Begegnungszentrum am Friedrichplatz offiziell eröffnet

Von: Ingo Kalauz
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Das Team, das das neuen Begegnungszentrum am Friedrichplatz 5, das auch ein neuer Ankommenstreffpunkt für geflüchtete Menschen ist, künftig mit Leben füllen wird. Foto: Kalauz
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Im Rahmen der Feierstunde zur Eröffnung des Begegnungszentrums am Friedrichplatz wurde die Kooperationsvereinbarung für das Projekt Flüchtlingspaten Hückelhoven mit den beiden neuen Vertragspartnern unterschrieben (v.li.): Lothar Terodde (DRK), Georg Kaufmann (GdG Hückelhoven), Nicole Abels (Caritasverband), Bürgermeister Bernd Jansen, Franz-Josef Umland (Katholisches Forum), Abram Esau (Freikirche Baal) sowie Gerhard Saß (Evangelische Kirche) zeichneten das Papier. Foto: Kalauz

Hückelhoven. Es herrschte drangvolle Enge in den Räumlichkeiten, als das Begegnungszentrum Friedrichplatz im Herzen der denkmalgeschützten Zechensiedlung offiziell seiner Bestimmung übergeben wurde. Neben den Mitarbeitern des Katholischen Forums, die nach dem „Aus“ für St. Barbara hier ihre neuen Büroräume beziehen, waren es überwiegend die Ehrenamtler der Stadt Hückelhoven, die gekommen waren, um ihr mit städtischem Mobiliar neu eingerichtetes „Zuhause“ für alle sichtbar mit Leben zu füllen; um den Ort zu „besetzen“, den sie auch weiter zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements in der Stadt nutzen wollen – auch und gerade mit ihrer Arbeit als Flüchtlingspaten. Denn der zentral gelegene Ort ist auch ein neuer Ankommenstreffpunkt für geflüchtete Menschen.

Dass dies ganz und gar nicht selbstverständlich ist, darauf wies Franz-Josef Unland, Leiter des Katholischen Forums für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach-Heinsberg in seinen Begrüßungsworten hin: „Vielfalt und Gemeinsamkeit und Solidarität so für alle sichtbar zum Ausdruck zu bringen, das ist in diesen Zeiten aufgeheizter gesellschaftlicher Veränderung sehr bemerkenswert.“ Das war auch als Dank an die Stadt und deren Bürgermeister Bernd Jansen zu verstehen: „Die Kooperation in Hückelhoven ist leichtgängig und unkompliziert.“

Bernd Jansen skizzierte kurz die Geschichte, die zum Begegnungszentrum führte. Er wies darauf hin, dass die Stadt das Gebäude nach dem Umzug der WEP in den Neubau auf der gegenüber liegenden Seite des Zechengeländes schon im Jahr 2014 „zu einem sehr moderaten Preis“ vom EBV angemietet habe, um der Hückelhovener Tafel den Umzug von Millich ins Stadtzentrum zu ermöglichen und Platz zu bieten, auch Haushaltswaren in ihr „Angebot“ aufnehmen zu können. Die freien Räume wurden der Ehrenamtskoordinatorin der Stadt, Petra Hudler, zugeordnet.

„Wegen der Flüchtlingssituation im Jahr 2015 und der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung“, erinnert Hudler sich, „wurden diese Räume, die eigentlich den Ehrenamtlern zugewiesen waren, genutzt, um Spenden aufzunehmen und zu sortieren“. Als für die Tafel in Baal Anfang vergangenen Jahres neue Räumlichkeiten gefunden waren, wurde die Spendenstelle der Flüchtlingspaten in die Trägerschaft der Tafel übergeben. „Das war die Geburtsstunde des Tafel-Depots in Baal“, sagte der ehemalige Sozialamtsleiter und heutige Tafel-Vorsitzender Juppi Schmitz und bot dem Team als direkter Nachbar des Begegnungszentrums die Unterstützung seiner Mitarbeiter an:

„Wenn ihr Hilfe braucht – wir sind immer für euch da.“ Konkrete Hilfe kam schon vom Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW: Das Programm „KOMM-AN-NRW“ zur Förderung und Integration von Flüchtlingen ermöglichte die Renovierung der zusätzlichen Räume, in denen ein „Ankommenstreffpunkt“ installiert wurde.

Der neu geschaffene Anlaufpunkt am Friedrichplatz ist Teil eines, wie Bürgermeister Jansen mit hörbarer Zufriedenheit sich ausdrückte, „reibungslos funktionierenden Netzwerkes“ in Hückelhoven: „Im Unterschied zu vielen anderen Städten werden Flüchtlinge bei uns nicht nur untergebracht, sondern in das Leben der Stadt eingebracht“. Der Leitgedanke der Flüchtlingspaten Hückelhoven „Gemeinsam viel bewegen“ sei nahtlos auf das Begegnungszentrum übertragbar.

Die angenehm knappen Festreden waren kaum gehalten, die ausgesprochen leckeren Schnittchen noch nicht verdaut, da standen sechs türkische Frauen vor der Eingangstür des Begegnungszentrums: Sie warteten darauf, dass der Raum für ihren Sprachunterricht endlich frei gemacht würde. Man sei „total froh, Teil des Hückelhovener Netzwerkes zur Flüchtlingsbetreuung zu sein“, hatte Forum-Leiter Franz-Josef Unland gesagt. Hier gäbe es „keine Hierarchie, sondern ein Miteinander, Kommunikation auf Augenhöhe“. Ja, so läuft das in Hückelhoven.

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