Benefizkonzert: Musik erklingt für ein Friedensprojekt

Von: anna
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Miriam Hennen begeisterte das Publikum als Schlagzeugerin der Gruppe Quod Libet. Foto: Anna Petra Thomas
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Viele Höhepunkte hatte das Benefizkonzert in der Rurtal-Schule. Zum Finale sangen alle die Hymne „Wir zusammen“. Fotos (4): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Carolin Schlesinger (rechts) beeindruckte als „Special Guest“ beim Auftritt der Gruppe Be Jazz. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Oberbruch. „Wenn wir das geahnt hätten, dann hätten wir die Festhalle gebucht!“ Auf der Bühne in der Oberbrucher Rurtal-Schule sah sich Schulleiter Volkmar Gilleßen einer proppenvollen Aula gegenüber, als er die Gäste zum Benefizkonzert unter dem Motto „Rurtal-Schule meets Inclusio“ begrüßte.

Im kommenden Jahr will die integrative Schülerband Rur-Rock – Wir zusammen zu ihrem mittlerweile elften Friedensprojekt nach Russland reisen, zum befreundeten Heilpädagogischen Zentrum in Pskow. Dafür braucht es Geld. Und so hatte Lehrerin Beate Theißen die Idee, alle Musiker, die im Erkelenzer Lebenshilfe-­Bistro Inclusio immer wieder einmal gemeinsam mit behinderten Menschen zusammen musizieren, auf die Bühne der Rurtal-Schule zu holen.

Die Resonanz war groß, denn gleich sieben Programmpunkte ergaben sich so für das mehr als vierstündige Konzert, für das Landrat Stephan Pusch die Schirmherrschaft übernommen hatte. „Es geht beim heutigen Benefizkonzert natürlich um Musik, aber auch um Vielfalt und eine Botschaft“, erklärte er in seinem Grußwort. „Die Botschaft ist seit Jahren dieselbe: ein Zeichen für Freundschaft, Verständigung und ein vorurteilsfreies Miteinander.“ Wie geschaffen, das Wesen des Konzerts zu beschreiben, sei da ein Satz von Victor Hugo: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“

Als Moderator des Abends fungierte Daniel Finkernagel, bekannt aus dem WDR-Hörfunk-Programm. Bei einer Preisverleihung in Düsseldorf habe er die Rur-Rocker kennengelernt, erzählte er. Sie hätten sein Herz geöffnet und ihn mit ihrer Musik sehr berührt. „Da habe ich mich selbst eingeladen nach Heinsberg“, gestand er.

Berührt waren auch die Zuschauer im Saal. Die Musiker – behinderte und nicht behinderte Menschen auf einer Bühne vereint – sorgten für einen Gänsehautmoment nach dem anderen. So war Carolin Schlesinger, Mitarbeiterin der Lebenshilfe-Werkstatt, zunächst der „Special Guest“ beim Duo EigenArts. Danach sang sie gleich wieder bei der Gruppe Be Jazz, die zudem von Miriam Hennen am Schlagzeug unterstützt wurde. Bei der Band „Workshop“ der Lebenshilfe war Daniel Stolz der Frontmann. Anschließend trat er zusammen mit Beverly Daley als Gesangssolist auf.

Zwischendrin berührte eine Videobotschaft von Rolf Zuckowski das Publikum ebenfalls. „Ich bin ja eigentlich auch ein Rur-Rocker“, erklärte er auf der Leinwand über der Bühne.

Weiter ging es mit der Formation Quod Libet, wo erneut Miriam Hennen ihr Talent als Schlagzeugerin bewies. Daniel Stolz tat dies dann wieder mit der Gruppe beets ‘n‘ berries. Auch die GospelVoices begeisterten das Publikum. Mit Carolin Schlesinger, Daniel Stolz und Emily Vieten wurden sie gleich von drei ehemaligen Rur-Rockern unterstützt.

Die Umbaupausen zwischen den Auftritten nutzte Finkernagel für Interviews, bei denen das Publikum unter anderem Informationen über das Zentrum in Pskow erhielt, dessen Träger die evangelische Kirchengemeinde Wassenberg und die Rurtal-Schule sind. Sie sei die erste Schule für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung in Russland gewesen, erklärte die stellvertretende Leiterin Swetlana Andrejewa. „Wir konnten Bildungspolitik machen“, betonte sie, denn heute würden in Russland all diese Kinder beschult. „Das ist unser gemeinsamer Verdienst!“

Mit dem Auftritt der Band „Rur-Rock“ strebte das Benefizkonzert seinem großen Finale zu, bei dem alle Musiker noch einmal auf der Bühne standen und die Hymne „Wir zusammen“ zum Besten gaben. Dabei überraschte Swetlana Andrejewa sie mit kleinen Holz­engeln, die im Zentrum in Pskow angefertigt worden waren.

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