Baustopp beendet: Handwerker wieder im Feuerwehrmuseum

Von: Mirja Ibsen
Letzte Aktualisierung:
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Alles kontaminiert: Ein Feuer hat im Rheinischen Feuerwehrmuseum großen Schaden angerichtet. Jetzt sind die Handwerker da, um Dach und Fenster zu erneuern. Edith Schaaf hofft auf Spenden, um bis zur Neueröffnung auch die Kinderecke neu einrichten zu können. Foto: mib
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Alles kontaminiert: Ein Feuer hat im Rheinischen Feuerwehrmuseum großen Schaden angerichtet. Jetzt sind die Handwerker da, um Dach und Fenster zu erneuern. Edith Schaaf hofft auf Spenden, um bis zur Neueröffnung auch die Kinderecke neu einrichten zu können. Foto: mib
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Alles kontaminiert: Ein Feuer hat im Rheinischen Feuerwehrmuseum großen Schaden angerichtet. Jetzt sind die Handwerker da, um Dach und Fenster zu erneuern. Edith Schaaf hofft auf Spenden, um bis zur Neueröffnung auch die Kinderecke neu einrichten zu können. Foto: mib
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Alles kontaminiert: Ein Feuer hat im Rheinischen Feuerwehrmuseum großen Schaden angerichtet. Jetzt sind die Handwerker da, um Dach und Fenster zu erneuern. Edith Schaaf hofft auf Spenden, um bis zur Neueröffnung auch die Kinderecke neu einrichten zu können. Foto: mib

Erkelenz-Lövenich. „Ab ins Museum“, diesen ganz und gar nett gemeinten Aufruf hätte Edith Schaaf gerne nicht etwa an Oldtimerfans oder Historienliebhaber gerichtet, sondern an Handwerker. Denn seit dem Brand gibt es im Rheinischen Feuerwehrmuseum in Lövenich noch so viel zu tun.

Das war am Mittwoch. Am Donnerstag lächelte die Vorsitzende des Vereins Rheinisches Feuerwehrmuseum den Mitarbeiter einer Dachdeckerfirma strahlend an: „Es ist so schön, dass Sie uns aufs Dach steigen.“ Das Gutachten ist da, die tragende Dachkonstruktion ist stabil, der Baustopp ist aufgehoben, die Arbeit am Dach kann weitergehen. Und die Reinigungsfirma, die die Ausstellungshalle vom Ruß befreien soll, ist auch schon fleißig. Die unzähligen kleinen und großen historischen Feuerwehrfahrzeuge wurden bereits kurz nach dem Brand gereinigt, damit der Lack nicht beschädigt wird.

Edith Schaaf ist erleichtert. Vielleicht werden sie jetzt doch bis zum April fertig. Das stand nämlich auf der Kippe, als die Standfestigkeit der Dachkonstruktion in Frage stand. Dann hätte alles raus gemusst. Es hätte alles noch länger gedauert.

Die Vorsitzende des Vereins ist immer noch ganz erschüttert, wenn sie an den 21. November des vergangenen Jahres denkt. Als nachts gegen halb drei Feuerwehrleute an ihrer Haustür klingelten und nach dem Schlüssel für das Museum fragten. Die Männer wollten nicht so viel Schaden anrichten. Also nicht noch mehr Schaden, als das Feuer an sich schon anrichtete. Das Feuer. Im Feuerwehrmuseum. Kein Witz. Tragische Tatsache.

Ein Pärchen, das auf dem Heimweg von einer Party auf dem Lerchenpfad in Richtung Kirchplatz ging, hatte eine Qualmwolke bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Als sie morgens gegen halb acht den Schlüssel zum Museum zurückbekam, ging Edith Schaaf direkt los, um den Schaden zu begutachten. Sie wohnt Luftlinie nur 200 Meter entfernt. „Totales Chaos.“ Bitumen tropfte vom Dach und formte bizarre, schwarze Zapfen. Die Decken rußgeschwärzt, die Fenster kaputt, der Rauch steckte in allen Textilien. „Alles hin.“ Das Feuer war in der Werkstatt ausgebrochen. Die Kripo ermittelte.

Ergebnis: Eine „technische Ursache“ hat zum Brand geführt. Es wird rund 300.000 Euro kosten, den Schaden zu beheben, teilte der Erkelenzer Hochbauamtsleiter Martin Fauck im zuständigen Ausschuss mit. Die Kosten trägt die Versicherung, denn das Gebäude und die Exponate gehören der Stadt – und die ist versichert. Dem Verein gehört unter anderem die Ausstattung der Kinderecke, die ist nicht versichert, aber auch unbrauchbar.

Sorge um Wandmalerei

„Es ist ja alles kontaminiert“, sagt Edith Schaaf bedrückt, während ihr Blick auf die kleinen Feuerwehrhelme, Uniformen, Stühle und den rußgeschwärzten Spielteppich fällt.

Sie hofft, dass wenigstens die Wandmalerei, eine Spende des Lövenicher Karnevalisten und Künstlers Johannes „Scheng“ Eggerath, erhalten bleibt. Ob hier bald wieder Kindergeburtstage gefeiert werden können? „Ein paar Spenden wären schön“, sagt Edith Schaaf.

Leider kommt zurzeit kein Geld in die Kasse: keine Besucher, keine Kindergeburtstage. Der Weihnachtsmarkt, der im vergangenen Jahr zum zehnten Mal hätte stattfinden sollen und bei dem der Verein mit bis zu tausend Besuchern gerechnet hatte, musste abgesagt werden.

Bis große und kleine Liebhaber der feuerroten Automobile sich bei der Wochenendplanung wieder zuraunen können: „ab ins Feuerwehrmuseum“, dauert es noch. Die Chancen, dass bis zum April alles fertig ist, stehen gut. Dann will das Museum nämlich Geburtstag feiern, und zwar seinen eigenen, den 40..

Wer helfen möchte, erreicht die Vorsitzende des Vereins unter Telefon 02435/3971.

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