Beecker Grundschule: „Herzstück“ nicht dem Ort entreißen

Von: Monika Baltes
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Große Beteiligung: Das Interesse an der Bürgerversammlung im Beecker Vincentiushaus war beträchtlich. Foto: Monika Baltes

Wegberg-Beck. Drangvolle Enge herrschte im Beecker Vincentiushaus bei der Bürgerversammlung zur befürchteten Schließung der Grundschule in Beeck. Und nicht nur die Beecker waren in Scharen gekommen, auch die geladenen Gäste waren vollzählig erschienen, um sich der Sorgen und Nöte der Beecker anzunehmen.

Der Wegberger Bürgermeister Michael Stock, die Erste Beigeordnete Christine Karneth, Fachbereichsleiter Gerd Pint, alle Fraktionsvorsitzenden des Wegberger Rates, die Beecker Ratsvertreter und die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Grundschulen kamen ins Vincentiushaus.

Sorgfältig war die Veranstaltung vorbereitet worden, alle Akteure der Interessengemeinschaft Grundschule Beeck kamen zu Wort und alle warfen ihren ganz eigenen Blick auf die Beecker Grundschule. Von der Lebendigkeit des Dorfes, an der die Schule großen Anteil hat, vom engen Zusammenwachsen und vom Kampf um die Strukturen einer gesunden dörflichen Gemeinschaft berichtete der Vorsitzende des Dorfausschusses Herbert Fervers.

Bianca Althoff vom Elternrat des Kindergartens Beeck warf die enge Vernetzung von Kindergarten und Grundschule in die Waagschale, erzählte von gemeinsamen Projekten, Begegnungen und Patenschaften, die den Einstieg in die Schule wesentlich erleichtern.

Die Vorzüge der Grundschule in Beeck stellte Schulpflegschaftsvorsitzende Petra Bieker in den Vordergrund ihrer Ausführungen. Angefangen von ansprechenden Räumlichkeiten über die schulischen Schwerpunkte Musik und PC/Medien bis hin zum großen Elternengagement ließ sie die erfolgreiche Arbeit in der Grundschule Beeck Revue passieren.

291.000 Euro einsparen

Den Schulentwicklungsplan machte sie zu ihrem Verbündeten. Im Schuljahr 2015/16 gehen danach 120 Kinder in die Beecker Grundschule, laut Prognose für 2019/20 sind es 98. „Diese Zahlen sprechen für sich“, befand sie. Als zentral gelegene kleine Alternative zur Erich-Kästner-Grundschule brauche die Stadt Wegberg diese Schule, um als Wohnort für junge Familien attraktiv zu bleiben.

Mit nüchternen Zahlen versuchte auch Unternehmensberater Axel Jungbluth, „demnächst Vater an der Grundschule Beeck“, dem Problem beizukommen. „Schulschließungen haben keine signifikante Auswirkung auf die Gesamtkosten der Stadt Wegberg“, stellte er fest. 291.000 Euro sollen durch die Schulstandortoptimierung eingespart werden, so weist es der Maßnahmenkatalog zum Haushaltssicherungskonzept der Stadt Wegberg aus.

Er machte dagegen Sparmöglichkeiten im Bereich Personal und bei den Sach- und Dienstleistungen aus, die Schulschließungen entbehrlich machten. Die großen Kostenpositionen seien der Schlüssel für eine nachhaltige Sanierung. Im Bereich Personal seien durch Verrentung und natürliche Fluktuation zudem sozialverträgliche Lösungen möglich.

Und eine Kostensenkung von „nur 0,3 Prozent pro Jahr im Bereich Sach- und Dienstleistungen entspricht dem Kostenbeitrag der Schulschließungen.“ Die Schließung von Schulen, die „Herzstück und Lebensqualität des Stadtteils und Basis für eine gute demografische Entwicklung“ seien und zudem „Kernkompetenz einer Stadt“, gehöre nicht in ein Haushaltssicherungskonzept.

Noch ist nichts entschieden

Bürgermeister Michael Stock versprach, dass alle Anregungen und Vorschläge in die Entscheidungsfindung einfließen werden. Denn noch ist nicht beschlossen, welche Grundschulen geschlossen werden.

Der Arbeitsgruppe Grundschulen trifft sich am 19. Januar zu ersten (nicht öffentlichen) Beratungen, weitere werden sicherlich folgen. Die Entscheidung obliegt dem Rat der Stadt Wegberg.

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