Baustelle: Einbußen und jede Menge Frust

Von: Laura Beemelmanns
Letzte Aktualisierung:
5018726.jpg
Seit dem 9. Januar werden nun in der gesamten Industriestraße sowohl Fahrbahn als auch Gehwege saniert und die Kanalisation erneuert. Aus diesem Grund müssen sich ortsansässige Händler als auch Autofahrer auf die Umstände einstellen. Foto: Laura Beemelmanns
5017945.jpg
Es gilt: Tempo 30. Zum Teil müssen auch Gehwege befahren werden. Foto: Laura Beemelmanns
5018727.jpg
Die Kanalisation soll erneuert werden. Aus diesem Grund müssen noch viele derartiger Betonrohre verlegt werden. Foto: Laura Beemelmanns

Heinsberg. Vor 43 Tagen, am 9. Januar, ist aus der eigentlich breiten Industriestraße in Heinsberg eine schmale Einbahnstraße geworden. Grund dafür ist die Erneuerung der Kanalisation sowie der Fahrbahn, Geh- und Radwege. Wer von der Umgehungsstraße B 221 in Richtung Innenstadt fahren möchte, kommt zwar durch, muss jedoch Wartezeiten in Kauf nehmen. Anders sieht es aus, wenn man als Autofahrer den Weg von der Innenstadt in Richtung Industriestraße antreten will – das ist ohne Umweg überhaupt nicht möglich.

Die ortsansässigen Händler haben damit zu kämpfen. Und sind allesamt gleichermaßen betroffen und mächtig sauer. „Die Situation ist auf gut Deutsch ,beschissen‘, wir erleben einen absoluten Einbruch“, sagt Michael Hummel, Inhaber der Werkstatt Pitstop Hummel & Schwarz. „Die Leute müssen komplett außen rum fahren. Stammkunden nehmen den Weg in Kauf, die Laufkundschaft fällt komplett weg“, berichtet er. Ähnliches vermeldet auch Georg Vonderstein, Anlagenleiter vom Fitnesscenter Wof. „Unsere Kunden sind extrem beeinträchtigt, weil sie Umwege fahren müssen.“ Um Neukunden momentan überhaupt noch auf das Fitnesscenter aufmerksam zu machen, wurden die Grünanlagen zurück geschnitten. Das sei laut Vonderstein eine der wenigen Möglichkeiten, die noch verbleiben, um Kunden zu gewinnen. „Es dauert einfach schon zu lange“, sagt er.


Denn Autofahrer müssen nicht nur warten, sondern zum Teil auch Gehwege befahren, wenn eines der Baustellenfahrzeuge die Straße versperrt. Viele Einfahrten zu den Geschäften und Händlern führen nur über Bauschutt und provisorische Zufahrten. Auch zwei andere ansässige Gewerbetreibende, die namentlich nicht genannt werden möchten, beschreiben die Situation als „katastrophal“. Einer der beiden berichtet im Vergleich zum letzten Jahr und baustellenfreien Zeiten von deutlich weniger Kundschaft im Januar und ist bei einem Blick auf seine Umsatzzahlen schockiert. Er habe diese extra hervor geholt und verglichen. Zudem habe er Schilder am Anfang der Baustelle aufgestellt, die auf sein Gewerbe verweisen – kurze Zeit später seien alle weggeräumt gewesen. An einem sonst geschäftigen Vormittag habe er gut zu tun, sagt er. An diesem Vormittag bedient er lediglich eine einsame Kundin. „Ich habe die Hoffnung, dass die Baustelle so schnell wie möglich fertig ist.“ Denn er ist überzeugt davon, dass viele andere Kunden, die sonst von der Innenstadt schnell vor Ort sind, den großen Umweg nicht in Kauf nehmen.
Der andere der beiden, der ebenfalls anonym bleiben möchte, beschwert sich über Beeinträchtigungen durch blockierte Ein- und Ausfahrten. Hinzu komme zusätzlicher Arbeitsaufwand durch den Staub. „Ich empfinde die Situation als Zumutung.“ Zudem vermutet er, dass die Stadt höhere Kosten spart und sich auf eine ,Billiglösung‘ zu Lasten der Anlieger eingelassen habe. „Was hier ein Jahr dauern soll, wird in den Niederlanden in zwei Monaten abgewickelt“, sagt er. All diese Probleme führen zu einer Konsequenz: „Eine Teilnahme am Industriefest ist ausgeschlossen.“ Er vermutet, dass ohnehin niemand durch eine Baustelle balancieren möchte.


Peter Pelzer, Tiefbauamtsleiter der Stadt Heinsberg, kann den Unmut „absolut nicht nachvollziehen. Es gab bewusst keine Vollsperrung, sondern eine Einbahnstraßen-Regelung, damit die Händler erreichbar bleiben“, sagt er. Von einer Billiglösung könne somit nicht die Rede sein. Schneller ginge es vielleicht, aber auch nur mit einer Vollsperrung. Die Arbeitsabläufe seien so gut es geht geplant worden.


Die Baustelle umfasst insgesamt 1600 Meter. Baubeginn war der 20. August 2012. Seit dem 9. Januar wird der Regenwasserkanal von der Siemensstraße in Richtung Karl-Arnold-Straße erneuert.
Zurzeit gibt es eine Verzögerung von 14 Tagen. Das sei der Witterung zuzuschreiben. Pelzer zeigt sich jedoch zuversichtlich. „Ich bin guter Dinge, dass wir die Zeit aufholen.“ Für das Industriefest am 16. und 17. März gebe es zwar Einschränkungen in der Industriestraße, stattfinden werde es jedoch in jedem Fall.
Es folgt noch der 200 Meter lange Abschnitt in Richtung Hochstraße. Wann genau dort mit den Bauarbeiten begonnen wird, wisse er noch nicht. Doch noch vor Sommer solle die Baustelle fertig sein, sagt Pelzer.


Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert