Baugenossenschaft prägt Erkelenzer Entwicklung seit 1903

Von: hewi
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Elke Schwarz (Vorstandsvorsitzende Bauverein), Norbert Schnitzler (Geschäftsführender Vorstand), Dr. Veit Luxem (Volksbank) sowie Wilfried Mercks (Heimatverein) und Heinz-Josef Küppers (Bauverein) mit einer Ausgabe des „Info Baustein“. Foto: Wichlatz

Erkelenz. Die Entwicklung der Stadt Erkelenz ist seit Beginn des vorigen Jahrhunderts stark von der Arbeit des Bauvereins geprägt. Zum „Internationalen Tag der Genossenschaften“ stellte die Baugenossenschaft ihr Wirken in und für Erkelenz vor.

Dazu hatten die Genossenschaftler in die Volksbank am Konrad-Adenauer-Platz eingeladen. So sei man schließlich unter Genossen, wie Wilfried Mercks vom Heimatverein stellvertretend für den erkrankten Vorsitzenden Günther Merkens zur Eröffnung betonte. Heimatverein und Bauverein sind längst verwoben. So ist die Baugenossenschaft als Körperschaft dem Heimatverein beigetreten, wodurch die Mitglieder des Bauvereins dieselben Vorteile genießen wie die des Heimatvereins.

Stilecht fand der Vortrag im Raiffeisensaal statt, der nach einem der beiden Gründerväter der Volksbanken und Verfechter des Genossenschaftsgedankens benannt ist. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Veit Luxem erinnerte an die Stärke der genossenschaftlichen Unternehmen, von denen es europaweit rund 180.000 gebe. Über 140 Millionen Menschen in Europa seien genossenschaftlich organisiert, knapp fünf Millionen Menschen arbeiten in den genossenschaftlichen Unternehmen.

Luxem verwies auf die rund 1000 eigenständigen Genossenschaftsbanken mit ihren rund 20 Millionen Kunden in Deutschland. Wohnungsbaugenossenschaften, zu denen der Erkelenzer Bauverein zählt, gebe es europaweit 38 000, in denen rund elf Millionen Mitglieder organisiert seien. Die deutschlandweit bekanntesten Genossenschaften kenne kaum einer als solche, betonte Luxem: Rewe und Edeka.

Die Vorstandsvorsitzende des Bauvereins, Elke Schwarz, ließ in einem mit vielen Bildern angereicherten Vortrag die Geschichte der Erkelenzer Baugenossenschaft von der Gründung 1903 bis heute Revue passieren.

Am Anfang stehen zwei Namen: Bernhard Hahn und Anton Raky. Der damalige Bürgermeister und der Industriepionier legten den Grundstein für den „Gemeinnützigen Bauverein“ im Jahr 1903. Raky war indirekt auch Schuld an der Wohnungsnot in Erkelenz, denn seine „Internationale Bohrgesellschaft“, mit der er 1896 nach Erkelenz gezogen war, lockte Arbeiter an. Und die wollten untergebracht werden.

So entstanden ab 1904 die 52 Häuser der Arbeitersiedlung an der Rosen- und Glück-Auf-Straße. Von den Einheimischen wurde die Siedlung wenig liebevoll „Negerdorf“ genannt. Der Begriff „KaIro“ ist noch heute zumindest bei den älteren Erkelenzern geläufig.

Auch nach Rakys Weggang aus Erkelenz ging es mit dem Bauverein weiter. Mit Bauprojekten an der heutigen Goswinstraße (damals Gartenstraße) und Anton-Heinen-Straße (damals Vereinsstraße) sowie am Lambertusweg, Hoogen- und Buscherhof wurde erschwinglicher Wohnraum geschaffen.

Heute verwaltet die Genossenschaft rund 60 Häuser mit 238 Wohnungen in der Erkelenzer Kernstadt. Schwarz merkte kritisch an, dass der Bauverein für sein Wirken in und für Erkelenz an sich auch einen Straßennamen „verdient“ hätte. Eine entsprechende Anregung war auch schon vom Heimatverein gekommen, der in seiner Schriftenreihe über die Zeugnisse der Arbeit des Bauvereins in Erkelenz berichtet hat.

Neben trockenen Fakten gab es auch Humorvolles zu berichten. So hat der Bauverein in den 90ern auch durch gestreute Zeitungsenten zum 1. April auf sich aufmerksam gemacht. Einmal fiel sogar der damalige Landesbauminister Michael Vesper auf die Meldung herein, der Bauverein könne aus Abfall Ziegel herstellen und werde damit die Baubranche revolutionieren. Das Interesse des grünen Ministers war geweckt.

Schwarz kam zum Schluss, dass der Bauverein seinen Vereinszweck mit Blick auf die Stadtentwicklung zu dem, was Erkelenz heute ist, durchaus erfüllt hat.

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