Heinsberg - Begas-Haus steht beim Museumspreis-Finale im Rampenlicht

Begas-Haus steht beim Museumspreis-Finale im Rampenlicht

Von: Anna Petra Thomas
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Vor dem Finale: Dr. Rita Müllejans-Dickmann mit dem Plakat neben der Vitrine mit dem kleinen, roten Reiseführer (Mitte, links), den sie mit nach Zagreb nimmt. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg. „Der Countdown läuft!“ Ein bisschen Aufregung schwingt schon mit in den drei Worten, die Rita Müllejans-Dickmann, Leiterin des Museums Begas-Haus, ausspricht. In der kommenden Woche wird sie das in Heinsberg ansässige Museum beim Finale des Wettbewerbs um den diesjährigen Europäischen Museumspreis in Zagreb vertreten.

Zu der kleinen Gruppe, die am Mittwoch, 3. Mai, nach Kroatien reist, gehört auch Landrat Stephan Pusch (CDU). Am Donnerstag und Freitag, 4. und 5. Mai, sollen sich 46 Museen aus 24 Ländern in Zagreb noch einmal präsentieren, mit einem kurzen Vortrag, mit einem selbst ausgewählten Stück aus ihrem Museum und mit einem eigens für den Wettbewerb hergestellten Plakat. Fünf davon kommen aus Deutschland, auch der Museumplein Limburg aus dem niederländischen Kerkrade ist mit dabei.

Neue Wege

Die Heinsberger Museumsleiterin freut sich auf den Termin am frühen Freitagmorgen. „Da hören alle noch gut zu“, sagt sie lächelnd. Schon gleich zu Beginn ihres Vortrags wird sie die eigenwillige Konzeption des Begas-Hauses hervorheben. „Das Begas-Haus Heinsberg geht neue Wege, indem es drei Schwerpunkte miteinander verzahnt, die sonst in der Museologie strenge Trennung erfahren: die Kunstsammlung Begas, die regionalgeschichtliche Sammlung und vielfältige, ambitionierte Aktivitäten“, heißt es im Manuskript zu ihrem Vortrag.

Als einzigartig in Deutschland stelle das Museum die Geschichte der Künstlerdynastie Begas in den Vordergrund eines Themenrundgangs: „Vier Generationen dieser Familie mit zehn Malern und Bildhauern prägten ein ganzes Jahrhundert deutscher Kunstgeschichte zwischen Aufklärung, Romantik und Biedermeier bis zum Denkmalskult der Gründerzeit.“

Die „Spitzenwerke“ davon seien im Heinsberger Museum versammelt. Diese Arbeiten seien so bekannt gewesen, dass sie, abgebildet auf Gegenständen des täglichen Gebrauchs, in die bürgerlichen Haushalte der damaligen Zeit eingezogen seien. Womit die Museumsleiterin dann bei dem Museumsobjekt wäre, das mit ihr nach Zagreb reist: ein englisches Handbuch aus dem Jahr 1881.

„The Rhine. History and Legends of its Castles, Abbeys, Monastries and Towns“ lautet der Titel des Buches von Wilhelm Oertel von Horn, das Standardwerk für Millionen von britischen Touristen war, die im 19. Jahrhundert die Hochburgen der Rheinromantik besuchten. Dabei sei der Loreley-Felsen ein Muss gewesen. Heinrich Heines Gedicht „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten“ habe die Geschichte der zugleich schönen und gefährlichen Rheinnixe oben auf dem Felsen zur Hauptfigur der deutschen Romantik gemacht.

Erfolgsbild

Als eine der frühesten malerischen Umsetzungen sei 1835 das Gemälde „Die Lureley“ des in Heinsberg geborenen Malers Carl Joseph Begas des Älteren entstanden. „Es zählte bereits zu Lebzeiten zu seinen größten Erfolgsbildern, das ihm auch noch Jahrzehnte nach seinem Tod zu internationalem Ruhm verhalf“, betont die Museumsleiterin. Das Buch zeige das Motiv in Goldschnitt und symbolisiere so die enorme Bedeutung dieser Künstlerfamilie, der sich das Begas-Haus seit 2013 widme. Und so zeigt auch das eigens für das Finale gestaltete Plakat allein das Bild der Loreley. „Weniger ist mehr“, ist sich Dr. Rita Müllejans-Dickmann sicher.

Von den 46 nominierten Museen würden 45 anreisen, verriet Sara Minotti im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie ist die Verwalterin des „European Museum Forum“ mit Sitz im italienischen Mailand, das in jedem Jahr zu dem Wettbewerb für neue oder neu konzipierte Museen aufruft. Auch die Entscheidung der Jury sei schon gefallen, führte sie weiter aus.

Dennoch sei es quasi der „Geist“ des Finales, dass dazu Vertreter aller nominierten Museen noch einmal zusammenkämen, um sich und ihre Museen kennenzulernen. „Das ist wie eine Reise durch Europa in zwei Tagen“, sagt sie. Am Samstag, 6. Mai, wird dann in Zagreb bekanntgegeben, auf wen die Wahl der Jury in diesem Jahr gefallen ist. Dabei wird nicht nur der europäische Museumspreis vergeben, sondern es gibt auch noch weitere Sonderpreise.

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