hat, verstanden. Für Jansen ist die Kohlevergangenheit der Stadt ein wesentlicher Grund dafür, dass „die Hemmschwelle im natürlichen Umgang mit Ausländern hier ganz niedrig liegt“. Und das, sagt der Bürgermeister, „finde ich ganz toll“.

Erste Anlaufstelle für die Asyl suchenden Menschen, die oft direkt aus Kriegsgebieten nach Hückelhoven kommen, ist das Sozialamt. „Ich hätte nie gedacht“, sagt dessen Leiter Heinz-Josef Schmitz, „dass sich innerhalb nur eines Jahres für diese Menschen 36 Paten ehrenamtlich engagieren würden.“ Für ihn ist deren „Arbeit“ ein ganz wesentlicher Punkt dafür, dass „das Klima in der Stadt so ruhig geblieben ist“.

Offene Türen eingerannt

Das ist auch das Verdienst von Ulrike Minkenberg, die das „Projekt Flüchtlingspaten“ angestoßen und im Rathaus damit offene Türen eingerannt hat. Ende November vergangenen Jahres haben daraufhin die Stadt Hückelhoven, der Caritasverband für die Region Heinsberg, das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach und Heinsberg, die Gemeinschaft der Gemeinden Hückelhoven und die Evangelische Kirchengemeinde Hückelhoven eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um das gemeinsame Ziel, Flüchtlingen in Hückelhoven einen guten Start zu ermöglichen und sie in ihrem schwierigen Alltag zu begleiten, in konkrete Formen zu gießen.

Es scheint so, als habe man mit der Einsetzung von Paten für die Flüchtlinge in Hückelhoven einen Schneeballeffekt ausgelöst: Es bedarf oft nur eines kleinen Anstoßes, und die Sache kommt ins Rollen. „Wir haben schon den alten Bürgersaal in Doveren mit Möbeln zugelagert, so groß ist das Spendenaufkommen“, sagt der Sozialamtsleiter. In der Jugendwerkstatt der Caritas an der Fichtenstraße werden alte Fahrräder für die Asylbewerber wieder aufgearbeitet; ein Ex-Landesligaspieler von Victoria Kleingladbach hat das Training von 21 Männern übernommen, die bei einer Asylbewerber-Fußballmannschaft aktiv mitmischen wollen; im Internationalen Café in Kleingladbach bringen die ausländischen Gäste selbst gebackene Leckereien aus ihrem Heimatland auf den Tisch; im Evangelischen Altenzentrum haben auch Asylbewerber eine sinnvolle Betätigung gefunden, im Frühjahr werden einige von ihnen den angrenzenden Schalom-Park pflegen, um mit den Bewohnern des Altenzentrums dort spazieren gehen zu können – all das sind kleine Beispiele für konkrete Aktivitäten, die große Wirkung zeigen. „Wir haben derzeit 54 Leute in gemeinnütziger Arbeit im Stadtgebiet beschäftigt“, sagt Heinz-Josef Schmitz. „Die Asylbewerber wollen wirklich nicht nur nehmen, die wollen auch was geben.“

Die Idee zu einem Benefizkonzert für das Projekt „Flüchtlingspaten“, sagt Birgit Latour, sei ihr bei der Auftaktveranstaltung zur interkulturellen Woche vergangenes Jahr gekommen. Die Verantwortlichen bei der Stadt hätten darauf, sagt sie, „absolut vorbildlich reagiert. Und jetzt wird die Veranstaltung am 22. März tatsächlich stattfinden.“ Und was ist das Ziel des Benefizkonzertes? „Die Idee soll Kreise ziehen. Das ist das Ziel.“

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