Heinsberg - Band „Emma6“ veröffentlicht drittes Album

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Band „Emma6“ veröffentlicht drittes Album

Von: Anna Petra Thomas
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„Emma6“ begeistert sein Publikum bei einem Konzert auf dem Heinsberger Burgberg. Foto: Anna Petra Thomas
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Die Band „Emma6“ mit den Heinsberger Musikern Dominik Republik, Peter und Henrik Trevisan (von links) hält im neuen Album auch Rückschau auf die Heimat. Foto: Felix Wittich

Heinsberg. Die Band „Emma6“, 2005 in Heinsberg gegründet von den drei Heinsbergern Peter Trevisan (30, Gesang und Gitarre), Henrik Trevisan (27, Schlagzeug) und Dominik Republik (28, Bass) hat jetzt ihr drittes Album veröffentlicht. „Wir waren nie hier“ lautet der Titel. Bezieht man ihn auf die Heimatstadt der drei Musiker, ist es eher umgekehrt. Sie waren hier, sind hier aufgewachsen und gemeinsam zur Schule gegangen.

Und so dreht sich in dem neuen Album auch sehr viel um die Kindheit und Jugend der Bandmitglieder. „Das Haus mit dem Basketballkorb“ heißt einer der Songs, der dies ganz deutlich macht. „Emma6“ gelinge es, „schon mit wenigen Worten, mit ausgesuchten Bildern so viel Welt sichtbar zu machen, als wäre ein Song eines dieser 180-Grad-Kinos, die es früher auf dem Jahrmarkt gab“, schreibt der Musikjournalist Linus Volkmann in der ersten Rezension zu diesem neuen Werk.

Dabei verliere sich die Band nicht in der allgegenwärtigen Trost-Prosa des kontemporären Deutsch-Pops“, lobt er die Songs der drei Heinsberger. „Emma6“ mache einfach viel mehr möglich. „Eine gute Band öffnet Dir Welten – und eine sehr gute sogar Deine eigene“, lautet sein Fazit.

Viel Rückschau

„Das Album fragt, wo man herkommt und wo man hin will“, erklärt Songwriter Peter Trevisan im Gespräch mit unserer Zeitung zum neuen Werk. „Warum ist man so geworden, wie man ist? Vor allem durch welche Menschen und Orte?“ Natürlich sei da viel Rückschau dabei, in die Kindheit und Jugend, „aber es geht auch darum, nach vorne zu schauen und sich zu fragen, was dazu führt, sich später angekommen zu fühlen und nicht bereuen zu müssen, dass man bestimmte Dinge nicht gemacht hat“, sagt er.

Erste Tour 2011

Nach ihrer ersten Single „Paradiso“, die im April 2011 erschien, spielte „Emma6“ im selben Jahr ihre erste eigene Tour in ganz Deutschland. 2012 erschien das zweite Album namens „Passen“, das mit Unterstützung von Mark Tavassol, dem Bassisten von „Wir sind Helden“ entstanden war. Das aktuelle Album hat die Pop-Rock- und Indie-Band auf eigene Faust umgesetzt, ohne das Majorlabel, bei dem sie bei den ersten beiden Alben unter Vertrag war.

Nach dem zweiten Album habe das Majorlabel den Vertrag aufgelöst, erzählt Peter Trevisan. „Das passiert sehr oft, wenn Künstler nicht mit den ersten ein bis zwei Alben ‚durchbrechen‘.“ Heute werde Bands einfach nicht mehr die Möglichkeit gegeben, sich langfristig zu entwickeln. „Alles muss schnell Profit abwerfen, und wer das nicht in gegebenem Maße tut, fliegt“, beschreibt er die Situation. „Aber als wir dann plötzlich kein Label mehr hatten, hat uns das eine ungeahnte Freiheit verschafft.“

Ursprünglich hätten sie das selbst finanzierte Album sogar selbst auf den Markt bringen wollen, so der Songwriter weiter. „Wir haben aber dann, nachdem es schon fertig war, doch ein kleines, aber feines Indielabel gefunden, mit dem wir sehr gut zusammenarbeiten“, betont er.

Die künstlerischen Entscheidungen hätten sie natürlich auch bei den ersten beiden Alben zum Großteil alleine getroffen. „Aber diesmal war es ein komplett selbstständiger künstlerischer Prozess“, betont er. „Wir wollten uns nicht mehr dem Zwang unterwerfen, Schwächen beim Spielen und Singen unbedingt ausbügeln zu müssen, wie es mittlerweile leider Standard ist.“

Ergebnis nicht perfekt

Das Ergebnis sei manchmal sicher sehr weit entfernt von musikalischer Perfektion, „aber besitzt dadurch auch eine gute Dynamik, eine eigene Note. Das wollten wir auf dem Album festhalten.“ Das neue Label habe das Album eins zu eins übernommen, freut sich Peter Trevisan.

Kritiker Volkmann lobt das so: „Emma6 steht 2017 dafür, lieber mal laut zu hupen, statt beflissen das eigene Profil unsichtbar zu schleifen.“

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