Wegberg - Bahnfahrt: Wenn der Einstieg zum Kraftakt wird

Bahnfahrt: Wenn der Einstieg zum Kraftakt wird

Von: Monika Baltes
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Ab Dezember fahren und halten auch hier Züge mit anderer Einstiegshöhe: der Bahnsteig in Dalheim. Foto: Monika Baltes

Wegberg. Das hört sich zunächst einmal gut an: Mit der Übernahme des Betriebs der Bahnstrecke Mönchengladbach-Dalheim durch die Vias Rail GmbH ab Dezember 2017 sollen neue moderne Züge mit barrierefreiem Zugang eingesetzt werden. Der Knackpunkt war dem wachsamen Auge der Wegberger Ratsfraktion vom Bündnis 90/Die Grünen aber nicht entgangen, denn die Bahnhaltepunkte Wegberg, Arsbeck und Dalheim verfügen nicht über entsprechende Bahnsteige.

Die Einstiegshöhe der Fahrzeuge liegt 81 Zentimeter über der Schienenoberkante, die Bahnsteige haben eine Höhe von 24 Zentimetern. Folglich sind 57 Zentimeter Höhendifferenz zu überwinden, das ist auch für gesunde, normalbewegliche Menschen eine sportliche Herausforderung. Zum Vergleich: die optimale Sitzhöhe eines Stuhls beträgt 45 Zentimeter.

Ein barrierefreier Zustieg sei weder über die ausfahrbaren Treppen noch über die Verbindungsrampen möglich, so die Grünen. Außerdem könnten die sehr enge Taktung der Züge und die kurzen Wendezeiten aufgrund des Ausstieges gehbehinderter Menschen zu Verspätungen und Zugausfall führen. Möglichst schnell sollten die entsprechenden Zweckverbände aufgefordert werden, die Wegberger Haltepunkte barrierefrei mit einer Bahnsteigkante von 76 Zentimetern auszustatten, forderte die Faktion Bündnis 90/Die Grünen.

Im Ausschuss für Tourismus, Kultur, Sport und Verkehr nahm Rudolf Fabry, der Technische Beigeordnete der Stadt Wegberg, nun Stellung zu dem Thema. Mit der Vias Rail habe er bereits Kontakt aufgenommen. Unschuldig am Dilemma sei der künftige Betreiber der Bahnlinie, bei der Ausschreibung habe die Einstiegshöhe von 81 Zentimetern zu den Anforderungen der Aufgabenträger gehört. In größeren Bahnhöfen sei ein Niveau von 76 Zentimetern Bahnsteigkante längst Standard. Im Interesse der Kunden stehe die Vias Rail derzeit in Kontakt mit ihren Auftraggebern, allerdings sei eine Bahnsteiganhebung durch die DB Station und Service nicht in Planung. Die Vias habe aber versprochen, sich zu melden, sobald eine Lösung für die Problematik gefunden sei.

Persönlich hat Rudolf Fabry die Höhenverhältnisse an den Bahnhöfen Wegberg und Dalheim mit dem Zollstock kontrolliert, auch im Hinblick auf die Radtouristen, die mit dem Fahrrad beispielsweise aus Mönchengladbach und Düsseldorf anreisen, um die Schönheiten der Mühlenstadt fahrend zu erkunden. Ein E-Bike, das gut und gerne über 25 Kilo wiege, sei eben auch nicht so einfach über 50 Zentimeter zu wuchten. Direkten Einfluss auf den Umbau der Bahnsteige habe die Stadt Wegberg nicht. Als nächster Schritt solle Kontakt mit der DB Station und Service sowie dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aufgenommen werden, um das Problem zu lösen. „Wir werden über die weitere Entwicklung berichten“, versprach der Technische Beigeordnete der Stadt Wegberg den Ausschussmitgliedern.

Übrigens hat die Stadt Mönchengladbach die gleichen Probleme. Hier sind die Haltepunkte Genhausen und Rheindahlen betroffen. Auch die Stadt Mönchengladbach habe sich mit dem VRR in Verbindung gesetzt, teilte die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen mit.

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