Awacs-Lärm wird zum Politikum

Von: glü
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Im Landeanflug: Eine vierstrahlige Awacs-Maschine vor dem Aufsetzen auf der Piste des Nato-Fliegerhorstes in Geilenkirchen-Teveren. Foto: Georg Schmitz

Geilenkirchen/Den Haag. Punktsieg für die Awacs-Gegner im Grenzgebiet: Bis Ende Januar muss der niederländische Verteidigungsminister Hans Hillen (CDA) einen Plan vorlegen, wie er im kommenden Jahr die Lärmemissionen rund um die Nato Air Base in Geilenkirchen-Teveren um 35 Prozent reduzieren will.

So fordert es ein Ultimatum, dass die zweite Kammer des Parlaments in Den Haag gestellt hat. Gelinge das nicht, müsse als äußerste Maßnahme in Betracht gezogen werden, den niederländischen Luftraum für die fliegenden Radargeräte komplett zu sperren, melden niederländische Zeitungen.

Das von einer breiten Mehrheit getragene Ultimatum kam am Ende einer hitzigen Kammer-Debatte, in der es um den gewaltigen Geräuschpegel des Flugbetriebs generell und durch die Awacs-Maschinen im Besonderen ging. Insbesondere die Gemeinde Onderbanken und die umliegenden Ortschaften liegen genau in der Schallschneise der fliegenden Überwachungsflugzeuge.

Die Vorschläge des Verteidigungsministers - weniger Flüge, mehr Simulator-Training, andere Flugrouten und leisere Motoren - seien zwar generell begrüßenswert, sagte der SP-Abgeordnete Paulus Jansen dem „Limburgs Dagblatt”, reichten aber bei Weitem nicht aus. Die Menschen in Südlimburg litten schließlich schon seit 1978 unter den „stinkenden Krachkisten”, und seitdem hätten diverse Kabinette und Regierungen allesamt höchstens Lippenbekenntnisse abgegeben, die Situation irgendwann und irgendwie zu verbessern. Damit müsse jetzt endlich mal Schluss sein, sagte Jansen.

Der Parlamentarier Diederik Samsom (PvdA) will zudem im kommenden Jahr „knallharte Zahlen” sehen und überprüfen, ob die 2009 verabredete Reduzierung der Flugbewegungen von 3600 auf 2340 erreicht worden sei. Sonst, sagte er dem Sender L1, müsse die Regierung „die Daumenschrauben fester ziehen”.

Als äußerste Maßnahme könnte die sogenannte Binnenflugverordnung greifen - Awacs-Flugzeuge dürften dann grundsätzlich nicht mehr im niederländischen Luftraum fliegen. Für Verteidigungsminister Hillen ist das Szenario ein Graus. Andere Nato-Staaten könnten dann ja auch eben mal ihren Luftraum dichtmachen für niederländische Flugzeuge. „Damit würden wir die Axt an die Wurzeln der Nato legen.”
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