Begas-Haus: Ein Museum mit „ungeheurer Strahlkraft“

Von: Anna Petra Thomas
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Mit einem Familienwappen überraschten Museumsleiterin Rita Müllejans-Dickmann, Bürgermeister Wolfgang Dieder und Landrat Stephan Pusch (von links) Ekkehard Begas, einen direkten Nachfahren von Oscar Begas. Foto: Anna Petra Thomas
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Über großen Andrang im Museum freuten sich die Mitarbeiter des Begas-Hauses gleich nach der Öffnung für Besucher am Samstagnachmittag.

Heinsberg. „Da bin ich mal gespannt!“ Ekkehard Begas, Ururenkel von Oscar Begas und Ehrengast der offiziellen Eröffnung des neuen Begas-Hauses, sprach aus, was viele auf dem Weg durch die Toreinfahrt des ehemaligen Hauses Lennartz in Richtung Museum dachten.

Bevor die Gäste jedoch die Ausstellung sehen durften, stand ganz oben unterm Dach des Museums die Eröffnungszeremonie auf dem Programm.

In der „neuen guten Stube der Stadt Heinsberg“ hatte zunächst Bürgermeister Wolfgang Dieder das Wort. Sein Dank ging an die Vertreter des Trägervereins mit dem Vorsitzenden, Landrat Stephan Pusch, an die Vertreter aller Institutionen, die einen Beitrag zur Realisierung des Museums geleistet haben sowie an all diejenigen, die vor Ort mitgearbeitet haben, allen voran Museumsleiterin Rita Müllejans-Dickmann und Kustos Wolfgang Cortjaens.

„Dieses Gebäude bildet mit dem Torbogenhaus sowie der Propstei einen charakteristischen historischen Stadtwinkel“, betonte Dieder. Er schaute zurück auf die Geschichte des Hauses, das seit 2007 wieder im städtischen Besitz ist. Dessen Verknüpfung mit dem Torbogenhaus habe die einmalige Gelegenheit geboten, ein zukunftsfähiges Ausstellungskonzept zu entwickeln.

Über das so entstandene, neue Begas-Haus sei zudem eine Verbindung entstanden zwischen dem Torbogen-Ensemble und dem Burg- und Kirchberg mit der alles überragenden Stiftskirche St. Gangolf. Ergänzt werde dieses durch das Museumscafé Samocca der Lebenshilfe und den historischen Dachstuhl, der künftig für Veranstaltungen und als weiteres Trauzimmer der Stadt genutzt wird. „Hier ist ein richtiges Kleinod in unserer Stadt entstanden. Ich bin wirklich überglücklich!“, strahlte er.

Landrat Stephan Pusch lobte vor allem die interkommunale Zusammenarbeit von Kreis und Stadt bei diesem Projekt. „Wir haben nicht mehr Geld in die Hand genommen. Wir haben es nur anders gemacht“, erklärte er. Wie Dieder lobte auch er das einzigartige Konzept der Präsentation von Kunst in Verbindung mit regionaler Geschichte, das er als „Demokratisierung von Kunst“ bezeichnete, „mit einem Zugang zur Kunst, der von jedem verstanden wird.“

„Das Konzept hat überzeugt“, befanden auch Martina Grote, Geschäftsführerin der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, und deren Regionalbotschafter Armin Huber. Durch die gelungene Verzahnung von Kunst und Regionalgeschichte sei „ein echter Clou gelungen“, erklärte Lorenz Bahr, stellvertretender Vorsitzender der Landschaftsversammlung Rheinland (LVR), und beglückwünschte den Trägerverein zu seiner weitsichtigen Entscheidung. „Ein besonderes Ereignis, wo kommunale Kassen wie leergefegt erscheinen“, sagte er.

Als „Perle“ nicht nur für Stadt und Kreis Heinsberg, sondern für die ganze Region, ja als Anziehungspunkt für das ganze Rheinland bezeichnete Dorothée Coßmann, Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland das neue Museum. Die ungewöhnliche Verbindung von Kunst und Regionalgeschichte gebe dem Begas-Haus eine ganz besondere Strahlkraft. Dass auch die Kreissparkasse das Museum in Heinsberg bereits seit 1994 unterstütze, ließ deren Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz nicht unerwähnt.

„Nach vielen Jahren harter, aber sehr schöner Arbeit“, erklärte Rita Müllejans-Dickmann das neue Begas-Haus schließlich für eröffnet, nachdem sie sich zuvor noch einmal bei allen bedankt hatte, die „am kreativen Prozess“ der Entstehung beteiligt waren. Das neue Museum sei „ein Leuchtturm“, erklärt sie. Immerhin habe es eine eigene, eine Heinsberger Mona Lisa. Der Bürgermeister könne schon einmal die japanischen Beschilderungen für die Busparkplätze vorbereiten, scherzte sie, bevor dann alle die Gelegenheit nutzten, das neue Museum zu erkunden. Und voller Begeisterung diskutierten die Gäste der offiziellen Eröffnung ihre ersten Eindrücke anschließend noch ausführlich bei einem guten Tropfen der Lebenshilfe im Café Samocca. Die Jugendmusikschule sorgte für die musikalische Unterhaltung, nicht zuletzt mit einem Begas-Walzer. Beteiligt waren Theo Krings, Roman Viazovskiy, Frank Ollertz, Tanja Schluns und Celina dos Santos.

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