AWO und Lebenshilfe bauen Kitas aus

Von: Ingo Kalauz
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Hückelhoven. Bundesweit fehlen 293.000 Plätze für die Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen. Das jedenfalls geht aus einer jetzt veröffentlichten Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft hervor.

„Andere Kommunen schließen ihre Kindertageseinrichtungen, wir finanzieren die Schaffung von neuen Kita-Plätzen in Hückelhoven“, sagte Bürgermeister Bernd Jansen (CDU) in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Natürlich weiß er, dass das so nicht stimmt: Weder im näheren noch im weiteren Umkreis gibt es eine Kommune, die Kindertageseinrichtungen schließen würde.

Aber natürlich ist der seit 2013 verankerte Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Geburtstag eine große finanzielle Belastung für die Kommunen – der Bundesgerichtshof hat im vergangenen Jahr drei Familien Schadensersatz zuerkannt, weil die Kommune ihnen keinen Betreuungsplatz anbieten konnte. Wenn man keine neuen Betreuungsplätze anbieten kann drohen auch der Stadt Klagen auf Schadensersatz.

2022 fehlen 107 U3-Plätze

Denn auch in Hückelhoven fehlen bis zum Jahr 2022 voraussichtlich 107 Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren. Das hat Kämmerer Helmut Holländer jüngst im Jugendhilfeausschuss eingeräumt. Und er hat hinzugefügt: „Es gibt noch keinen Plan, wie wir die schaffen.“ Mehr noch: Auch für Kinder über drei Jahren fehlen auf der Grundlage des neuen Bedarfsplanes für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegeplätze im Stadtgebiet 102 Plätze. „Die brennen uns auf den Nägeln“, sagte der Kämmerer.

Gut möglich, dass es Erleichterung über das Aufflackern von Licht am Ende des Tunnels war, das den Bürgermeister zu seiner Bemerkung veranlasste: Denn die Arbeiterwohlfahrt (AWO) will ihr Familienzentrum Im Rhin um eine sechste Gruppe erweitern. Das war zwar schon seit längerem geplant, aber jetzt liegen konkrete Zahlen zur Finanzierung auf dem Tisch.

Danach wird die sechste Gruppe im AWO-Kindergarten Im Rhin einschließlich Inventar Kosten in Höhe von maximal 600.000 Euro verursachen. Der AWO-Kreisverband hat sich bereiterklärt, die Baumaßnahme zu verwirklichen, wenn er dafür keine Eigenmittel zur Verfügung stellen muss. Die geplante Finanzierung sieht jetzt 450.000 Euro aus dem von der Bundesregierung aufgelegten „U6-Ausbauprogramm“ vor; die Stadt Hückelhoven muss einen Anteil von 150.000 Euro an den Kosten für die Erweiterung tragen.

Auch der von der Lebenshilfe Heinsberg geplante Ausbau der Kindertageseinrichtung am Diebsweg/Im Weidengrund in Ratheim von einer zwei- zu einer dreigruppigen Einrichtung wird ein wenig Entspannung in der Frage nach genügend Betreuungsplätzen für Kleinkinder im Stadtgebiet Hückelhoven bringen.

Stadt übernimmt 180.000 Euro

Knapp zwei Millionen Euro wird der Bau nach den jetzt vorgelegten Finanzierungsplänen kosten. Dafür wird es Landeszuschüsse von gut 1,6 Millionen Euro geben, der Eigenanteil der Lebenshilfe wie auch der der Stadt liegen bei jeweils 180.000 Euro. Mit dem Baubeginn ist noch in diesem Jahr zu rechnen, Ende des Jahres soll der Rohbau stehen.

Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses stimmten der Bereitstellung der städtischen Zuschüsse für beide Baumaßnahmen ohne Gegenstimme zu.

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