Wassenberg - Autor Willi Achten beeindruckt Zuhörer

Autor Willi Achten beeindruckt Zuhörer

Von: Johannes Bindels
Letzte Aktualisierung:
15365475.jpg
Bemerkenswerte Atmosphäre: Willi Achten und Heribert Leuchter bei der gemeinsamen Gestaltung der Lesung zu „Nichts bleibt“ in der Grundschule Burgberg in Wassenberg. Foto: Johannes Bindels

Wassenberg. Es kommt nicht oft vor, dass bei einer Lesung der Autor und sein kongenialer Partner der Musik gemeinsam eine mitreißende Atmosphäre schaffen und bei der Zuhörerschaft ein eindrückliches Erlebnis hinterlassen.

Das gelangen Willi Achten mit seinem Roman „Nichts bleibt“ und Heribert Leuchter mit seinen intonierten Improvisationen auf Holzblasinstrumenten in der Aula der Grundschule Wassenberg auf Einladung des Teams der Bücherkiste.

„Nichts bleibt“ ist ein Roman, der ergreift, der berührt, der anstrengt und an manchen Stellen emotional überfordert, wie aus dem Publikum als Feedback dem Autor Willi Achten bei seiner Lesung vermittelt wurde. Und dennoch wollte niemand auf die eindringlichen Passagen und die sprachlichen Bilder verzichten.

In Musik übersetzt

Gleich mit dem ersten Kapitel wird der Zuhörer in die Geschichte um die Hauptperson, den Kriegsfotografen Franz Mathys, und seine Vater-Sohn-Beziehungen in doppeltem Sinne hineingezogen. Ein Roman, in dem die Hauptperson mit ihren Wünschen, Gefühlen und Träumen ringt.

In dem der Protagonist mit den schrecklichen Erlebnissen als Kriegsreporter fertig werden muss, mit dem Verlust seines Vaters zu kämpfen hat, den er durch die Gewalttat eines egozentrischen Duos verliert und an denen er sich rächt. Nicht in blutrünstiger Weise, aber dennoch unnachgiebig. Ein Handlungsstrang, den der Autor der fehlenden Em-pathiefähigkeit bei Menschen widmet, der aber auch exemplarisch die narzisstischen Strömungen in heutiger Zeit beschreibt.

Mathys hat auch mit dem Verlust seines Sohnes zu kämpfen, der aufgrund eines Unfalls von da an bei der Mutter lebt. Er wird hin- und hergerissen in dem Dramadreieck aus Täter-, Opfer- und Helfer-Rolle, in die er sich wechselseitig begibt. Diesem Dilemma versucht er durch Flucht und den Rückzug in die einsame Natur der Alpenregion zu entkommen. Ein Leben, das wie gestrandet erscheint.

Immer aber ist es die Sprache des Autors, der mit ihr die Szenen, Abläufe und Ereignisse malt und Bilder im Kopf schafft. „Ein Nachtnebel lag über dem Fluss und dem Bruch. Vor Wochen war der Fluss über die Ufer getreten, war in die Altarme und Tümpel geströmt, hatte daraus ein Refugium für Kröten und Mücken gemacht, das erst der Sommer austrocknen würde. Das Quaken der Frösche füllte die Stille. Eine Bisamratte sprang ins Wasser. Ein Gluckern, Paddelbewegungen mit dem Schwanz waren zu hören.

Dann nur noch meine eigenen Schritte, bis schließlich die Frösche erneut begannen“, lauten einige der ersten Sätze. Und mit diesen Bildern setzt leise das Spiel von Heribert Leuchter ein, nimmt den Rhythmus und die Sprachbilder auf, übersetzt sie in Musik und manchmal in Geräusche oder spielt den distanzierenden Gegenpart, um nicht zu viel Sentimentalität aufkommen zu lassen. Der Charakter von Klarinette und Bass-Klarinette lässt den Zuhörer in die Töne der Natur versinken. Der Klang unterstützt die Dichtheit der sprachlichen Bilder.

Starke Improvisationen

„In der Luft lag der Klang des Frostes“, heißt es exemplarisch für die sprachliche Macht an anderer Stelle. Beide Künstler schaffen die Mehrdimensionalität einer Lesung, in der Spannung, Ergriffenheit und Träume und auch Erschöpfung und Traurigkeit auf den Zuhörer einströmen, herbeigeführt auch durch das improvisierte Spiel auf den Musikinstrumenten.

Mit dem Satz „Der Junge schwieg, weil ich falsch lag!“, beendet Willi Achten seine Lesung. Es bleibt die Neugier auf die Weiterentwicklung der Handlungen und auf die Begründung, warum am Ende „Nichts bleibt“. Wer es wissen will, muss das Buch ganz lesen.

Die Bücherkiste in Wassenberg hilft dabei weiter.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert