Hückelhoven - Ballspiel für Sehbehinderte: Beim „Showdown“ auf das Gehör verlassen

Ballspiel für Sehbehinderte: Beim „Showdown“ auf das Gehör verlassen

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Das Eröffnungsspiel: Lehrer Stephan Wittenbrink (links) – der mit seinen Schülern der Hauptschule Hückelhoven II die Spielplatte gefertigt hatte – trat beim „Showdown“ gegen eine Schülerin der Louis-Braille-Schule an und hatte keine Chance. Foto: Fred Schröder

Hückelhoven. Florian kann es kaum erwarten. Zu gerne möchte der blinde 15-Jährige, der die Louis-Braille-Schule im Dürener Norden besucht, mit dem Spiel „Showdown“ beginnen. Doch bis es soweit ist, muss er noch die Dankesworte seines Schulleiters Wolfgang Franz über sich ergehen lassen. Der Dank ging an Lehrer Stephan Wittenbrink und die Schüler der Hauptschule Hückelhoven II.

Sie hatten in einer Projektwoche die „Showdown“-Platte gebaut und sie jetzt der LVR-Förderschule mit Schwerpunkt Sehen in Düren zum Geschenk machten. Elif Kilic; Surijana Schreiner, Leon Sonn, Jan Gruntmann und Philipp Kötz kamen in die Louis-Braille-Schule, um die selbst gefertigte Spielplatte aufzubauen und in Betrieb zu nehmen.

Erfahrung im „Showdown“ haben die Schüler der LVR-Schule schon, denn eine Platte ist bereits vorhanden. „Die Nachfrage nach Spielmöglichkeiten ist groß und entsprechend lang sind die Warteschlangen“, weiß Schulleiter Wolfgang Franz. Das spezielle Spiel für Blinde gehört zum Freizeitangebot. Es erfordert Konzentration, Geschick und eine Orientierung nach Gehör. Vereinfacht dargestellt: Vergleichbar mit Tischfußball gilt es für die Spieler mittels Holzbrettchen, die einem Schläger ähneln, den Ball in das gegnerische Tor zu schieben.

Stephan Wittenbrink, Lehrer an der Hauptschule Hückelhoven II, ist Tischtennisspieler und stieß im Internet auf „Tischball“, wie „Showdown“ dort bezeichnet wird. An drei Projekttagen bauten zwölf Schüler aus zwei ausrangierten Tischtennisplatten als Unterkonstruktion und in der Schule bereits vorhandenem Material den „Showdown“-Tisch. Der besondere Clou: Der Tisch lässt sich mit wenigen Handgriffen auf- und abbauen und ist daher variabel einsetzbar.

Doch was sollte mit dem Tisch geschehen? Beim Tag der offenen Tür in der Hauptschule wurde er vorgestellt. Dann kam Schülerin Elif Kilic die Idee: „Er soll den Menschen zugute kommen, die damit spielen können“.

Schnell war der Kontakt zur Louis-Braille-Schule gefunden. Und dort ist die Freude groß. „Jetzt können wir Wettbewerbe austragen und vielleicht sogar Meisterschaften ausrichten“, denkt Schulleiter Wolfgang Franz schon weiter. Für Stephan Wittenbrink und seine Schüler ist jetzt schon klar: „Wir wissen, was wir zu den nächsten Projekttagen planen…“

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