Wassenberg - Begegnung mit Tieren des Mini-Zoos weckt Erinnerungen

Begegnung mit Tieren des Mini-Zoos weckt Erinnerungen

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Edith Brannekämper (Mitte) zeigt Anita Schiller und Gregor Kryk und auch dem Mini-Shetland-Pony ihr Pferdebild.

Wassenberg. Ein Hängebauchschwein läuft frei durch den Garten der Johanniter-Hausgemeinschaft, in der auf zwei Etagen dementiell erkrankte Menschen in einer kleinen, familienähnlichen Gemeinschaft zusammenleben. Das Schwein grunzt fröhlich vor sich hin.

Wenige Schritte weiter steht ein Mini-Shetland-Pony und lässt sich Streicheleinheiten gefallen. Auch zwei Kaninchen und eine Katze gehören zu dem tierischen Besuch, der für einen Tag das Leben der Bewohner der Wohngemeinschaft bereichert. Und mittendrin springt eine alte Bekannte, Haushund Churly, umher.

„Alles hier kenne ich, denn ich komme von einem Bauernhof. Wir hatten Rinder, Schweine, Hühner, Pferde, Katzen und Schäferhund Molly“, kommentiert Bewohnerin Edeltraud Freisinger. Ein Bewohner, der sonst keine Miene verzieht, lächelt beim Anblick der tierischen Gesellen. Überhaupt sind fast alle Senioren angetan von dem ungewöhnlichen Besuch. Die einen streicheln das weiche Fell der Kaninchen, die anderen übernehmen das Füttern. So als ob sie dies täglich machen würden.

Zu verdanken haben die Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung diesen tierischen Besuch dem Altenpfleger Gregor Kryk aus Wegberg, der seit zehn Jahren tiergestützte Aktivitäten und Therapien anbietet. Eigens dafür sucht er die Pflegeeinrichtungen samt Hänger zum Tiertransport auf.

Natürliche Kommunikation

„Der Kontakt zu Gregor Kryk kam per Zufall zustande“, erzählt Wohngruppenleitung Anita Schiller. Sie sei sofort begeistert gewesen als sie von der Möglichkeit hörte, dass Gregor Kryk mit seinem Mini-Zoo in der Hausgemeinschaft anrückt. Die Tiere sind gut trainiert: „Mein Mini-Shetland-Pony kann sogar reppen steigen und Aufzug fahren“, erzählt Gregor Kryk. Allerdings müsse so etwas und auch der Umgang mit vielen neuen Menschen täglich trainiert werden. Von klein auf übe er mit jedem Tier. Jedoch müssten die Vierbeiner entsprechende Voraussetzungen mitbringen und gesellig sein.

Die Bewohner zeigen keine Scheu haben und gehen direkt auf die Tiere zu, sie übernehmen das Füttern und führen sie auf dem Außengelände herum.

Die Tiere ermöglichten den Bewohner eine „natürliche Kommunikation“, denn sie würden einen direkten Zugang zu den Senioren finden. „Sie sind sozusagen Streicheleinheiten für alle Sinne“, so Kryk. Dies unterstreicht auch Anita Schiller. „Die Tiere sind ein Türöffner und ermöglichten einen emotionalen Zugang. Da muss nicht geredet werden. Es geht um die Sinne, das Berühren, Riechen und Sehen“, sagt sie. „Es ist schön zu sehen, welchen positiven Einfluss die Tiere haben. Die Bewohner fühlen sich sichtlich wohl“, betont die Wohngruppenleiterin.

Bei einigen Bewohnern sei sogar ein biographischer Bezug gegeben. „Die Begegnung mit den Tieren weckt Erinnerungen“, sagt Anita Schiller. So wie bei Edeltraud Freisinger, die unaufhörlich von ihrer Kindheit auf dem Bauernhof erzählt. Und Bewohnerin Edith Brannekämper geht sogar hin und holt ein Bild mit dem Porträt ihres Pferdes, um es allen zu zeigen, vor allem Gregor Kryk, den viele der Bewohner sofort in ihr Herz geschlossen haben. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hausgemeinschaft ist damit klar, dass die Tiere samt ihrem Halter wiederkommen müssen.

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