Hückelhoven - Bedenken gegen den Bau eines Mehrfamilienhauses für Flüchtlinge

Bedenken gegen den Bau eines Mehrfamilienhauses für Flüchtlinge

Von: Ingo Kalauz
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Beschlossene Sache: Der Neubau eines Mehrfamilienhauses an der Hauptstraße/Ecke Buttergasse in Brachelen fand die breite Zustimmung des Bauausschusses. Grafik: Architekturbüro W. Emondts

Hückelhoven. Erneut gibt es „Gesprächs- und Erklärungsbedarf“. So jedenfalls formulierte es der CDU-Fraktionsvorsitzende Heinz-Josef Kreutzer, als er in der Sitzung des Bauausschusses darum bat, den Punkt „Errichtung eines Elf-Familienhauses zur Unterbringung von Asylanten auf dem ehemaligen Zechenparkplatz an der Myhler Straße“ von der Tagesordnung abzusetzen.

Und dem Ausschuss zum Beschlussvorschlag noch einmal auf den Tisch zu legen, wenn die offenbar vorhandenen Bedenken gegen einen solchen Bau aus dem Weg geräumt sind.

„Mir ist wichtig, die Bevölkerung bei einem solchen Projekt mitzunehmen“, betonte Kreutzer. Gleichzeitig aber kritisierte er die offenbar schriftlich bereits vorliegenden Bedenken von Ratheimer Bürgern: „Ich muss deutlich sagen, dass zwei Passagen darin unter die Gürtellinie gehen.“ So wird in dem Schreiben, das den Sitzungsunterlagen nicht beigefügt war, offenbar unterstellt, die Schaffung von Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Gelände des ehemaligen Zechenparkplatzes diene als Mittel, „eine Wertsteigerung des Grundstückes“, so Kreutzer, zu erreichen. Unterstellt wird offenbar auch, dass dies durchaus im Interesse einiger Ratheimer Stadtverordneter liege. „Ist es verboten, geschäftstüchtig zu sein?“, fragte Kreutzer rhetorisch. Und weiter sagte er: „Der Bau eines Flüchtlingsheimes ist weder moralisch verwerfbar noch ist er strafbar.“

Dennoch: Seine, also die CDU-Fraktion, werde „heute darüber keinen Beschluss fassen, sondern das Gespräch mit der Verwaltung und der Bevölkerung suchen“.

SPD-Fraktionschef Jörg Leseberg zeigte sich verwundert darüber, dass man dieses Projekt überhaupt als Beschlussvorschlag auf dem Tisch liegen habe: „Bei solchen Bauten ist doch immer mit Protest zu rechnen. Da hätte man doch vorher mit den Betroffenen drüber reden können.“

Bürgermeister Bernd Jansen sah sich genötigt, Grundsätzliches zu klären: „Wir könnten heute über die Köpfe der Menschen hinweg einen Beschluss fassen. Aber wir suchen das Gespräch mit den Betroffenen.“ Die Frage sei, „wie weit man den Kreis ziehen“ solle. „Da kommen dann zwei, drei Krakeeler aus der rechten Ecke wie in den Nachbarstädten“, sagte Jansen, „und instrumentalisieren die Diskussion, um grundsätzlich über die Flüchtlingsproblematik zu reden.“ Man strebe, betonte der Bürgermeister, „Akzeptanz an“; man gehe, wie mit der Politik abgesprochen, mit solchen Projekten an die Ortsränder.

Jansens Fazit: „Der Sachlichkeit wegen suchen wir auch bei diesem Projekt auf dem Parkplatz des ehemaligen Zechengeländes das Gespräch mit den Bürgern.“ Nach diesem Gespräch werde man das Projekt dem Ausschuss erneut zur Beschlussvorlage an den Rat vorlegen.

Auf breite Zustimmung im Ausschuss stieß dagegen das Vorhaben, in Brachelen an der Hauptstraße/Ecke Buttergasse ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohneinheiten zu errichten. Seit Jahren schon habe es dort immer wieder Ärger mit dem brachliegenden Grundstück gegeben. Die hat nun ein Investor aus Brachelen gekauft, die Gebäuderuinen auf dem Grundstück sollen kurzfristig abgerissen und der Neubau realisiert werden. Damit sind offenbar alle Beteiligten einverstanden. Ausschussvorsitzender Norbert Fister ließ sich gar zu der Bemerkung hinreißen, der Neubau sei „architektonisch für Brachelen beachtlich“.

Auch der Bau eines Mehrfamilienhauses mit 24 Seniorenwohnungen an der Fichtenstraße in Hilfarth fand die einstimmige Zustimmung der Ausschussmitglieder, nachdem der Beigeordnete Dr. Achim Ortmanns versichert hatte, dass man „auch mit allen Hilfarther Vereinen gesprochen hat“ und sich keine Einwände ergeben hätten.

Das dreigeschossige Projekt werde in der zweiten Jahreshälfte in Angriff genommen.

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