Beim Klimaschutz macht Hückelhoven jetzt Dampf

Von: Helmut Wichlatz
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Hückelhoven. Beim Klimaschutz will Hückelhoven Nägel mit Köpfen machen: Bis September soll ein konkretes Konzept erarbeitet werden, das sowohl bestehende Maßnahmen aufnimmt und bewertet als auch neue Maßnahmen auf den Weg bringt. Eine Aachener Professorin hilft dabei.

Unterstützung hat sich die Stadt dafür in Person der Aachener Professorin Isabel Kuperjan von der dortigen Fachhochschule geholt. Die CO2-Bilanz hatte Kuperjan bereits im vergangenen August vorgestellt. Nun berichtete sie im Bau- und Umweltausschuss über die nächsten Schritte hin zum Klimaschutzkonzept.

„Wichtig ist, dass dabei keine schwammige Liste entsteht“, betonte sie. Vielmehr sollten „realistische und umsetzbare Zielvorgaben berücksichtigt“ werden. Dafür werden neben der Analyse des Ist-Zustandes auch konkrete Ziele und Potenziale ausgelotet.

So bezeichnete sie den Ausbau des Fernwärmenetzes als zentralen Punkt. Dabei sei zu analysieren, ob sich ein Ausbau des Netzes für das gesamte Stadtgebiet lohne oder auch über den Bau eines neuen Blockheizkraftwerkes nachgedacht werden müsse.

Den größten Verbrauch bei Strom und Wärme haben die privaten Haushalte (50 und 60 Prozent), gefolgt von Industrie (40 und elf Prozent) und Gewerbe (elf und 18 Prozent). Mit drei beziehungsweise fünf Prozent tut sich der öffentliche Bereich dabei vergleichsweise gering aus.

Trotzdem, so Kuperjan, sei es wichtig, dass die Stadt „mit gutem Beispiel“ vorangehe. So sollen alle 45 städtischen Gebäude auf ihre Energieeffizienz untersucht und eine Prioritätenliste zur Sanierung erstellt werden.

Das Konzept, für das Kuperjan warb, besteht aus drei tragenden Säulen: erstens Sparen, zweitens Verbesserung der Umwandlungstechnik und drittens vermehrte Nutzung regenerativer Energien.

Im Rathaus soll die Stelle eines Energieberaters geschaffen werden, der sowohl für Privatpersonen als auch für Vertreter der Wirtschaft als Anlaufstelle dienen soll.

Auch ein runder Tisch, an dem Vertreter aus Industrie und Handel ein Netzwerk bilden und sich über Energieeffizienz austauschen können, soll ins Leben gerufen werden. Als konkrete Maßnahme nannte Kuperjan die schrittweise Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchtmittel.

Sie warb für die Akzeptanz von Biogasanlagen zur dezentralen Energieversorgung. Angesichts der Bürgerproteste in Wegberg, wo eine Bürgerinitiative entsprechende Pläne eines Landwirts gestoppt hatte, wird das aber ein hartes Stück Arbeit werden, denn hier gilt wie so oft das Floriansprinzip „An sich in Ordnung, aber bitte nicht vor meiner Haustür“.

Ulrich Horst von den Grünen sieht die Schaffung einer Buslinie für kurze Strecken in der Innenstadt in diesem Rahmen ebnso „zwingend notwendig“ wie den Ausbau des Radwegenetzes.

Bei dem diskutierten Solarpark zeigte er sich skeptisch und verwies auf das Projekt an der Mülldeponie in Rothenbach, wo die Ansiedlung eines Solarparks ermöglicht worden sei. Trotzdem sei im Moment kein Investor in Sicht. Dem widersprach Bürgermeister Jansen und verwies auf Gespräche, die derzeit in diesem Zusammenhang liefen.

Die weitere Arbeit an dem Konzept wurde im Bau- und Umweltausschuss einstimmig befürwortet. Konkretisiert werden soll das Klimakonzept der Stadt bis September. Schon jetzt steht Hückelhoven eigentlich gut da. Denn im Schnitt verbraucht jeder Hückelhovener 7,2 Tonnen CO2 im Jahr und liegt damit 35 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

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