Beherzter Faustschlag eines Polizisten beendet die Flucht

Von: Ulrich Pfaff
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Der 45-jährige Angeklagte, der jetzt auch wegen mehrfacher Einbrüche in der Region in Paderborn verurteilt wurde, drang bevorzugt durch die Fenster ein. Symbolbild: stock/Jochen Tack Foto: stock/Jochen Tack

Erkelenz/Paderborn. Einen Serieneinbrecher hat das Landgericht Paderborn jetzt zu über vier Jahren Gefängnis verurteilt. Größter „Fischzug“ im Register des Berufsverbrechers war der Einstieg in ein Klinkerwerk in Erkelenz: Dort hatte er im Februar 2012 Beute im Wert von über 40 000 Euro gemacht.

Seit April dieses Jahres hatte die 1. Große Strafkammer des Landgerichts Paderborn gegen den 45-jährigen Kosovaren verhandelt, der in Deutschland keinen Wohnsitz hatte. Ihm wurden etliche Einbrüche in Nordrhein-Westfalen zur Last gelegt, von denen einige eine eindeutig professionelle Handschrift aufwiesen: Jeweils waren Fensterrahmen aufgebohrt und die Fenstergriffe im Inneren danach mittels eines Drahtes geöffnet worden.

Im Februar 2012 hatte er in Erkelenz zunächst in einer Fensterbaufirma in der Jakobstraße einen Tresor mit 11.000 Euro Bargeld entwendet und ihn mit einem firmeneigenen Fahrzeug abtransportiert. Aus dem Büro eines Klinkerwerks in der Wockerather Straße nahm er in derselben Nacht ebenfalls einen Tresor mit – die Beute hier: wiederum über 11.000 Euro in bar sowie Goldbarren im Wert von 26.500 Euro. Der Sprinter wurde später in Köln-Lövenich aufgefunden, zu seinem späteren Pech hatte der Täter Spuren seiner DNA am Schalthebel zurückgelassen.

Das sollte den 45-Jährigen im November 2014 wieder einholen. Er wurde nach einem Einbruch in einer gut situierten Wohngegend in Hattingen, wo er Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von rund 40.000 Euro aus einer Villa hatte mitgehen lassen, von der von Nachbarn alarmierten Polizei in einer filmreifen Aktion gestellt: Ein Beamter, der ein Unterholz in der Nachbarschaft des Hauses durchsuchte, konnte den Kosovaren, der sich zunächst versteckte, durch einen gezielten und beherzten Faustschlag von der weiteren Flucht abhalten.

Durch DNA-Überprüfungen kamen später mehrere bislang nicht aufgeklärte Einbrüche in den weiteren Fokus der Ermittler. Tatsächlich wurden in dem Verfahren in Paderborn auch zwei Einbrüche aus dem September 2009 in Wegberg sowie zwei Einbruchsversuche in Frechen und Hövelhof bei Paderborn angeklagt.

Der Angeklagte jedoch schwieg sich während der gesamten Verfahrensdauer aus. Letztlich beließ es die Kammer aufgrund der Beweislage, bei der auch die Protokolle einer Telefonüberwachung eingeführt wurden, bei einer Verurteilung wegen der Einbrüche in Erkelenz und Hattingen. Zudem floß eine Urkundenfälschung in das Gesamturteil von vier Jahren und drei Monaten ein: Der 45-Jährige hatte vier Wochen, bevor er geschnappt wurde, versucht, mit gefälschten ausländischen Personalpapieren in Hagen einen Wohnsitz anzumelden.

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