Erkelenz - Bäume für die City: Erkelenzer Grüne wollen Grünkonzept

Bäume für die City: Erkelenzer Grüne wollen Grünkonzept

Von: hewi
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Gab den Anstoß für die Debatte um den Baumbestand in der Stadt: Die im vergangenen Jahr aus Sicherheitsgründen abgesägte Linde auf dem Markt. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz. Die Grünen fordern eine intensive Begrünung der Innenstadt. Ihrer Meinung nach werden Bäume, die entfernt werden müssen, nicht mehr ersetzt oder zumindest nicht mehr in der Innenstadt. Der Stadt warfen sie vorschnelles Handeln vor, nachdem diese Pflanzbeete in der Fußgängerzone mit Pflaster geschlossen hatte. Vor allem die entfernte Linde am Alten Rathaus erzürnt die Grünen.

Deren Ersatz sowie ein Grünkonzept für die Innenstadt forderten sie in einem Antrag an den Hauptausschuss, den sie aber am Sitzungstag zurückzogen, da sie ihn lieber im Ausschuss für Demografieangelegenheiten, Umwelt und Soziales behandelt wissen wollten. Dieser Ausschuss tagt voraussichtlich im November.

Den Antrag hatte die grüne Fraktion eingereicht, nachdem die Sitzungsvorlagen mit der diesbezüglichen abschlägigen Empfehlung der Verwaltung an den Rat veröffentlicht worden waren. Gegenüber unserer Zeitung hatte der Technische Beigeordnete Ansgar Lurweg den Grünen aufgrund ihres Taktierens daraufhin Populismus diagnostiziert. Tatsächlich sei Erkelenz „so grün wie lange nicht mehr“, erklärte er und verwies auf die Neupflanzungen im Stadtgebiet.

„So grün wie nie zuvor“

Gegen Vorwurf des Populismus wehren sich die Grünen nun in einer öffentlichen Stellungnahme. Dabei bestätigen sie die Aussage Lurwegs, dass Erkelenz „so grün wie nie zuvor“ sei und unterstreichen dies mit dem Hinweis darauf, dass rund 20 Prozent der Erkelenzer bei der letzten Kommunalwahl ihre Stimme den Grünen gegeben hätten. Darüber hinaus stimmen sie mit Lurweg überein, dass die Stadt natürlich neue Bäume pflanze, „jedoch an den falschen Stellen“.

Daher habe der Antrag der Grünen auch eine Nachpflanzung auf dem Markt und in der Fußgängerzone an den Stellen vorgesehen, an denen die Bäume zuvor entnommen werden mussten. Die Pflanzmaßnahmen an den Umsiedlerstandorten und im Oerather Mühlenfeld könnten keinen Ersatz darstellen für die Bäume im Stadtkern.

Auch Lurwegs Argument, dass nicht alle Bäume an den infrage kommenden Standorten gut aufgehoben wären, lassen die Grünen nicht gelten und verweisen auf eine Aussage eines Gärtnermeisters, der beim Kugelahorn von rund 40 Jahren ausgeht. „Wir sind der Meinung, dass die technische Infrastruktur keinen Vorrang vor der Natur haben darf“, heißt es in dem Antrag der Grünen weiter.

Politik soll entscheiden

Die Annahme Lurwegs, der ursprüngliche Antrag der Grünen sei zurückgezogen worden, weil der Verwaltungsvorschlag dessen Ablehnung nahegelegt habe, weisen die Grünen von sich. Richtig sei, dass die Verwaltung vorgeschlagen habe, den Antrag abzulehnen. Trotzdem sei dies nicht ausschlaggebend für die Rücknahme des Antrags gewesen.

„Unser Demokratieverständnis sieht anders aus“, heißt es in der grünen Stellungnahme. „Zuerst beraten sich die von der Bürgerschaft gewählten Räte im Fachausschuss und tauschen mögliche unterschiedliche Argumente aus. Dann wird abgestimmt und die Verwaltung hat das Abstimmungsergebnis umzusetzen. Es darf nicht sein, dass ein Verwaltungsmitarbeiter im Voraus das Abstimmungsverhalten der Ausschussmitglieder öffentlich voraussagt und kostenträchtige Maßnahmen einleitet.“

In Erkelenz wedele offenbar „der Schwanz mit dem Hund“. Wen wundere es da, dass in der Bevölkerung der Eindruck entstehe, die Stadtverwaltung tue sowieso, was sie wolle. Dieses Verhalten leiste der allbekannten Demokratiemüdigkeit Vorschub und mache es immer schwieriger, Menschen für das kommunale Ehrenamt zu begeistern, mutmaßen die Grünen.

 

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