Wegberg-Beeck - Beeck braucht mehr Cleverness

Beeck braucht mehr Cleverness

Von: André Nückel
Letzte Aktualisierung:
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Mehr Cleverness in der Defensive und eine größere Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor sind die Tugenden, auf die der FC Wegberg-Beeck in Verl bauen will. Foto: Günter Passage

Wegberg-Beeck. Nein, den Saisonstart hatte sich Friedel Henßen definitiv anders vorgestellt. Sein FC Wegberg-Beeck steht nach acht Spieltagen punktlos am Tabellenende der Fußball-Regionalliga West. Am Samstag tritt der Aufsteiger beim SC Verl an (14 Uhr), und die steigende Formkurve macht dem Teamchef Hoffnung.

„Wenn du die ‚unterlegene Mannschaft’ bist“, erklärt Henßen, „musst du einfach cleverer als der Gegner sein. Daran müssen wir arbeiten.“ Zuletzt kehrte zwar die defensive Stabilität zurück, doch hapert es immer noch am eigenen Abschluss. So fehlten Danny Richter und Thomas Lambertz jeweils der letzte, konsequente Zug zum Tor, der gegen die U 23 von Fortuna Düsseldorf (1:2) entscheidend gewesen wäre.

Aber auch hier spricht der Cheftrainer von einem Prozess. In den letzten Wochen hat sich beim Viertliga-Neuling ein 5-4-1 etabliert, das von Johannes Walbaum, zentraler Baustein der Fünferkette, angeführt wird. Die äußeren Mittelfeldspieler müssen nun lernen, befindet Henßen, in vorderster Front direkt in die Gefahrenzone einzudringen.

Die Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Schlussmann muss zwingend wieder in das Beecker Repertoire aufgenommen werden. Selbst die beste Verteidigung nützt nichts, wenn vorne keine Treffer fallen. Und angesichts des miserablen Beginns müssen in den nächsten Partien die ersten Zähler her. Dementsprechend schätzt Henßen die Gesamtsituation ein: „Wir wussten um die Schwere der Aufgabe, aber wir haben nicht damit gerechnet, dass es so kommt.“

Gegen den Sportclub aus Verl soll die Kehrtwende erfolgen. Grundlegend dafür ist jedoch nicht nur die körperliche Fitness oder die Tatsache, dass lediglich die Langzeitverletzten, Maurice Passage und Stefan Zabel, nicht zur Verfügung stehen. Am Stadion an der Poststraße muss jeder Akteur mental auf der Höhe sein, geistige Frische und ein gesundes Maß an Cleverness sind das A und O.

Die Abgezocktheit muss den Amateuren in der Profiliga fairerweise in manchen Momenten abgesprochen werden. So konnte Marvin Ajani, Rechtsverteidiger der Düsseldorfer Reserve, vor beiden Einschlägen im Kasten von Patrick Nettekoven fast sorglos durch die Reihen des Aufsteigers marschieren. Das taktische Foul blieb aus, sehr zum Missfallen des Hauptverantwortlichen.

Wahrscheinlich hat der FC Wegberg-Beeck im ersten Fünftel der Saison einen größeren Lerneffekt gehabt, als der Vereinsführung lieb gewesen wäre. Individuelle Schnitzer sorgten am Anfang für teils derbe und heftige Klatschen, dann vermengten sich Pech, Abschlussschwäche und kollektiver Tiefschlaf zu einer negativen Punkteausbeute. Jetzt, am neunten Spieltag, ist die nahezu komplette Palette an Rückschlagen abgearbeitet, so dass es nur bergauf gehen kann.

Der morgige Gastgeber benötigt die drei Zähler allerdings auch, um den Abstand auf die Abstiegsränge im besten Fall auf sechs Punkte auszubauen. Verl belegt im Klassement zwar nur den 13. Rang, hat aber auch nur ein Spiel verloren (1:2 gegen Wattenscheid). Mit lediglich sechs Gegentoren stellt die Mannschaft von Andreas Golombek eine der fünf besten Hinterreihen der gesamten Liga. Eine Sonderbewachung benötigt zudem Hamadi Al Ghaddioui, der mit fünf Treffern zu den gefährlichsten Angreifern der Regionalliga zählt.

„Wenn wir gegen Erndtebrück einen Punkt geholt hätten, in Essen oder gegen Düsseldorf, dann würde es ganz anders aussehen. Aber gut, das kriegen wir auch noch hin.“

Henßen glaubt an seine Schützlinge, die sich irgendwann, vielleicht sogar am Samstag, für ihren Einsatz belohnen werden. „Wir hoffen, dass es in Verl klappt, und fahren auch mit einer positiven Einstellung dahin.“

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