Wegberg-Beeck - Beecker Ausstellung lädt zu einer Reise in die Vergangenheit ein

Beecker Ausstellung lädt zu einer Reise in die Vergangenheit ein

Von: Monika Baltes
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Festlich und farbenprächtig waren die Gewänder, die die Priester trugen, bevor das zweite Vatikanische Konzil zu mehr Bescheidenheit aufrief. Das Museum für Europäische Volkstrachten in Beeck zeigt jetzt die textilen Kirchenschätze der Ortskirchen. Foto: mb

Wegberg-Beeck. Schmal und steil sind die Stiegen „himmelwärts“. Besucher, die den Fahrstuhl verschmäht haben, führt die enge Treppe eines Patrizierhauses ins Dachgeschoss des Museums für Europäische Volkstrachten in Beeck.

Hier wartet tatsächlich der „Himmel“, ein prächtiger Baldachin, reich bestickt und kostbar verziert. Er ist Ausgangspunkt für den Weg vorbei an Ausstellungsvitrinen mit kunstvoll gearbeiteten Messgewändern, feinem Tuch für festliche Tage, wertvollen Sakralgegenständen, Paramentenkunst mit Glanz und Gloria.

Eine Reise in eine Vergangenheit, an die sich der eine oder andere Betrachter noch erinnern kann. Festlich und farbenprächtig, edel und erlesen war die „Dienstkleidung“ des Priesters. Vor fünfzig Jahren rief das zweite Vatikanische Konzil zu mehr Bescheidenheit in der Präsentation von Kirchenpracht auf. Viele Kostbarkeiten verschwanden in Schränken und Abstellkammern, vieles wurde „entsorgt“, manches in letzter Minute vor dem Wegwerfen gerettet.

Mit tatkräftiger Unterstützung in den Ortskirchen von Sankt Martin Wegberg haben Klara Schlömer und Inge Theissen Schränke und Schubladen geöffnet und Schätze aus Arsbeck, Beeck, Buchholz, Dalheim, Kipshoven, Rath-Anhoven, Rickelrath, Mereck, Tüschenbroich, Wegberg und Wildenrath sowie Einzelstücke aus anderen Quellen zusammengetragen.

Mit viel Liebe und himmlischer Begeisterung entstand so in den Wintermonaten die Sonderausstellung „Textile Kirchenschätze im Verborgenen“. Sie ist Teil des Themenjahres „himmelwärts“. Rund 50 Museen und Kultureinrichtungen am Niederrhein wollen in den nächsten beiden Jahren das religiöse Leben an Rhein und Maas sichtbar und erlebbar machen. Das Beecker Volkstrachtenmuseum widmet sich dabei dem Schwerpunkt „Textil“. Sehr viel Arbeit sei es gewesen, berichtete Josef Jansen, Vorstandsvorsitzender des Heimatvereins Beeck, bei der Eröffnung der Ausstellung und viele Personen seien involviert gewesen, denen er allen herzlich zu danken habe. Pfarrvikar Theo Wolber freute sich über das rege Publikumsinteresse. „Es war eine andere Zeit, eine andere Kirche.

Es war nicht alles schlecht und es war nicht alles besser“, blickte er auf die Pracht der Vergangenheit. Die Bescheidenheit passe aber sicher besser zum schlichten Jesus Christus. Zufrieden beobachteten Klara Schlömer und Inge Theissen die „himmlischen Heerscharen“ von Besuchern, die sich zur Ausstellungseröffnung eingefunden hatten. Begeistert erzählten sie von der positiven Resonanz in den einzelnen Gemeinden der Pfarrei St. Martin in der Vorbereitungszeit, von Herzblut und Engagement all derer, die die alten Utensilien aufbewahren und pflegen. Beide sind überzeugt, dass die Zusammenarbeit für die Ausstellung auch die Pfarrei St. Martin ein Stückchen weiter „himmelwärts“ getragen hat.

Zur Ausstellung wurde ein reich bebildertes Begleitheft mit vielen Informationen zusammengestellt. Die Ausstellung ist sonntags zu den Museumsöffnungszeiten von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für Gruppen werden Führungen angeboten. Anfragen und Buchungen unter Info@Heimatverein-Beeck.de.

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