Erkelenz - Barrierefreies Erkelenz: Postbank und Bahnhof im Fokus

Barrierefreies Erkelenz: Postbank und Bahnhof im Fokus

Von: Helmut Wichlatz
Letzte Aktualisierung:
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Bahnhof Erkelenz: Nicht barrierefrei genug, meint der Behindertenbeauftragte. Fotos (2): Stefan Klassen Foto: Stefan Klassen
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Bald besser zu nutzen? Der Treppenlift am Aufgang zur Post.

Erkelenz. Der neue Behindertenbeauftragte der Stadt, Andreas Ullmann, ist dafür zuständig, sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einzusetzen und zwischen ihnen und der Stadt oder anderen Institutionen zu vermitteln. Zum Beispiel Deutscher Bahn und Postbank.

Beide sind in Erkelenz gerade für Rollstuhlfahrer und Nutzer von Rollatoren, aber auch Mütter mit Kinderwagen oftmals eine Belastungsprobe. So ist ein selbstständiger Zugang zur Post am Kölner Tor für Menschen mit Mobilitätsbehinderung nur möglich, wenn diese über einen Spezialschlüssel verfügen, um den vorhandenen Treppenlift zu aktivieren. Dieser Schlüssel muss zuvor erworben werden. Dies veranlasste Ullmann, sich mit der Postbank in Verbindung zu setzen und auf diesen Umstand hinzuweisen. Die Postbank reagierte und teilte ihm schriftlich mit, dass der Schlüsselschalter für den Treppenlift freigeschaltet werde und dieser somit frei nutzbar sei. „Innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen soll die Tastenfunktion für den Lift installiert werden“, erklärt Ullmann nach einen Telefonat mit der Postbankdirektion München. „Damit hätte sich diese Problematik dort etwas verbessert“, fügt er hinzu.

Noch viel Klärungs- und vor allem Nachbesserungsbedarf sieht Ullmann am Erkelenzer Bahnhof. Dazu hat er einen Brief an die Bahndirektion geschrieben, in dem er alle Mängel und die entsprechenden Vorgaben seitens der Europäischen Union aufgelistet hat. Das reicht von den defekten Notrufsäulen, die auch noch nach Aussage der Bahn mit Verweis auf Mobiltelefone abgebaut werden sollen, bis hin zu Bahnsteigen, die ohne Treppen zu erreichen sein müssen. Gerade bei den Notrufsäulen habe die Bahn völlig außer Acht gelassen, dass viele Senioren kein Mobiltelefon besitzen. Darauf weist auch der Fahrgastverband Pro Bahn hin, der ebenfalls für den Erhalt der Notrufsäulen auf dem Bahngelände plädiert. Ein wichtiger Mangel sei die nicht umgesetzte Barrierefreiheit. Das reiche von nicht ausreichend gekennzeichneten hindernisfreien Wegen und langen Ausfallzeiten des Aufzugs bis hin zu mangelnden Handläufen und taktilen Bändern für Blinde an den Treppen und der Anzahl von Behindertenparkplätzen vor dem Bahnhof. „Der Erkelenzer Bahnhof wird mich noch eine Weile beschäftigen“, sagt Ullmann. Zum Glück gebe es aber für alle Mängel genaue Vorschriften, die umzusetzen seien.

Ein weiteres Problem sieht Ullmann in der gerade fertiggestellten Südpromenade. „So ganz glücklich“ sei er in seiner Funktion als Behindertenbeauftragter nicht mit der Aufpflasterung, die im Bereich Goswinstraße und Kirchstraße für eine Verkehrsberuhigung sorgen soll. „Sie vermittelt den Fußgängern das Gefühl von Vorrang gegenüber den Fahrzeugen“, erläutert er. „Das ist aber nicht so.“

Ein weiteres Problem seien die sogenannten Leitmarkierungen an den Fahrbahnbegrenzungen, die für Blinde verwirrend seien. Zu diesem Thema suche er nun gemeinsam mit der Stadtverwaltung nach geeigneten Lösungen.

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